Essen & Trinken – Essen

Selbstversorger Saat (c) Neumann stadtbekannt
Selbstversorger Saat (c) Neumann stadtbekannt

Selbstversorger in Wien

11. Juli 2014 • Essen

Experiment Selbstversorgung

Supermärkte meiden, auf Apotheken verzichten? Lebensmittel selber herstellen und verarbeiten?

Alternative Lebensformen treffen den Zahn der Zeit. Die meisten knüpfen an alte Traditionen und Weisheiten an. Doch ganz so einfach ist es nicht, plötzlich Selbstversorger zu sein.

 

Lisa und Michael

Aus der klassischen Arbeitswelt ausbrechen, eine Welt aus Überfluss und Konsum hinter sich lassen und dafür glücklich und zufrieden sein? Das junge Paar, Lisa und Michael, hat sich diesen Wunsch auf besondere Weise erfüllt. Vor knapp fünf Jahren, nachdem sie zuvor ordentlich „Selbstversorger- Erfahrung“ gesammelt hatten, wagten die beiden einen großen Schritt und leben seitdem auf rund 8000 m² Land in einem Haus im Südburgenland. Im Fokus steht dabei eine vegane und ökologisch korrekte Lebensweise. Streuobstwiesen, Gemüse- und Kräuterbeete und was die Natur sonst noch so her gibt, stellt für das mutige Paar die Hauptnahrungsquelle dar. Rezepte für saisonale Gerichte, eine Anleitung für Kuchen aus Sauerteig, wie man aus Melisse ein effektives Herpesmittel gewinnt, wie selbst gemachte Zahnpasta entsteht, Tipps rund um Garten und Wildpflanzen, um anschließend eine annähernde Selbstversorgung zu gewährleisten, aber auch politische Themen findet man genau dokumentiert auf ihrer Homepage. Neugierige können die beiden auch besuchen und gleich mit anpacken!

Selbstversorger Karotten (c) Neumann stadtbekannt

Selbstversorger Karotten (c) Neumann stadtbekannt

Selbst anbauen in Wien?

Die Motivation sich selbst zu versorgen ist eine Sache, die Umsetzung, wenn man zum Beispiel mitten im urbanen Wien lebt, eine andere. Nicht jeder hat ein Grundstück, einen Garten, geschweige denn einen Balkon zu Verfügung, auf dem sich zumindest die einen oder anderen Gemüse und Kräuter anbauen und ernten ließen. Für diejenigen, die vor schmutzigen, erdigen Händen und gärtnerischer Betätigung in freier Natur nicht zurückschrecken, bietet der Zentralverband der Kleingärtner Österreichs ein besonderes Schmankerl an. Jede Saison hat man die Möglichkeit eine 70 m² große Ernteparzelle zu mieten, auf der man sich für 105,- Euro anbautechnisch und anschließend erntetechnisch austoben kann. Erreichbar sind diese „Selbstversorger-Platzerl“ ganz einfach mit der U1, ein paar Gehminuten von der Station Leopoldau entfernt. Gartenwerkzeug nicht vergessen!

Selbstversorger Aepfel gruen (c) Neumann stadtbekannt

Selbstversorger Aepfel gruen (c) Neumann stadtbekannt

Legaler Mundraub

Obst und Gemüse ernten ohne einen Garten zu haben, kann man übrigens auch, dank dem Projekt „Mundraub“, in ganz Europa ja auch schon über die Grenzen hinaus sind Erntestandorte in eine sogenannte „Map“ eingetragen. Ausgestattet mit geeignetem Sammelzubehör kann man in Richtung der Wiener Parkanlagen aufbrechen: Maulbeeren aus dem Stadtpark, Marillen, Bärlauch und Holunder aus dem Prater, Haselnüsse und Kirschpflaumen aus dem Währingerpark. So könnte eine erfolgreiche Ausbeute aussehen. Am besten gleich ordentlich einpacken, damit man anschließend auch etwas zur Weiterverarbeitung hat.

Selbstversorger Eingelegtes (c) Neumann stadtbekannt

Selbstversorger Eingelegtes (c) Neumann stadtbekannt

STADTBEKANNT meint

Ganz so einfach ist das nicht alles plötzlich selbst herzustellen. Wer es mit der Selbstversorgung wirklich ernst meint: Nischen gibt es, man muss sie nur finden und dran bleiben!

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