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Schnecken (c) garteling
Schnecken (c) garteling

Schnecken: Experten-Tipps gegen die Gartenplage

16. August 2015 • Garten

Schnecken im Garten

Der Feind in unserem Beet – die Spanischen Wegschnecken: Ein berüchtigter Schädling, der den friedlichsten Gärtner zu einem rachedurstigen „Feldherrn“ werden lässt – und das im wahrsten Sinn des Wortes.

 

Was tun gegen den schleimigen Gartenschädling?

Pure Verzweiflung ist es, die uns antreibt, unsere jungen Setzlinge, frisch gewachsenes Gemüse und die saftigen Blütenblätter zu verteidigen. Dabei ist so manches Mittel recht, um die Schnecke Nimmersatt außer Gefecht zu setzen. So schreckt der eine oder andere sonst naturgesinnte Blumen- und Gemüsezüchter selbst vor der Chemiekeule nicht zurück, um die unaufhörlichen Fressattacken der Schnecken-Eindringlinge auf zartes frisches Grün zu stoppen. Wie sehr der Gifteinsatz allerdings das Gleichgewicht in unseren Gärten stört, ist vielen oft gar nicht bewusst.

Aber welche Maßnahmen helfen tatsächlich gegen Schnecken – ohne andere Tiere, die Natur und damit letztendlich uns selbst zu beinträchtigen? Doris Kampas, Bio-Gartenexpertin aus Niederösterreich, erzählte mir im Interview über das einzig nachhaltige Mittel gegen den schleimigen Gartenschädling.

Schnecken (c) gartenling

Schnecken (c) garteling

Halten Laufenten wirklich, was ihr sprichwörtlicher Appetit auf Schnecken verspricht? Wie erfolgreich sind Bierfallen gegen Schnecken? Ist Schneckenkorn die Lösung?Welche Nützlinge müssen wir unbedingt fördern, die als natürliche Feinde gegen die Schnecken eingreifen? Und haben wir überhaupt eine Chance, den alljährlichen Schnecken-Kampf jemals zu gewinnen?

Doris Kampas holt ein wenig aus und erklärt die Geschichte der Spanische Wegschnecke, die in den 1960er Jahren mit Gemüse- oder Obsttransporten nach Mitteleuropa eingeschleppt worden ist. Seitdem verbreitet sie sich ständig. Schließlich ist sie robust gegen heiße Sommer, und heimische Schneckenarten werden von ihr verdrängt, denn sie vermehrt sich rascher.

Grundsätzlich haben Schnecken viele natürliche Fraßfeinde, nur die Spanische Wegschnecke scheint unbesiegbar. Allerdings gibt es viele Tiere, die zumindest die Eier der Schnecken fressen. Dieser natürliche Kreislauf macht aber nur dann Sinn, wenn der Garten frei von chemisch-synthetischen Spritzmitteln und so gehalten ist, dass sich viel Pflanzenarten wohl fühlen – nur dann können sich die natürlichen Schnecken-Feinde vermehren: Insekten wie Glühwürmchen, Laufkäfer oder Aaskäfer, Eidechsen, Weberknechte, Raubspinnen und Vögel. Auch die Gehäuseschnecken, wie die Weinbergschnecken, fressen mit Vorliebe die Eigelege des schleimigen Eindringlings.

 

Don´ts and dos

Doris Kampas rät dringend ab, die Schnecken zu zerschneiden. Denn Nacktschnecken sind Aasfresser und der Geruch toter Schnecken lockt sie an. Diese Methode vermehrt die Schneckenplage also nur noch weiter. Die Schnecken in Salzwasser zu legen, ist hingegen eine besonders grausame Art, von der ebenso abzuraten ist. Weiter im leider-nein-Ranking rangieren Bierfallen. Auf diese Weise kommen die Schnecken, die ein empfindliches Geruchsorgan haben, sogar von weitem herbeigekrochen. Manche Schnecken verenden in den Bierfallen – die meisten genießen die frischen Blätter im Gemüsebeet. Laufenten sind ein weiterer wirkungsloser Mythos – weil so gut wie nicht umsetzbar in der artgemäßen Tierhaltung. Sie benötigen viel Auslauf und einen Teich zum Baden. Und: Sie wühlen für ihr Leben gern im Gemüsebeet. Neben dem Fressen von Schnecken haben Laufenten übrigens eine weitere Vorliebe: das Durchwühlen von Beeten. Ein Zaun um das Beet verhindert aber wieder, dass die Enten ihrer Aufgabe nachkommen, die Schnecken zu vertilgen.

Ein unerbittliches Nein besonders zu chemisch-synthetischem Schneckenkorn! Denn chemische Mittel verbreiten sich über die Nahrungskette auch zu anderen Tieren wie Igeln oder Vögeln, die die vergifteten Schnecken fressen. Außerdem können die Rückstände im Boden oder auf den Pflanzen dann auch auf das Gemüse übergehen.

Welches Mittel ist aber dann tatsächlich zu empfehlen, das Gärtnerinnen und Gärtner mit biologisch nachhaltiger Verantwortung einsetzen können? Die Gartenexpertin ist überzeugt, dass es nur eine einzige Maßnahme gibt, die hilft: Die Schnecken konsequent aussperren! Die unterschiedlichen Varianten von Schneckenzäunen und Hochbeeten mit Schneckenschutz aus Blech, Kunststoff oder mit minimaler Stromspannung gibt es bei Spezialisten für Gartenschädlinge. Blumen- und Gemüsebeete werden rundum mit einem Schneckenzaun geschützt.

Der entspannteste Zugang zu dem Schneckenproblem ist freilich, sich mit den Pflanzen und Gemüsesorten zufriedenzugeben, die die Schnecken meiden. Aber ganz ehrlich: Wer hat schon derartige Nerven aus Stahl, wenn es um den eigenen Garten geht…?

garteling.at wünscht viel Freude und Erfolg beim Garteln und Ernten!

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