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Roxxxy der Sex-Roboter

26. Mai 2010 • Lifestyle1 Kommentar zu Roxxxy der Sex-Roboter

Roxxxy soll wohl die Gummipuppe ersetzen und der erste voll funktionstüchtige Sex-Roboter sein.

Direkt nach der CES der Consumer Eletronic Show, der größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik, findet die Adult Entetainment Expo statt. Auf dieser hat die US-Firma TrueCompanion den ersten Sex-Roboter vorgestellt. Roxxxy soll in einer männlichen und einer weiblichen Variante ausgeliefert werden und in verschiedensten Hauttypen und „Persönlichkeiten“ vorliegen. Bisher bekannt sind die „Persönlichkeiten“ Wild Wendy und Frigid Farah, die klassischen Klischees der Pornografie entsprechen.

Roxxxy enthält einen Laptop und kann via Internet upgedatet werden. Insbesondere ihr Konversationswortschatz soll dadurch ständig erhöht werden. Denn für TrueCompanion ist zumindest vorgeblich, die Kommunikationsfähigkeit ebenso wichtig wie die sexuellen Verwendungsmöglichkeiten des Roboters. Nicht umsonst wird mit dem Spruch „always turned on and ready to talk and play“, geworben.  

Konversationen zu simulieren ist einfacher, als man sich oft denkt. Schon simplen Chat-Pots, die nichts anderes machen als Antworten als Fragen zurück zu spiegeln, haben unzählige Menschen ihre ganze Lebensgeschichte „erzählt“.
Roxxxy soll 7000 bis 9000 Dollar kosten und schon in den kommenden Monaten verkauft werden. Billig ist Roxxxy damit nicht, aber auch die ersten Autos waren teuer, ob ein Sex-Roboter erfolgreich verkauft werden kann, ist damit jedenfalls noch nicht gesagt.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Pornoindustrie neue Technologien massentauglich macht. Das sich VHS gegen Video 2000 durchsetzen konnte ist wohl ein Verdienst der Pornoindustrie und auch bei Blue Ray, der massenhaften Verwendung des Internets, bis aktuell zur Durchsetzung von Micro USB, hat die Pornoindustrie eine entscheidende Rolle bei der Etablierung neuer Industriestandards und Massenmedien.

Es würde nicht überraschen, wenn es bei Robotern nicht anders wäre. Wenn die ersten Roboter für den Massenmarkt, zumindest außerhalb Japans, Sex- und nicht Haushaltshilfe-, oder Altenpflegeroboter wären. Die Vorstellung ist sicherlich für viele erschreckend und manch eine/r wird einwenden, dass Roboter Sex doch niemals wie der echte Sex sein könne. Aber ist das wirklich so? Haben wir nicht vor 10 Jahren über das Internet das selbe gesagt? Die echte Information, der etablierten Zeitungen, wird es niemals ersetzen können. Und jetzt geht weltweit eine Zeitung nach der anderen ein und das Internet ist längst Informationsmedium Nr.1 der jüngeren Generation.

Momentan sieht Roxxxy noch aus wie eine Mischung aus einer Neandertalerin und einer Plastikpuppe. Aber wenn man sich vorstellt, dass unglaublich viele Menschen noch vor einigen Jahren elend lange Wartezeiten auf sich nahmen um Pornografie über das Internet zu konsumieren so zeigt sich, dass bei sexuellen Interessen der Reiz des neuen offenbar den Mangel vorhandener Unausgereiftheiten überwiegt. Sollte sich das Produkt durchsetzen, so wird es mit jeder neuen Generation besser der menschlichen Physis und den Bewegungabläufen nachempfunden werden können. Wer daran zweifelt, möge sich beispielsweise die Bewegungsabläufe von Fußballern in einem aktuellen Fußball Konsolengame ansehen. Die Bewegungsabläufe der Sportler werden aufgezeichnet und digitalisiert. Warum sollte das selbe mit sexuellen Interaktionen nicht auch möglich sein?

Ist der Massenmarkt erst etabliert sinken die Preise in weiterer Folge höchst wahrscheinlich. Die Sex-Roboter verbessern sich laufend und sind bald in unzähligen Haushalten zu finden. Sex-Roboter Roxxxy ist deshalb mehr als eine skurrile Meldung aus dem Internet. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich dabei um einen Vorboten der Zukunft der Pornografie handelt.

Die Spielarten menschlicher sexueller Handlungen sind zwar fast unendlich facettenreich, aber das hat die Pornoindustrie bisher ja auch nicht daran gehindert in ihrer Mainstream Spielart, ein höchst eingeschränktes Angebot zur Verfügung zu stellen. Über Absatzschwierigkeiten konnten sie zumindest bis zur Durchsetzung von Breitband Internet, dennoch nie klagen. Das wirft viele Fragen auf und wird die Menschen mit völlig neuartigen moralischen und ethischen Fragen konfrontieren. Es birgt die Gefahr, dass ähnlich wie in weiten Teilen der Pornografie dümmliche Geschlechterstereotype produziert werden, ja das sich dieser Umstand sogar weiter verschlimmert. Aber es ist per se weder eine positive noch eine negative Veränderung, sondern schlicht eine Veränderung. Denn unzähligen Alleinstehenden, körperlich Behinderten, Einsamen, oder sonst aus irgend welchen Gründen ohne sexuelle Interaktionen lebenden Menschen, würden Sex-Roboter diese Möglichkeiten eröffnen. Andererseits werden wir dann vielleicht auch erste Mensch-Roboter Beziehungen erleben, Menschen die Roboter ihren PartnerInnen vorziehen, oder Ähnliches.

Sollte Roxxxy der erste Roboter für den Massenmarkt sein, so wird es bald auch andere Roboter in unseren Haushalten geben. Sie werden putzen, kochen, aufräumen und vieles anderes tun, was uns lästig ist. Auf VHS Kassetten wurde ja auch nicht nur Pornografie konsumiert.

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Eine Antwort auf Roxxxy der Sex-Roboter – Verstecken

  1. hard sagt:

    bi
    das beste wäre ein/e bisexuelle roboter/in, der/die dem jeweiligen partner bei bedarf zur seite steht, sodass der sexdruck aus (langjährigen) beziehungen wegfällt. wenn der/die roboter/in dann auch noch putzt und kocht – und sich dabei verführen lässt, ist es perfekt, und wir können uns den wichtigen fragen des lebens oder der beziehung widmen…

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