Wien – Debatte

Regen (c) STADTBEKANNT
Regen (c) STADTBEKANNT

Pro/Kontra: Auswandern

13. September 2013 • Debatte2 Kommentare zu Pro/Kontra: Auswandern

Nix wie raus aus Wien?

Nach kurzem Sommer ist es in Wien schon wieder bitterkalt? Ist es Zeit auszuwandern?

Für alle Abenteuerlustigen unter euch, die mit dem Gedanken spielen, Wien zu verlassen, haben wir eine kleine Pro- Kontra- Liste als Entscheidungshilfe zusammengestellt.

 

Pro: Auswandern die letzte Rettung der Verzweifelten

Das Wetter ist ein Witz, schleunigst das Weite suchen ist die einzige Rettung!
Als ob es nicht schlimm genug wäre, dass Wien über kein Meer verfügt und somit ein rund um zufrieden stellendes Sommerangebot gar nicht erfüllt werden kann, spielt jetzt auch noch das Wetter verrückt.

Wien im Sommer ist eine Zumutung, entweder es ist drückend heiß, kein Lufthauch verschafft die geringste Kühlung, oder es ist kalt verregnet, windig und düster. Es gibt nur diese zwei Wetterextreme dazwischen so gut wie nichts.

Sobald der kurze Hochsommer vorbei ist beginnt eine lange Phase der Kälte die ca. von Ende August bis Ende Juni andauert. Sicher dazwischen ist es manchmal warm, aber das macht das Kraut einfach nicht fett.

Grob lassen sich in Wien zwei Jahreszeiten unterscheiden. Die eine, nennen wir sie „Große Finsternis“ dauert 10 bis 11,5 Monate, die andere nennen wir sie „alles versengende Hitze“ dauert die restliche Zeit. Kurze Phasen dazwischen, nennen wir sie „Große Verarschung“ wiegen die Wienerinnen immer wieder in Zuversicht. In dieser Zeit stellen sich Viele auf beständige Wärme ein. Die Phase tritt unterschiedlich lange auf und ist der einzige Grund warum diese Stadt überhaupt noch bewohnt wird. Allzu viele Menschen lassen sich Jahr für Jahr von ihr einlullen. Für sie sind es diese kurzen Phasen die sie zu Argumenten wie „aber schau eben war es doch noch warm“, oder „es wird schon wieder besser werden wie damals am XY Tag“, greifen lassen.

 

Auswandern oder gleich die ganze Stadt übersiedeln?

Mir ist es unerklärlich wie es so viele Menschen (immerhin bald 1,8 Mio.) Jahr für Jahr in Wien aushalten. Als Ausrede dient häufig, dass es anderswo auch nicht besser ist, dass es nicht nur in Wien kalt ist und das Gras auf der anderen Seite eben immer grüner erscheint.

Meiner Meinung nach reicht es mit dieser Ausredenkultur. Wien ist nicht zu retten, ein ewiger Winter hält die Stadt gefangen, der angebliche Klimawandel ist blanker Hohn wenn man durch Wiens Straße flaniert. Deswegen fordere ich: Entweder Fußbodenheizung für die ganze Stadt und eine künstliche gläserne Kuppel die Wien in den kalten Monaten schützt, oder wir transferieren die Stadt in den Süden.

Ein Massenexodus und eine Neuerrichtuung der Stadt einige hundert Kilometer weiter südlich stellt ohne Zweifel eine große logistische Herausforderung dar, doch kommende Generationen werden uns dieses Wagnis ewig danken

Sollte wieder erwarten keine Mehrheit für dieses Unterfangen zustande kommen, hilft nur noch auswandern und sei es selbst nach Island, dort haben sie wenigstens eine Fußbodenheizung.

 

Kontra: Wetterbedingtes Auswandern? Wozu?

Ganz klar – dass nach den wenigen schönen Tagen die uns dieser „Sommer“ beschert hat nun plötzlich unangekündigt der Herbst mit Sturm und Regen in Wien Einzug gehalten hat drückt irgendwie aufs Gemüt. Aber wer hier ans Auswandern denkt sei eines Besseren belehrt: der Herbst in der Stadt hat einiges zu bieten!
Sind wir uns mal ehrlich: sind es nicht immer die gleichen die sich über das Wetter beschweren? Die üblichen Verdächtigen, die im angenehm warmen Sommer über die „brütende Hitze“ schimpfen, im schneebedeckten Winter über die „eiszeitartige Kälte“ motzen und die im aufkeimenden Frühling über die Bienen und Pollen lamentieren. Die üblichen Verdächtigen, denen man es sowieso nie Recht machen kann. Die Raunzer, die Miesmacher, die Schwarzmaler.

Können wir uns nicht darüber freuen, dass wir in einer Klimazone mit vier verschiedenen Jahreszeiten leben? Täglich 25 Grad wäre den negativen Elementen in dieser Stadt wahrscheinlich gerade mal für zwei Wochen recht, aber dann würden sie über mangelnde Abwechslung klagen. Die Stadt ein paar hundert Kilometer nach Süden transportieren? „Holt die Alpen auch noch nach Wien!“, wäre wohl die logische Forderung. Das Meer vor Wien? „Scheiß Fische, Scheiß Algen, zu volle Strände, zu viele Touristen“… Beschweren kann man sich ja schließlich über alles, die Themen scheinen endlos – Gott sei Dank, denn das scheint ja die Lieblingsbeschäftigung von vielen Wienern zu sein.

Der Herbst ist nicht gerade die Jahreszeit, auf die man sich freut, aber auch er hat seine Vorzüge. Die unter Raunzern vorherrschende Meinung dass der Herbst zu grau ist kann zum Beispiel nicht bestätigt werden: keine Jahreszeit ist so bunt wie er: das monotone grün weicht spektakulären Farbenspielen in rot und gelb, und selbst wildromantische Nebeltage können positiv gedeutet werden, bringen sie doch einen Hauch London an die Donau. Auch die Stadt Wien selbst kann im Herbst einiges bieten: Maronibrater und Punschstände versorgen die Wiener mit innerlicher Hitze, Festivals wie die Viennale und die Vienna Biennale sorgen für geistige und kulturelle Wärme, der Faschingsbeginn und die aufsperrenden Christkindlmärkte sind ebenfalls Highlights dieser Jahreszeit.

Und wenn der Herbst vielleicht doch einmal zu grau wird: Auswandern muss nicht sein – ein kurzer Urlaub tut’s ja auch.

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2 Antworten auf Pro/Kontra: Auswandern – Verstecken

  1. Christin sagt:

    wetter
    das wetter fordert uns uns sehr heraus, aber zum glück fliegt ich bald in den sommer!

  2. auswandertips.com sagt:

    Auswandern oder Umziehen
    Möchte man dem schlechten Wetter entfliehen gibt es weltweit ja bekanntlich viele Länder zum Auswandern. Möchte man sich den Prozess mit Visa und Co ersparen kann man auch innerhalb der EU umsiedeln zB in die Karibik.

    Geht nicht sagen Sie, das stimmt nicht. Die Niederländischen Antillen sind in der Karibik und dorthin reicht ein simpler Umzug.

    Weitere Details gibt es hier: http://www.auswandertips.com/keine-auswanderung-sondern-umzug-in-die-karibik/

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