Lifestyle

Buffalo

Retro mal anders

19. Jänner 2014 • Lifestyle

Retro, wohin das Auge blickt.

An jeder Ecke wird jenen Dingen wieder Leben eingehaucht, die Omi und Opi früher einmal schick fanden. Stadtbekannt freut sich bereits jetzt auf die Wiederauferstehung feinster Produkte, die einige – wahrscheinlich leider noch nicht lang genug zurück liegende – Jahre lang das Wiener Stadtbild geprägt haben.

Second Hand, Retro, Second Hand, Retro – es ist eine Art Endlosschleife an Läden, Flohmärkten und Events, die sich alle der Huldigung und dem wieder-Aufleben-lassen jener Modetrends verschrieben haben, die noch wenige Jahre zuvor als untragbar galten. Waren beispielsweise „Karottenhosen“ in den 90ern noch eher etwas, das man entweder gut verpackt im hintersten Winkel seines Kellers versteckt oder gleich überhaupt verschwinden hat lassen, so hängen sie heute nicht nur in jedem Second Hand Shop, sondern auch an den Stangen der handelsüblichen Mariahilfer Straßen-Geschäfte. Nur der Name hat sich freilich geändert, „Skinny“ und „Super Skinny“ heißen die Hosen jetzt und zollen mit dem Anglizimus der ihnen natürlich zustehenden Hipness Tribut.

Wer hätte sich gedacht, dass Dinge wie etwa Omis Strickpullover einen zweiten Frühling erleben werden dürfen? Und gibt es eine ungeschriebene Regel, wie viel Zeit vergehen muss, damit etwas Ausgestorbenes plötzlich wieder schick, tragbar und salonfähig wird?

Wir haben eine kleine, aber feine Liste an besonders hübschen Dingen zusammen gestellt, von denen sicher fast jeder zumindest eines hatte und vor einigen Jahren unauffällig und leise entweder in einer Humana-Box, im Mistkübel oder im Keller versenkt hat – und freuen uns bereits jetzt auf ihre Wiederauferstehung!

 

Schuhe: Buffalo, Fila und Doc Martens

Die Dreifaltigkeit dieser Schuhe prägte das Wiener Stadtbild lange Zeit in allen erdenklichen Variationen. Kreischend drängten sich Mädchen um die neuesten, blau und silber glitzernden Buffalos und bei der Version für die Hartgesottenen, nämlich jene mit geschätzt 15 Zentimeter hohem Riesenhuf als Absatz, kannte die Hysterie gar kein Ende mehr – bis die ersten feststellten, dass Gehen damit ein Ding der Unmöglichkeit ist und sich reihenweise die Knie an Straßenbahnschienen aufschlugen. Fila war besonders in den kälteren Monaten sowohl für Männlein, als auch für Weiblein ein absolutes Must-Have, klassisch in einem lulu-farbenen Gelbton. Ein wenig alternativer und fast schon als Revolte zu sehen war die dünklere, kaka-farbene Version. Um die Coolness zu vollenden, hatte man schlussendlich noch Doc Martens im Schrank, bevorzugt in fetzigem Orange.

 

Jacken: Fubu und Fishbone

Obgleich die überdimensionale und überaus geschmackvoll und kreativ genau in die Mitte der Textilien geklatschte Fischgräte natürlich nicht bloß in Jackenform präsent war, waren besonders die Jacken heiß begehrte Ware. Beim Kauf hatte man die Qual der Wahl, im Gegensatz zum folgenden Punkt „Rucksäcke“ gab es keine ideologische Besetzung der Marken, bloß die optische Vorliebe spielte eine Rolle: Wollte man sich als der noch fettere Bruder vom Michelin-Männchen von Punkt A nach B bewegen (dann wählte man Fubu), oder präferierte man die Pflege eines gesamtheitlichen Bildes im Gräten-Style (dann wählte man Fishbone).

 

Rucksäcke: Eastpak und Jansport

Es tobte eine erbitterte Schlacht auf den Straßen Wiens, es war quasi ein ideologischer Kampf, in dem es nur einen Sieger geben konnte – und dieser hieß entweder Eastpak oder Jansport. Ähnlich wie im Kampf zwischen der amerikanischen Eastcoast und Westcoast konnte man nur einer Seite angehören, Besitzer sowohl eines Eastpak-, als auch eines Jansport-Rucksackes konnte man nicht ernst nehmen. Gründe für die Entscheidung zu finden, glich einer einmaligen Lektion in Sachen Kreativität. Bis auf den Ledereinsatz bei Jansport und die Platzierung des Eastpak-Logos auf dem unteren, kleineren Rucksackfach hätten die beiden Rucksack gewordenen Ausgeburten an kreativer Design-Schaffenskunst eineiige Zwillinge sein können. (Obwohl der Eastpak natürlich cooler war!) Wer noch ein wenig weiter gehen wollte und mit den großzügigen zwei Fächern der Rucksäcke nicht zufrieden war, konnte sich, farblich abgestimmt, noch mit einem Bauchtäschchen des jeweiligen Herstellers ausstatten – und wer dem I-Tüpfelchen noch nachziehen wollte, griff auf das unfassbare Sortiment von Nici-Anhängern in Form von Schaf oder Ente zurück.

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