Lokalführer – Aus aller Welt

punks Lokaleingang (c) STADTBEKANNT Nohl
punks Lokaleingang (c) STADTBEKANNT Nohl

punks

3. Juni 2015 • Aus aller Welt

Ein Restaurant ohne Konventionen

Im punks in der Florianigasse kocht Silent Cook Patrick Müller ohne viele Konventionen, ohne viel Designerschick und ohne viele Worte! Aber braucht es denn auch wirklich mehr als gutes Essen, Prosecco vom Fass und gute Stimmung?

punks Lokal (c) STADTBEKANNT

punks Lokal (c) STADTBEKANNT

Kellner oder Koch?

Es gibt da so eine Theorie, von der wir letztens gehört habe. Wenn man sich in der Gastronomiebranche für einen Job entscheiden muss, dann wählt derjenige, der es mit verbaler Kommunikation nicht so am Hut hat und sich etwas schwerer tut mit Schmäh führen, die Ausbildung zum Koch (und nicht zum Kellner). Beim Kochen muss man schließlich nicht reden. Ob das der Beweggrund war, warum Patrick Müller zum Silent Cook wurde, der im Fernsehen als eben solcher bekannt wurde, weiß ich nicht. Jedenfalls entspricht sein Lokal in der Florianigasse im Achten ganz seinem Stil.

punks Menü (c) STADTBEKANNT

punks Menü (c) STADTBEKANNT

Weg mit den Konventionen! Her mit dem guten Essen!

Unkonventionell wie schon Patrick Müllers Frisur und der Name des Lokals „punks“ verrät, geht es hier eben nicht darum irgendwelchen gesellschaftlichen Vorstellungen zu entsprechen. Das kleine Lokal mit einer Bar, den Backsteinwänden, einem begehbaren Weinschrank, und dunklen Tischen und Sesseln wie beim Griechen war einmal eine Vinothek und wurde wie es scheint auch nicht großartig verändert. Die Stühle im Schanigarten davor sehen aus als hätte sich ein Zweijähriger mit Wachskreiden ausgetobt, was seine stolze Mami natürlich aber cool fände (nur bitte nicht auf den eigenen Sesseln!). Das aktuelle Menü wurde schlichtweg mit Edding auf einen Teller geschrieben, die Getränkekarte ist da, wo im Lokal noch Platz gefunden wurde, einfach auf einer Leiste über dem Eingangsbereich. Die Küche besteht aus zwei mobilen Kochplatten und der Bar, die zum anrichten dient. Rhythmische Musik, tolle Stimmung und allen voran kompromisslos gutes Essen sind hier zu finden.

punks Sessel (c) STADTBEKANNT

punks Sessel (c) STADTBEKANNT

Prosecco vom Fass und Lammhoden

Das Prinzip ist schnell erklärt. Es gibt kleine Portionen verschiedener Gerichte (ja genau, Tapas) und dazu, wenn man will, einen Korb mit Brot. Auch hier zeigt sich das vielleicht sogar schon etwas provokative Verhalten von Patrick Müller, der neben braveren Gerichten, wie allerlei Gemüsearten auch Lammhoden oder Lammzunge anbietet. Zugegeben, wir sind beim Essen nicht immer die Mutigsten, daher haben wir uns für die braven Fisolen, den Salat und den Spargel entschieden. Die waren in jedem Fall exzellent: das Gemüse frisch, auf den Punkt gegart und geschmackvoll, der Salat aus bunt gemischten Blättern, knackig und mit einem leichten, frühlingshaften Dressing. Dazu gab es hausgemachte Limonade und Prosecco vom Fass. Die beiden Getränke werden einem gleich zu Beginn empfohlen und dieser Empfehlung sollte man auf jeden Fall nachkommen! Vor allem der Prosecco war ehrlich gesagt der beste seiner Art, den wir jemals getrunken haben! (Und da gab es viele Prosecco-Abende…).

punks Fisolen (c) STADTBEKANNT

punks Fisolen (c) STADTBEKANNT

Das Essen spricht für Patrick Müller

Mehr braucht es also nicht. Keine Designersessel, keine Hightech-Küche, keine großen Worte (denn auch hier im Lokal ist Patrick Müller eher schweigsam). Es braucht vor allem eine ungezwungene Atmosphäre und gutes Essen um ein Lokal zum Funktionieren zu bringen. Also wir verwerfen hiermit auch die Theorie und sagen, Köche können sehr wohl kommunizieren – und zwar mit ihren Rezepten, mit ihren Kochkünsten, mit ihren Gerichten. Wozu also noch mehr dazu sagen!

 

STADTBEKANNT meint

Der Fernseh – Silent Cook Patrick Müller lässt in seinem Restaurant „punks“ so ziemlich alle Konventionen links liegen. Es ist kein durchdachtes Designerlokal, die Küche besteht einfach aus zwei Herdplatten und einer Bar, zu essen gibt es Dinge, bei denen man vielleicht zwei Mal hinschauen muss, bevor man glaubt, dass man so etwas überhaupt essen kann (Lammhoden!), das Menü steht auf den Tellern und es gibt auch keine Visitkarten. Wozu denn auch so viel Aufwand, wenn es so super funktioniert! Die Rezepte überzeugen, die Stimmung auch und nicht zu vergessen der Prosecco vom Fass! Was will man mehr?

punks

Florianigasse 50
1080 Wien

Di – Sa: 17:00 – 23:00 Uhr

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