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Schallplatte Vinyl (c) STADTBEKANNT Hofinger
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Peter Alexander ist tot

14. Februar 2011 • Musik9 Kommentare zu Peter Alexander ist tot

Peter Alexander starb am Samstag, den 12.2.2011, im Alter von 84 Jahren. In den letzten Jahren, nach zwei schweren Schicksalsschlägen – dem Verlust seiner geliebten Gattin und seiner Tochter – lebte der Entertainer sehr zurückgezogen in seinem Haus in Grinzing. Er mied die Öffentlichkeit: sein letzter Fernsehauftritt liegt bereits fünf Jahre zurück, als er in seiner eigenen Geburtstagssendung eine rührende Version von „Dankeschön“ zum Besten gab.

Der Traumschwiegersohn

Ein seltsamer Herr war er, dieser Peter Alexander: oberflächlich gesehen war er einfach zum kotzen brav und nett: ewig lausbubenhaft aber trotzdem schulmeisterlich, frech aber gleichzeitig bieder und aalglatt, der Traumschwiegersohn, der ewige Charmeur in seinen seichten Unterhaltungsfilmen, deren heiler Welt jede Subversion fremd war. Aber das besondere an der Person Peter Alexander ist wahrscheinlich, dass man ihr diese Rolle verzeiht – und sie vielleicht sogar ein bisschen gern hat. Und während Kollegen wie Udo Jürgens noch heute die Schlagzeilen dominieren wusste Peter Alexander wann seine Zeit vorbei war, und in Würde zu altern ist heutzutage eine große Kunst. Wir wollen hier noch einmal an seine größten Momente erinnern.

Die süßesten Früchte… 1953
Ganz am Anfang seiner Karriere sang Peter Alexander im gleichnamigen Franz Antel Film die "süßesten Früchte" – zusammen mit Leila Negra. Obwohl beide zu der Zeit schon 23 und 27 Jahre alt waren, kauft man ihnen die Kinderrolle noch ab.

Das weiße Rössl am Wolfgangssee – 1960
Die Paraderolle von Peter Alexander – der Oberkellner Leopold.

Der Badewannentango – 1962
Graf Rudi und Baron Mucki wollen eine Bande von Mädchenhändlern überführen – Peter Alexander brilliert in Drag.

Peter Alexander als Rose, Dorothy, Sophia und Blanche:
die Golden Girls mit den Originalsynchronstimmen – 1993 –
Sketch ab 02:20, davor ein Dialog mit Harald Schmidt, der zwar gleich alt aussieht wie Peter Alexander, aber um 31 Jahre jünger ist als er.

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9 Antworten auf Peter Alexander ist tot – Verstecken

  1. sepp sagt:

    ahoi!
    der badewannentango ist schon genial 😉

  2. Alexander der Große sagt:

    hm
    warum nannten sie den eigentlich so. Ist doch ein mehr als blöder Name.

  3. enzpeda sagt:

    de mortui non nisi bene, aber…
    peter alexander ekelhaftes biedermeier-tv der nachkriegszeit, einlullende heile welt zur volksverdummung – wirklich zum kotzen.

  4. fränk sagt:

    süssesten früchte
    hahaha das mädl war schon 23? sieht aus wie 12.

  5. Ambivalent sagt:

    Peter Alexander
    war ganz ohne Zweifel ein talentierter, vermutlich sogar ein begnadeter Entertainer. Ich muss Enzpeda aber Recht geben. Er gehört mit seiner Art zu der grauenhaften Verdrängungszeit der 50er. Daraus muss man ihm keinen Vorwurf machen, aber man kann es doch feststellen.
    Hinter der biederen Fassade der 50er liegen die Leichenberge. Kein Wunder, dass die Dekade zum Himmel gestunken hat.

  6. 50er Kind sagt:

    Am schlimmsten ist der österreichische Konsens
    Wenn jemand von aleln seiten geliebt wird, von Kronenzeitung bis links außen, dann ist was faul.

    Bei allem Verständnis für den Entertainer Alexander, aber die Verdrängungsleistung der 50er war eine Katastrophe. Im Nachhinein die Wogen zu glätten und der (Ur)großelterngeneration im Nachhinein recht zu geben, wird der Sache nicht gerecht.

  7. Thara sagt:

    @ enzpeda – Held aus Kindheitstagen
    Ist Peter Alexander nicht auch ein Held aus Kindheitstagen? Muss das Thema ausschließlich pseudointellektuell auf gearbeitet werden? Wir wissen alle um die bigotte Doppelbödigkeit der 50iger Bescheid. Peter Alexander war ein Ausnahmekünstler, der mit leichter Unterhaltung Generationen verzaubert hat. Auch wenn er damit ein Gesellschaftskonzept vertreten hat das überholt und veraltet ist. Filme wie Charleys Tante 1963 oder die Peter Alexander Show sind Teil unsereres Kulturguts.

  8. daniel steinlechner sagt:

    @Thara
    Persönlich finde ich diese Sichtweise sehr legitim. Ohne Zweifel war Peter Alexander ein unglaublich begnadeter und talentierter Entertainer.

    Ich finde es aber sehr gut und wichtig, dass hier in den Kommentaren auch die Generation die er beglückte, angesprochen wird.

    Man merkt vielen seiner Werke den für die 50er kennzeichnenden Eskapismus an. Darunter liegt die verdrängte Erinnerung ans große Morden. Bei einem Künstler dieser Zeit gehört aus meiner Sicht die Kritik am Eskapismus auch angesprochen.

  9. warkus sagt:

    schnurrdiburr
    Schnurrdiburr, ich fand ihn dennoch immer furchtbar und das für was er stand beklemmend.

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