Wien – Debatte

PRO KONTRA - Oben ohne (c) STADTBEKANNT
PRO KONTRA - Oben ohne (c) STADTBEKANNT

PRO – KONTRA: Oben ohne

1. August 2017 • Debatte

KONTRA Oben ohne im Freibad

Ja, es heißt Freibad – weil man da im Freien baden möchte – nicht jedoch inmitten befreiter Brüste. Ich sage ja nicht, dass es der Burkini sein muss, aber wer mag denn schon gerne ausgepackte Geschenke? Es ist doch spannender zu erahnen, was sich unter der eh schon verhältnismäßig freizügigen Bekleidung im Schwimmbad verbirgt. Ganz zu schweigen davon, dass es in einigen Fällen wohl auch besser so ist, dass einem die Aussicht auf Freibusen verwehrt bleibt.

Oben ohne ist doch außerdem die Freikarte zum Gaffen, worüber sich frau dann nur allzu gerne aufregt. Nur ist das halt offensichtlich fix eingespeichert im Genmaterial. Das ist wie einem Hund ein Leckerli hinhalten und sich dann beschweren, dass er sabbert. Und wer es jetzt mit dem Nahtlos-Braunwerden Argument versuchen möchte, dem möchte ich entgegnen, dass es doch wohl klar ist, dass der Bräunungsgrad erst erkennbar ist, wenn es den Vergleichsstreifen gibt!

Und wem das immer noch nicht genug ist, der sollte sich einmal vor Augen halten, dass der Bikini – wie an der Vorsilbe erkennbar – eben ein Zwei-Teiler ist. Genau – der eine Teil ist für unten und der andere – erraten – für oben!

Christina Wetter-Nohl

 

PRO Oben ohne im Freibad

“Oben ohne? Das geht ja gar nicht!” Was bei unseren für Gleichberechtigung, Peace & Love kämpfenden Müttern und Großmüttern noch genau so selbstverständlich war wie die Sonne auf der Haut, ist heute wieder Stein des Anstoßes. Frei gemäß dem vorherrschenden Zeitgeist “vorwärts im Rückwärtsgang” wird die weibliche Brust tabuisiert und g’schamig versteckt.

Die Ängste: Männer könnten erregt werden, Männer könnten gaffen, Männer könnten die Brüste unansehnlich finden, frau könnte sich blamieren. Frauen, die oben ohne baden, gelten rasch als “aufmerksamkeitsgeil” oder “provokant” – anders als Männer, die nackte Waschbrett- oder Bierbäuche stolz vor sich hertragen. Dieser Doppelstandard schmerzt. Immerhin ist die Brust ein Körperteil wie jeder andere und das Tabu darum nicht weniger irrational als das historische Tabu des Knöchel-Zeigens oder das Burka-Gebot in manchen Staaten.

Betroffen damals wie heute, hier wie überall sind ausschließlich Frauen. Dabei haben wir das 21.Jahrhundert und zelebrieren liberales Denken und weibliches Selbstbewusstsein. Dass es gerade hier – beim Zeigen eines natürlichen, schönen Körperteils – fehlt, ist bezeichnend wie traurig. Daher: Strecken wir der Scheinmoral die Zunge raus und genießen die Freiheit obenrum!

Anna Mehofer

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