Lifestyle – Skurriles

Kinder (c) Mautner stadtbekannt.at
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Schwarzbuch Namen muss her!

21. August 2013 • Skurriles

Schluss mit langweiligen Namen?

Alljährlich sorgt die Liste der beliebtesten Vornamen für österreichweites Gähnen: Zum erschütternden 17. Mal in Folge liegt Lukas auf Platz eins, Anna ist seit 1992 unter den Top Ten und auch mit den weiteren Topplatzierten – Hannah, Maximilian, Julia oder David – gewinnt diese Elterngeneration nicht unbedingt einen Kreativitätswettbewerb.

Doch beim aktuellen Gegentrend fragen wir uns, ob „ein bisschen langweilig“ nicht doch besser ist.

 

Jesus, geh und spiel mit Oma!

Denn in Österreich sind durchaus auch ungewöhnliche Namen erlaubt – so ist es etwa möglich, sein Kind Tuna, Girlie und Jesus zu nennen, während negativ konnotierte Namen wie Satan, Godzilla, Kain oder Bier (warum das?) nicht in Ordnung gehen. Nach dem ersten Aufatmen: „Gut, dass die Kinder hiervor verschont wurden!“ drängt sich aber der Gedanke auf: Wer sind diese Menschen, die ihr Kind Cerberus oder Oma nennen wollen?! Und wie kann man sich vor ihnen schützen?

 

Tarzan ist der neue Justin?

Beim Trend „kreative Namensgebung“ ist Deutschland wie so oft wegweisend für die Tendenzen in Österreich. Doch auch dieses Mal sollten wir uns fragen: wollen wir so Geschichte schreiben? Denn der Trend geht hin zu Markennamen (Pepsi, Sony), Figuren aus Film und Fernsehen (Legolas oder Tarzan ) oder Märchen (Rapunzel, Rumpelstielzchen). Das wohl Bedenklichste an dieser Trendwende ist aber, dass kein qualitativer Unterschied zwischen erlaubten und unerlaubten Namen zu erkennen ist – ja, manchmal erscheint die Klassifizierung gar als Beamtenwillkür!


„Der kleine Godpower sucht seine Mama“

Wer sich von der Masse abheben und ein wenig auf den Putz hauen will, kann sein Kind Godpower, Champagna (da wäre Bier wenigstens richtig geschrieben gewesen!) oder gar Popo nennen! Aus unerfindlichen Gründen ist es hingegen nicht erlaubt, ein Kind Crazy Horse, Schnucki oder Gastritis zu nennen. Warum sind Ikea, Wasa und Bluna O.K., während Porsche und Mc Donald verwehrt wurden? Geschmackliche Präferenzen des Beamten?

Welche Standesbeamten können mir erklären, was sie dazu veranlasst hat, Schokominza zu genehmigen, während Pfefferminze abgelehnt wurde? Peach: ja, aber Kirsche oder Joghurt: nein? Stecken Nahrungsmittelunverträglichkeiten hinter dieser Willkür? Und welche Eltern wollen ihr Kind Grammophon, Bierstübl oder Verleihnix nennen? Gibt es eine bürokratische Schnittstelle zum Jugendamt in solchen Fällen?
Wer denkt, der Horror hätte mit der Liste an Vornamen seinen Zenit erreicht, dem werden ein paar Schmankerl aus der Reihe „Nachnamen des Schreckens“ sicher gefallen.

 

„Hier Dr. Grausam, wie kann ich helfen?“

Wem also jetzt schon ein Schauer über den Rücken läuft und wer sich nach Rat bereits vor der der Geburt sehnt, sollte nicht davor zurückschrecken, die Gynäkologen Dr. Macho oder Dr. Spreitzer zu konsultieren. Lediglich bei Dr. Ramharter sind wir uns nicht ganz sicher.

Und wer befürchtet, diese Namensgräuel psychisch nicht verarbeiten zu können, sollte sich hilfesuchend an die PsychologInnen Dr. Fasel und Dr. Spinner wenden. Falls auch damit keine Besserung eintreten sollte, weiß die Heilpraktikerin Frau Funfack meist mit einfachen und altbewährten Mitteln Linderung zu bescheren!

 

Stadtbekannt meint

Wir sind der Meinung, Namen machen keine Leute, sonst würde Dr. Toth längst nicht mehr praktizieren, Wilma Streit hätte nur Ärger und Roman Tisch müsste immer Großpackungen Kerzen kaufen. Trotzdem: Augen auf bei der Namenswahl und vielleicht mal einen Blick in das hoffentlich bald erscheinende „Schwarzbuch Namen“ werfen!

Nadja Pospisil

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