Lokalführer – Frühstück / Brunch

Severin Lokal Eingang (c) STADTBEKANNT Nohl
Severin Lokal Eingang (c) STADTBEKANNT Nohl

Severin

2. August 2015 • Frühstück / Brunch, Lokalführer1 Kommentar zu Severin

Frühstück mit einem Heiligen im 19. Bezirk

Am Ende der Sieveringer Straße, wo sich Ausflügler treffen, um den Wiener Wald und die Weingärten zu bewandern, Einheimische Heurigenabende verstreichen lassen und Filmliebhaber in die Welt des Dritten Mannes eintauchen, befindet sich jene alte Mühle, die einst vom Mulino19 bewirtschaftet und kürzlich unter dem Namen Severin neu eröffnet wurde. Ob das neue Lokal seinem Namensgeber Sievering alle Ehre machen wird? Lasset es uns bei einem Frühstück herausfinden!

Severin Lokal (c) STADTBEKANNT

Severin Lokal (c) STADTBEKANNT

Vom Mulino19 zum Severin

Auf den ersten Blick erkennt man nur wenige Unterschiede zum ehemaligen Mulino19. Die denkmalgeschützte Mühle steht mit ihren dicken Mauern da wie eh und je, auf der Terrasse sind immer noch Teak Holz Möbel, das Interieur ist schwer und holzlastig und unterstreicht den alten Charakter des Hauses, im Nebenraum gibt es Kunst und auch der Garten mit Teich ist immer noch mit den skurrilen Skulpturen versehen. Der neue Pächter (Mario Zadra) und der ehemalige (Stefan Wieland) haben zudem beide für den Francesco in Grinzing gearbeitet. So, jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo wir uns über die Unterschiede unterhalten müssen. Nun gut, der Fokus liegt im Severin auf dem Abendessen und dem Frühstück (das gibt es am Wochenende, sowie Feiertags). Die Produkte sind im Gegensatz zum Vorgänger regional und nicht aus dem Dreiländer Eck Italien, Österreich, Slowenien. Aber genug vom Mulino19, kommen wir endlich zum Frühstück im Severin.

Severin Garten Skulptur (c) STADTBEKANNT

Severin Garten Skulptur (c) STADTBEKANNT

Kein Trostkaffee

Gleich vorneweg muss ich der Fairness halber sagen, dass uns bei dem Besuch mitgeteilt wurde, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände zu einem etwas unorganisierten Ablauf geführt hat. So kam es, dass die Wartezeiten sich in die Länge gezogen haben, Bestellungen verwechselt wurden und die Grundstimmung angespannt war. Das alles wäre ja eigentlich auch zu verzeihen, sitzt man schließlich in einem traumhaft idyllischen Gastgarten, wo schnell einmal ein paar Stündchen vergehen dürfen. Schade war aber, diese Hektik am Gast nicht spurlos vorbeigegangen ist und dieser auch weder mit entschuldigenden Worten noch einem Trostkaffee oder Ähnlichem entschädigt wurde. Eigentlich kann Mario Zadra auf eine 30-jährige Gastronomiekarriere zurückblicken in der stadtbekannte Größen wie The Box, Palais Down Kinsky, Cabaret Fledermaus oder das Décor im Augarten vorkamen. Das Severin ist aber sein erstes eigenes Lokal, vielleicht muss sich hier auch erst alles einspielen.

Severin Lokal Bar (c) STADTBEKANNT

Severin Lokal Bar (c) STADTBEKANNT

Handsemmel und Nutella mit Zwinkersmiley

Die Mühle hat in jedem Fall Potenzial. Der Garten und die Terrasse sind so stimmungsvoll, die künstlerische Umgebung so witzig und die Mühle selbst so geschichtsträchtig. Der Name ist perfekt gewählt und auch das Essen von Jan Misiaszek ist wirklich ausgezeichnet. Die Handsemmeln sind von der Bäckerei Wannenmacher aus der Nachbarschaft, das Brot kommt aus Gumpoldskirchen aus der Umgebung vom Chef und wird vom ihm persönlich ins Lokal geliefert. Auch sonst setzt das Gastroduo Zadra und Misaszek auf regionale und saisonale Produkte. So gibt es also zum Beispiel zum Frühstück Frischkäse im Schnittlauchmantel mit Kirschtomaten und Vollkornbrot, hausgebeizten Lachs, Eiergerichte wie Ham&Eggs oder Frittata, allerlei Jogurtvarianten und Gebäck mit Marmelade oder Nutella mit Zwinkersmiley (sehr sympathisch! Boykottieren wir Ségolène Royal!) Ein wenig irritierend bei der Auswahl war allerdings, dass wir verwöhnten Fauldenker hier keine vorgeschlagenen Frühstücksmenüs finden, sondern alles selbst zusammenstellen müssen. In Summe sind wir aber mehr als zufrieden mit dem Essen! Und was den Rest anbelangt, so hat uns der Nachbartisch versichert, dass es beim Abendessen vor ein paar Tagen ganz anders war. Tja, manchmal hat man halt Pech! 

Severin Frühstück (c) STADTBEKANNT

Severin Frühstück (c) STADTBEKANNT

Manchmal hat man Pech

Ich denke also, dass man den Besuch zum Frühstück im Severin tatsächlich abschließen muss mit den bereits erwähnten Worten: manchmal hat man Pech! Wir geben dir eine neue Chance liebe Mühle, schließlich hat es uns bei dir so gut geschmeckt und noch dazu begrüßen wir es, wenn in dem gastronomisch unterversorgten Döbling neue Lokale entstehen! Vor allem wenn sie dem Heiligen Severin geweiht sind, und der wird schließlich bei Hungersnot gerufen! Und verhungern müssen wir im Severin ja Gott sei Dank nicht! 

Severin Frühstück (c) STADTBEKANNT

Severin Frühstück (c) STADTBEKANNT

STADTBEKANNT meint

Auch wenn es an dem Tag etwas chaotisch zugegangen ist, hat uns das Frühstück im Severin sehr gut geschmeckt. Zugegeben, die Frühstückskarte ist nichts für Fauldenker, da es keine Menüvorschläge, sondern nur einzelne Bestandteile gibt, macht aber nichts, denn Koch Misaszek und der Pächter und gastronomierprobte Zadra haben eine ganz nette Auswahl auf die Beine gestellt. Von Frischkäse im Schnittlauchmantel über verschiedene Eiergerichte und Jogurts gibt es natürlich auch klassischere Varianten mit Gebäck und Marmelade. Der Vorteil an einem Besuch mit ein bisschen Pech ist, dass das Gesetz der zweiten Chance in Kraft tritt. Wir kommen also wieder! 

Severin

Sieveringer Straße 164
1190 Wien

Di – Fr: 17:00 – 24:00 Uhr
Sa: 10:00 – 24:00 Uhr
So & Feiertag 10:00 – 22:00 Uhr
Frühstück Sa, So & Feiertag 10:00 – 14:00 Uhr

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Eine Antwort auf Severin – Verstecken

  1. Christina Nohl sagt:

    Ein kleiner Nachtrag:

    ein zweiter Besuch wurde heute in Angriff genommen – das Resultat: das Ambiente war wesentlich entspannter, das Personal unglaublich freundlich und zuvorkommend, das Essen war genauso gut wie das letzte Mal und eine Runde Trostkaffee wurde für uns ausgegeben! So hat es wirklich Spaß gemacht. Jeder hat eine zweite Chance verdient und unser Besuch hat bestätigt, dass es nicht immer auf den ersten Eindruck ankommt! Und wenn wir nicht wiedergekommen wären, wäre uns entgangen, dass es tatsächlich nett ist im Severin zu frühstücken!

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