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Ringo Starr
Ringo Starr

Ringo Starr, Manson und Dylan: malende Musiker

4. Juli 2013 • Kultur6 Kommentare zu Ringo Starr, Manson und Dylan: malende Musiker

Warum malen so viele Musiker?

Und: wen interessiert das eigentlich?

Tausche Gitarre gegen Pinsel: etliche auf ihrem Sektor sehr erfolgreiche Musiker vergreifen sich irgendwann in ihrer Karriere auch an Farbe und Leinwand. Die Liste klingt wie ein Who is Who: Bob Dylan, Marilyn Manson, David Bowie und viele mehr haben schon versucht, sich durch die Malerei eine Art zweites Standbein zu schaffen. Aber: warum malen so viele Musiker, und wen interessiert das eigentlich wirklich?

 

Ringo Starr

Ringo Starr präsentiert ab und an neben einem Album auch seine großformatigen Pop-Art Bilder, zum Beispiel vor einigen Jahren sogar in der Wiener Innenstadtgalerie „Fine Arts“. Die Bilder, die der Ex-Beatle auf dem Computer produziert und die sich sichtlich an Keith Haring und Andy Warhol orientieren, sprechen für sich: beliebige Motive und Friedenssymbole, augenscheinlich in MS Paint „gemalt“ und anschließend ausgedruckt, lassen Adjektive wie „uninspiriert“ oder „banal“ in den Kopf schießen. Die Preisspanne der Werke liegt zwischen 1.000 und 6.000 Euro, eigentlich noch relativ günstig – und der Erlös geht an Starrs Wohltätigkeitsstiftung.

 

Marilyn Manson und Bob Dylan

Zwei weitere Vertreter der malenden Musikerzunft finden sich mit Marilyn Manson und Bob Dylan: ersterer hatte mit seinen Aquarellen sogar einmal eine Ausstellung in der Wiener Kunsthalle, letzterer malt schon seit langem und stellt immer wieder international aus. Und während man Dylan und Manson (im Gegensatz zu Starr) ein gewisses Talent nicht ganz absprechen kann, gilt trotzdem: ohne den hohen Bekanntheitsgrad der drei (für diesen Artikel exemplarisch herausgepickten) Herren würden deren Bilder wohl höchstens in den Wohn- und Schlafzimmern ihrer Eltern und Großeltern hängen.

Man könnte diese Tatsache zwar als subversives Statement wider die „verlogene Kunstszene“ gelten lassen, als Beweis, dass man mit einem großen Namen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Leute findet, die auch die banalsten Kritzeleien als große Kunst titulieren und ausstellen würden – allerdings ist das Erbringen dieses Beweises wohl eher Begleiterscheinung als Intention der „Künstler“.

 

Aber was ist dann eigentlich die Intention?

Finanzielle Anreize stehen wohl kaum im Mittelpunkt: Dylan, Manson und Co haben derart ausgesorgt, dass sie das Steckenpferd Malerei auch ohne jeden Gewinn als reine Spielwiese, als Ausleben einer Neigung betreiben können – aber wenn das Malen nur Hobby ist, warum dann die ständigen Ausstellungstätigkeiten und die Medienauftritte als „bildende Künstler“? Streben die Herrschaften Musiker nur nach Anerkennung in höheren Sphären als in der in „Intellektuellenkreisen“ ja eher wenig angesehenen Branche der Popmusik?

Oder anders gedacht: denkt ein Ringo Starr wirklich, dass in ihm ein großer Künstler steckt? Dagegen könnte man jedenfalls die Beliebigkeit und Leere der Motive halten, die nicht gerade als Manifestation eines großen inneren Drangs sich bildnerisch auszudrücken zu verstehen sind. Oder sind die Malenden durch ihren musikalischen Erfolg so berauscht, dass sie nun denken, alles zu können – und malen ist ja bekanntlich einfacher als Bücher zu schreiben, zumindest wirkt das auf den ersten Blick so.

Die Suche nach den Gründen bleibt Spekulation, aber noch etwas bleibt zu bemerken: so richtig durchschlagenden Erfolg hatte bisher noch keiner. Aber warten wir auf Lady Gaga; es ist wohl nur eine Zeitfrage bis sie auf den Pinsel umsteigt.  (rmd)

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6 Antworten auf Ringo Starr, Manson und Dylan: malende Musiker – Verstecken

  1. hootenanny sagt:

    absolut richtig
    absolut richtig. aber vielleicht kauf ich mir ja doch einen ringo, 1000 euro ist ja ein pappenstiel.

  2. mercury sagt:

    GAGA
    gott behüte uns sollte die gaga jemals beginnen zu malen, ich habe schon jetzt angst vor den abspritz-feuerwerken des feuilletons.

  3. brandstetter sagt:

    helge picasso
    helge schneider zeichnet toll. für sein bild "erotische zeichnung" aus seiner ersten autobiographie (die er mittlerweile revidiert hat) würde ich sehr viel ausgeben. Für einen Ringo weniger.

  4. tina sagt:

    ringo bashing?
    also so scheiße sind die ringo bilder jetzt auch nicht – da hängt im MUMOK genausoviel müll.

  5. starkid sagt:

    malende musiker bashing..
    also, (bekannte) musiker, die auch malen, sind ja jetzt an sich nix verwerfliches – ich finde es an und für sich nicht ungewöhnlich, wenn sich kreativität in verschiedener art und weise ausdrückt. fraglich wirds eher, wenn galeristen/ausstellungshäuser mit den nahmen berühmter leute aufmerksamkeit heischen wollen. ich find also, man muss das eher aus einer anderen perspektive kritisch sehn.

  6. nihil baxter sagt:

    bashing
    malende musiker werden am ende des tages so rar sein wie röhrende hirsche. röhrende hirsche, in all ihrer poesie, sind auch nur fähnchen im winde. dylan, o röhrender hirsch: zeichne uns die heilige maria, auf dass sie weinen möge tränen voller geilheit!

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