Lifestyle – Skurriles

Sonne (c) STADTBEKANNT
Sonne (c) STADTBEKANNT

Sag mir wie du schwitzt und ich sag dir wer du bist!

28. Mai 2013 • Skurriles

Schweiß am Hemd, Schweiß an den Haltegriffen der Wiener Linien, Schweiß auf Bürostühlen, Schweiß so weit das Auge reicht. Das ist die Zumutung mit der sich Wien aktuell konfrontiert sieht. Doch was sagen die Schweißflecken eigentlich über unsere Persönlichkeit aus? Dieser, nicht ganz ernst gemeinten Fragestellung, widmet sich stadtbekannt im Folgenden.

Rohrschach-Test für Schweißflecken

Unauffällig schwitzend: Schwitzen ist für Sie ein intimer Akt körperlicher Entäußerung. Sie wählen gut abdeckende Farben für Ihre Kleidung und wechseln diese auch regelmäßig. Wenn Ihnen doch einmal eine Schweißperle entfleucht, so versuchen Sie diese möglichst unauffällig wieder los zu werden. Ein Schweißtuch ist Ihr ständiger Begleiter. Im öffentlichen Raum vermeiden Sie Haltegriffe, die Sie zwingen würden, Ihre, bei diesem Wetter unvermeidlichen Achselschweißflecken, der Öffentlichkeit zu präsentieren. Orte, an denen geschwitzt wird, meiden Sie und verbringen gerade in der heißen Zeit des Jahres möglichst viel Zeit zu Hause.

Unser Fazit: Sie sind eine graue Maus. Körperflüssigkeiten machen Ihnen Angst. Haben Sie sich eigentlich einmal überlegt, was das über Sie als MENSCH aussagt? Eben, husch husch zum Psychologen aber dalli. (P.S.: Wir sagen Ihnen das nur deswegen so forsch, weil Sie sich so leicht einschüchtern lassen!)

HygienikerIn: Wo Sie auftauchen, zieht eine Deowolke hinter Ihnen her, dass es einem die Tränen in die Augen treiben könnte In Ihrer Tasche tragen Sie Ersatzgewand gleich mehrfach mit sich mit, natürlich sieht es genau so aus, wie das was Sie tragen. Denn in unbeobachteten Momenten ziehen Sie sich rasch um. Ihr Motto ist: „Kein Fußbreit dem Schweiß“,und dafür tun Sie einiges. Sie halten sich körperlich fit, um die Schweißproduktion zu reduzieren, aber natürlich mit Schwimmen, um sich nicht selbst mit Ihrem menschlichen Makel, Schweiß, zu konfrontieren.

Unser Fazit: Sie haben einen schwereren psychischen Knacks und offensichtlich Sorge die Kontrolle zu verlieren. Die Welt ordnen Sie in Ihre Zwänge um sich Ihrer eigenen Verletzlichkeit nicht zu stellen. Aber ist das nicht eigentlich nur ein stummer Schrei nach Liebe? Denken Sie mal drüber nach!

Adipöse: Mamas (oder Papas) gute Küche haben Sie immer gerne genossen und seither auch nichts abgenommen. Der erkleckliche Schwimmreifen, der sich vor Ihnen bewegt, produziert Schweiß in einem Ausmaß, der BesucherInnen tropischer Regenwälder zur Ehre gereichen würde. Sie tragen luftige Gewänder, einerseits weil Ihnen jemand eingeredet hat, dass Sie das schlanker macht (stimmt nicht!), anderseits weil Sie in Ihrem tiefsten Innersten wissen,dass Sie schwitzen wie Sau. Das hilft aber nichts, wo Sie hingreifen wird es nass, wo Sie sich niederlassen, bilden sich Seen.

Unser Fazit: Haben Sie sich schon überlegt, warum sie schwitzen? Kann es sein, dass Sie das absichtlich machen? Weil die anderen Kinder Sie immer gehänselt haben und Sie keine Freunde haben? Weil Ihr Job scheiße ist, oder Sie Beziehungsprobleme haben? Aber, so nicht! Reißen Sie sich gefälligst am Riemen!

Sexy Salzränder: Modisch leben Sie das Motto „Schwarz ist das neue Grün“. Ob Regen oder Sonnenschein, Sie tragen immer schwarz. Warum? Entweder Sie sehen schwarz, oder finden das modisch einfach Top. Bei diesem Wetter bilden sich aber sexy Salzränder an Ihrer Kleidung. Sie mögen ja glauben, dass Sie so etwas Farbe in ihr Leben bringen, wir nicht!

Unser Fazit: Salzränder sind nicht sexy, Sie bringen keine Farbe in Ihr Leben und zeigen auch nicht, dass Sie ja doch hie und da auch etwas anderes als schwarz tragen. Wie wäre es statt dessen einmal mit Kleidung in bunt? Das erschreckt Sie jetzt? Nur Mut!

Demonstrativ Schwitzend: Schon als Kind wollten Sie LokomotivführerIn oder BauarbeiterIn werden? Die Vorstellung schweißtreibender Arbeit erfüllt Sie mit Freude und dem einen oder anderen unanständigen sexuellen Hintergedanken? Feinripp oder andere körperbetonte Kleidung tragen Sie in Wirklichkeit nur, damit Ihnen andere beim Schwitzen zusehen können. Wenn Sie in die U-Bahn steigen, sind Sie ein wandelnder Schweißball und die Mitreisenden zucken zurück, auch in der Arbeit sieht es kaum anders aus.

Unser Fazit: Nein, die anderen sind nicht von Ihre Düften so verwirrt (oder sexuell erregt), dass Sie unbewusst zucken, Sie ekeln sich schlicht und ergreifend! Sie sind ein wandelndes Hindernis und Grund für die allgemein schlechte Laune in der Stadt. Bestimmt ist das auch ansteckend und deshalb Mitschuld an der allgemeinen wirtschaftlichen Depression. Machen Sie, statt alle runter zu ziehen, doch einfach ihre Träume war! Werden Sie BauarbeiterIn, oder lenken Sie eine Lok. Hauptsache Sie gehen uns aus den Augen.

Ich weiß was du gestern geschwitzt hast: Die Nacht U-Bahn bringt uns alle heim. Die einen früher, die anderen später. Und dann gibt es auch noch Sie. Während Wien zur Arbeit fährt, trällern Sie munter „Heut bin ich wieder fett wie ein Radierer“. Ihre körperlichen Ausdünstungen sind ein Mischmasch aus dem, was sie gestern getrunken haben. Was das war, wissen Sie wohl selbst nicht mehr. Menschen mit feinem Geruchssinn werden auch noch einen Hauch der Käsekrainer von Gestern in ihren Ausdünstungen erkennen können.

Unser Fazit: Sie Egosau Sie! Können Sie den Vollrausch nicht auf nächste Woche verschieben? Wie viel mussten Sie überhaupt trinken, damit Sie ihre eigenen Ausdünstungen ertragen können?
Von Beruf sind Sie sicherlich BankmanagerIn, oder verdienen Ihr Geld mit dem versenden von Viagra Spam Mails. Ihr Auto ziert das schöne Logo „Mein Auto fährt auch ohne Wald“ und Margaret Thatchers Spruch „there is no such thing as society“ ist Ihre Lebensmaxime. Ganz ehrlich, Sie sind eine Zumutung! Dass Sie ein psychopathischer Egomane sind sagt Ihnen nur niemand, weil Sie dann ausrasten. Machen Sie doch mal etwas sinnvolles in Ihrem Leben und retten zum Beispiel Babyrobben. Wo die leben, wird auch nicht so viel geschwitzt.

Die sich Aufgebenden: Gut, anfangs verwendeten Sie noch Deo, wechselten Ihre Kleidung regelmäßig und auch geduscht wurde ab und an. Doch die Hitze ließ nicht nach und forderte ihren Tribut. Ihre Kräfte schwanden und jetzt haben Sie sich aufgegeben. Sie schwitzen nicht aus Überzeugung, aber bei 37 Grad denken Sie sich, was soll man da noch machen?

Unser Fazit: Aufgegeben wird nur ein Brief, sagt der Volksmund, auch wenn er keine Briefe mehr verschickt. Ja 37 Grad sind eine Herausforderung, aber an Herausforderungen kann man wachsen. Stehen Sie auf wenn Sie am Boden liegen! Wechseln Sie ihr Gewand, wenn Sie es bereits auswringen können! Bestimmt gibt es irgendwelche unaufgearbeiteten Probleme in ihrer Kindheit, die Sie so rasch resignieren lassen. Stellen sie sich doch Ihren Problemen und suchen Sie professionelle Hilfe auf, oder gründen wenigstens eine Selbsthilfegruppe der sich selbst aufgebenden SchwitzerInnen!

Heut schwitze ich wie ein Wasserfall: Sie glauben wohl Bikram Yoga ist gesund und laufen ganz generell bei tropischer Hitze zu körperlicher Höchstleistung auf. Wenn Sie nicht wieder einmal Ihr Kreislauf zu Boden gehen lässt, sind Sie sicher gerade dabei, sich grotesk zu verbiegen, oder Ihre Ausdauer zu steigen. Dass Sie schwitzen wie ein Wasserfall, halten Sie für ein Zeichen körperlicher Ertüchtigung. Aber nur weil Ihr Körper ihr Tempel ist, müssen Sie ihn ja nicht gleich fluten!

Unser Fazit: Wissen Sie eigentlich, dass große Teile der Niederlande unter Wasser stehen würden, wenn es keine Dämme gäbe? Verfahren sie doch mit Ihrem „Tempel“ genau so. Und wenn Sie sich selbst schon nur unter dem Motto „No pain no gain“ akzeptieren können, so fluten Sie doch nicht alle anderen mit. Bitte, Danke!

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