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Berggasse (c) STADTBEKANNT
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Parken in Wien: So lassen sich hohe Bußgelder vermeiden

8. August 2017 • Auto

Nachdem die Parkgebühren hierzulande bereits im März 2012 um satte 66 Prozent angehoben wurden, erfolgte am 1. Jänner 2017 eine weitere Erhöhung um 5%. Eine halbe Stunde kostet jetzt 1,05 Euro, eine ganze demnach 2,10 Euro, bei 2 Stunden kommen Autofahrer schon auf 4,20 Euro. Seit der zweiten Erweiterung der Kurzparkzonen ist eine zunehmende Parkplatznot zu beobachten, einhergehend mit einer regelrechten Anzeigenflut, bei der auch kleine Vergehen streng geahndet werden: Falschparken oder eine Parkzeitüberziehung von nur wenigen Minuten kostet bis zu 36,- Euro, eine Verweigerung der Zahlung zieht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 726,- Euro nach sich, und das Abschleppen macht nochmal 264,- Euro.

Nun mögen einige der hier aufgeführten Superlative nur extreme Einzelfälle darstellen. Als gesetzestreuer und vorbildhafter Fahrer hat man ohnehin nichts zu befürchten, wenn man nicht gerade gefälschte oder abgelaufene Behindertenausweise benutzt, um zu sparen. Trotzdem gibt es einige Kostenfallen, mit denen man beim Einparken gar nicht rechnet.

 

Enge Straßen

Selbst wenn keine Beschilderungen oder Markierungen darauf hinweisen, gibt es Stellen im Stadtgebiet, an denen man nicht parken darf, etwa in der Kantgasse hinter der Ringstraße. Der Grund: Wenn auf beiden Seiten der zweispurigen Straße Autos parken, bleibt in der Mitte keine ausreichende „Restfahrbahnbreite“ von fünf Metern übrig. Zwei sich begegnende Fahrzeuge könnten also unmöglich aneinander vorbeikommen, ohne gefährliche Manöver und Unfälle zu provozieren.

Seit der Kurzparkzonenerweiterung wird im Rahmen dieser gesetzlich festgeschriebenen Regelung intensiver kontrolliert, was vor allem Bewohner enger Gassen ärgert, die sonst direkt vor ihren Häusern parken würden. Die Restbreite muss von jedem Lenker selbst überprüft werden. Denn die seit 2011 eingeführten gelben Streifen, die Halte- und Parkverbotszonen unmissverständlich anzeigen, sind momentan noch recht selten.

 

Anhänger und Wohnwagen

Zuerst einmal gilt es, mit einem hartnäckigen Gerücht aufzuräumen: Entgegen vieler Meinungen muss man die Anhängerkupplung am Auto nicht sofort mühsam demontieren, sobald der Anhänger oder Wohnwagen abgestellt ist. Zwei Ausnahmen gibt es jedoch: Verdeckt die Kupplung das Kennzeichen oder beeinträchtigt sie die elektronische Einparkhilfe, sollte man zu einem abnehmbaren beziehungsweise schwenkbaren Modell von einem spezialisierten Hersteller wechseln.

Für das Abstellen von Anhängern auf öffentlichen Parkplätzen gibt es im Übrigen keine Zeitbegrenzung. Nach dem Be- und Entladen am Straßenrand oder in der zweiten Reihe müssen Anhänger und Zugfahrzeug aber unverzüglich umgeparkt werden und dürfen keinesfalls unbeaufsichtigt stehen gelassen werden.

 

Handy-Parken

Es steht außer Frage, dass die Entwertung von Parkscheinen per App eine wirklich praktische Angelegenheit ist. Jedoch werden immer wieder Fällen bekannt, in denen trotz aktiven virtuellen Parkscheins ein Strafmandat fällig wurde. Aufgrund technischer Schwierigkeiten kann es passieren, dass die Ordnungshüter den Parkschein in ihrem System nicht finden können, weil er zu spät übertragen wurde. Aus diesem Grund ist es ratsam, stets so lange im Auto sitzenzubleiben, bis die Bestätigung auf dem Handy erscheint, und diese sicherheitshalber gespeichert zu halten. Die Wartezeit kann, abhängig vom aktuellen Aufkommen an Nutzeranfragen, wenige Sekunden bis ein paar Minuten betragen. Der Dienst „HANDY Parken“ bietet gegenüber dem privaten Anbieter „Park.Me“ einen technischen Vorteil, da dieser über eine IT-Schnittstelle mit den Beamten verfügt.

Es geschieht zwar eher selten, jedoch besteht immer noch die Möglichkeit eines totalen Netzausfalls, der diese Apps vorübergehend unbrauchbar macht. In solchen Fällen ist der Lenker selbst dafür verantwortlich, Ersatzparkscheine in Papierform mit sich zu führen oder ein Ticket per SMS anzufordern (hierbei unbedingt auf Tippfehler achten!). Bei Unklarheiten empfiehlt es sich, ein Foto vom Strafmandat an den Kundendienst zu schicken, um die Schuldigkeit zu klären.

Mehr Tipps und Informationen zum Parken in den Österreichischen Städten gibt es auf der Webseite des österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs, kurz ÖAMTC.

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