Wien – Grätzltipps – 6. Mariahilf

Mariahilfer Straße (c) STADTBEKANNT
Mariahilfer Straße (c) STADTBEKANNT

Quer durch Mariahilf

6. Juni 2016 • 6. Mariahilf, Stadtspaziergänge

Vom WC bis zur U-Bahn

Ein Spaziergang wartet auf euch, der uns nicht nur zu schmackhaftem Essen und interessanten Shops führt, sondern auch ganz bestimmt die ein oder andere Information zur Weiterbildung für euch bereit hält. Von der kulturellen WC Anlage über ein etwas ungewöhnliches Museum bis hin zum gemütlichen Trödeln am Naschmarkt-Flohmarkt. Viel Spaß beim Entdecken!

Mariahilfer Straße Fußgängerzone (c) STADTBEKANNT

Mariahilfer Straße Fußgängerzone (c) STADTBEKANNT

Kabarett und Erdnusssoße

Eigentlich fängt unsere Tour an der Amerlingstraße an, die als Fortsetzung der Neubaugasse an der Kreuzung mit der Mariahilfer Straße beginnt und nach Süden führt. Aber trotzdem möchten wir euch zwei Orte nicht vorenthalten. Sie befinden sich beide fast am selben Ort, also wer den einen findet, der profitiert gleich doppelt. An der Mariahilfer Straße 81 führt ein langer Weg zu einem kleinen Innenhof und je nach Wetter auch Gastgarten. Es handelt sich hierbei um das asiatische Restaurant Soya, wo Sushi und Nudelgerichte zu günstigen Preisen serviert werden. Außerdem könnt ihr hier die mit Abstand beste (!!!) Erdnusssoße in ganz Wien bestellen. Solch preisende Worte sind natürlich höchst subjektiv zu verstehen – dennoch probiert muss man sie haben! Nach der Soßen-Verkostung habt ihr dann auch gar nicht mehr weit zum Stadtsaal. Ein Ort für Kabaretts, Theater und gute Laune, den ihr eventuell am Ende unserer Tour wieder aufsuchen könnt.

Soya (c) STADTBEKANNT

Soya (c) STADTBEKANNT

Jetzt geh’n nochmal alle auf’s Klo und dann reiten wir los!

Ihr kennt das – man muss garantiert dann aufs Klo, wenn gerade keines in der Nähe ist. Das ist dann besonders ärgerlich, wenn man sich auf einer spannenden Tour zwischen Mariahilfer Straße und Linker Wienzeile befindet. Deswegen: Lieber gleich nochmal die Blase entleeren. Und zwar in der öffentlichen WC Anlage in der Amerlingstraße, die 1913 von Wilhelm Beetz errichtet wurde und heute als denkmalgeschütztes Jugendstil-Klo immer noch erhalten ist.

Geschafft? Na, dann los geht’s!

 

Amerling, Amerling

Wir befinden uns also nach wie vor an der großen Kreuzung zwischen Amerlingstraße, Mariahilfer Straße und Neubaugasse. Sie ist sogar mit Ampeln ausgestattet, die jedoch gerne sowohl von Fußgängern als auch von Radfahrern ignoriert werden. Nur manchmal schummelt sich der 13A durch und da weichen dann doch alle. Vor uns führt die Amerlingstraße leicht bergab und schräg links sitzen ein paar Kaffeetrinker im Schanigarten des Café Ritter, das sich schon seit 1867 einen Namen macht. Traditionell wienerisch und das einzige seiner Art auf der Mariahilfer Straße.

Mariahilf Cafe Ritter (c) STADTBEKANNT

Mariahilf Cafe Ritter (c) STADTBEKANNT

Für uns geht es aber karibisch weiter, denn wir schauen uns die kleine Bar Keke’s genauer an. Ein schmales Lokal, das mit afro-karibischen Genüssen aufwartet und wo auch manchmal musikalische Live-Acts Gäste anlocken. Definitiv ein Tipp für alle, die ein bisschen Karibikluft schnuppern möchten.

Gegenüber erspähen wir ein sehr auffälliges Geschäft. Pink und rot und mit Herzen verziert, ist die Fassade für keinen zu übersehen. Das Geschäft heißt passenderweise Herzilein und dort findet man ausschließlich Dinge, die das Herz erfreuen. Süße Stoffe, kleine Püppchen, Nähzeug, Kindermode – alles mögliche! Wen die Nählust schon beim Stöbern packt, der sollte sich überlegen, dort einen Nähkurs zu besuchen.

Herzilein drei Puppen (c) stadtbekannt.at

Herzilein drei Puppen (c) stadtbekannt.at

Jetzt befinden wir uns auch schon direkt am Amerlinggymnasium, an dessen Standort früher einmal das Sommerpalais Albrechtsburg, dann in Palais Kaunitz umbenannt wurde und zu guter Letzt als Esterházypalais bekannt, zu finden war. Die jeweiligen Besitzer mussten aus verschiedenen Gründen ihr Eigentum weiterverkaufen, bis schließlich im Jahr 1868 auch die Familie Esterházy aus finanziellen Gründen das Gebäude an die Stadt Wien verkaufte. So blieb es noch viele Jahre bestehen, bis schließlich im Jahr 1970 das Palais abgerissen und Platz für den Neubau des Amerlinggymnasiums gemacht wurde. Die Schule, die hierher verlegt wurde, bestand schon seit dem Jahr 1854 und ist somit die älteste Wiener Gemeindemittelschule.

Amerlingstraße (c) STADTBEKANNT

Amerlingstraße (c) STADTBEKANNT

Mit Stil und Vernunft

Bevor wir uns aber zu sehr in der Geschichte verlieren, bahnen wir uns einen Weg durch die Damböckgasse direkt in die Esterházygasse und setzen hier unsere Reise gen Süden fort.

Ein Blick nach rechts lässt uns noch einmal zur Mariahilfer Straße hinaufschauen. Wir sehen das Hotel Fürst Metternich, das in eine vergangene Zeit entführt und den Gast nicht nur zum Wohnen, sondern tatsächlich zum Residieren einlädt. Dort, im Kellergewölbe ist außerdem auch Platz für Besucher, die nicht im Hotel Fürst Metternich übernachten. Das Barfly’s ist eine Cocktailbar, wo man am liebsten nur mit Taschenuhr und edlem Gehstock hinein möchte. Hier gibt’s keinen Sex on the Beach, sondern Whiskey, Brandy und den Rest der edlen Tropfenfamilie. Trinken mit Stil. Jetzt fehlt nur noch die Zigarre. Ach nein, Moment – die gibt’s ja auch!

Wir sagen ja generell nicht nein zu edlen Tropfen, aber so mitten am Tag ist wohl doch ein Besuch beim nat’naa gleich neben dem Hotel Fürst Metternich angebrachter. Dort gibt’s erstmal Gesundes aus Jamaika und Äthiopien. Hausgemacht und vegetarisch beziehungsweise vegan und das perfekte Mittagessen!

natnaa Restaurant (c) STADTBEKANNT Fontanesi

nat’naa Restaurant (c) STADTBEKANNT

Hat da jemand Vernunft gesagt?

Der Blick richtet sich nun etwas weiter nach unten und da erspähen wir einen Ort für Selbstliebe. Alles, was man sich für die romantisch, erotische Ein- oder Zweisamkeit wünscht, findet man in dem Geschäft namens Liebenswert. Als Ingrid Mack 1994 mit dem Condomi das erste Kondom-Fachgeschäft Europas eröffnete, stand für sie vor allem im Mittelpunkt, die Tabuthemen Sex, Selbstliebe und Verhütung salonfähig zu machen und als offener Ansprechpartner ohne Vorurteile zur Verfügung zu stehen. Heute gibt es sowohl das Condomi in der Otto-Bauer-Gasse noch, als auch das Liebenswert, das sich auf Liebesfragen für Frauen spezialisiert hat. Außerdem kann man in den Hinterräumen des Liebenswert eine bewundernswerte Sammlung an Kondomen jedes Zeitalters bewundern. Das Condomi-Museum ist einmal eine etwas andere Art von Bildung!

Falls euch der Besuch bei Liebenswert nicht auf andere Gedanken gebracht hat setzen wir unseren Spaziergang durch Mariahilf fort.

 

Quer durch Mariahilf

Start: Amerlingstraße (Kreuzung Neubaugasse/Mariahilfer Straße)
Amerlingstraße – Damböckgasse – Esterházygasse – Magdalenenstraße – Linke Wienzeile
Ende: Kettenbrückengasse U4

Hotspots

Stadtsaal
Mariahilfer Straße 81

Soya
Mariahilfer Straße 81

Café Ritter
Mariahilfer Straße 73

Condomi Museum / Liebenswert
Esterházygasse 26

Hotel Fürst Metternich / Barfly’s
Esterházygasse 33

Nat’naa
Esterházygasse 31

WC Anlage
Amerlingstraße

Keke’s
Amerlingstraße 15

Herzilein
Amerlingstraße 8

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