Wien – Grätzltipps – 4. Wieden

Wieden Rilkeplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann
Wieden Rilkeplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann

Orte der Ruhe im Freihausviertel

9. November 2015 • 4. Wieden

Wieden als Schauplatz der Ruhe

Auf der Suche nach Entspannung spazieren wir vom Resselpark über den Rilke- und Kühnplatz zum Planquadratpark.

 

Im Resselpark bei den Fröschen

Restaurant Resselpark Gastgarten (c) STADTBEKANNT Zohmann

Restaurant Resselpark Gastgarten (c) STADTBEKANNT Zohmann

Erste Anlaufstelle unseres ruhigen Spaziergangs ist der Resselpark. Von einigen ob seiner Lage und breiter Gehwege oftmals verunglimpft, hat der Park doch einiges zu bieten. Hier trifft Stadt auf Natur, Kunst auf Parkfläche. Gleich zu Beginn begrüßt einen das traditionelle Wiener Gasthaus Café Restaurant Resselpark und verkörpert mit seinem von Bäumen umgebenen Wintergarten eine Art Bindeglied zwischen den Konzepten Park und Stadt. Hier lässt sich’s bekanntlich gut Knödel essen – vor allem ab 17:00 Uhr, denn dann kosten die Spezialitäten nur mehr 5,- Euro.

Wieden Frosch Brunnen (c) STADTBEKANN Zohmann

Wieden Frosch Brunnen (c) STADTBEKANN Zohmann

Gleich neben dem Restaurant befindet sich der seit 1902 bestehende Tilgner Brunnen. Warum das Denkmal im Volksmund auch den Namen „Froschbrunnen“ trägt, ist augenscheinlich: Die eigentlichen Stars sind nicht die zwei mit Fisch und Ente bepackten Putti, sondern die kleinen Frösche, die mit ihrer Anwesenheit relaxt die Brunnenschale zieren. Mit viel Liebe zum Detail wurde das Denkmal für den österreichischen Bildhauer und Porträtisten Viktor Tilgner erbaut – Vorbild war übrigens ein Modell aus dem Nachlass des Künstlers.

 

Am Rilkeplatz beim Schutzengel

Nächste Station ist der Rilkeplatz, über den seit 1963 ein besonderer Schutzengel wacht. Er erhebt sich aus einem achteckigen Brunnenbecken an jener Stelle, an der zuvor sein Vorgänger, der Rainerbrunnen, im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Am Sockel befinden sich vier Drachen, die allerdings ausschließlich – und damit nicht sehr drachenmäßig –Wasser speien.

Wieden Leanback (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wieden Leanback (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wenn man sich schon mal im Schutz eines Engels befindet, ist dies wohl auch ein geeigneter Zeitpunkt, ein wenig zu verweilen und sich zurückzulehnen. Das Leanback am Rilkeplatz schlägt genau das vor, und zwar gemäß seiner Zusatzbezeichnungen „Café – Restaurant – Cocktailbar“ zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal ob beim Wiener Frühstück, mediterranen Mittagessen oder beim abendlichen Cocktail. Großzügig und clean präsentiert sich das Lokal mit Palmen-Deko und großflächigen Schwarz-Weiß-Bildern an den Wänden.

 

In der Mühlgasse beim Schildermaler

An der Stelle, an der Schaurhofergasse und Faulmanngasse ineinander übergehen, überqueren wir die Operngasse und entdecken dabei das Papageno-Haus, das den Vogelfänger auf einer bunten Keramik präsentiert. Sie soll an die Uraufführung Mozarts Zauberflöte im Freihaustheater 1791 erinnern.

Wieden Schildermachermuseum (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wieden Schildermachermuseum (c) STADTBEKANNT Zohmann

In der Faulmanngasse biegen wir links in die Mühlgasse ein. An der Nummer 7 bleiben wir stehen, um ein verstecktes Juwel zu bestaunen: Die seit 1882 bestehende Schildermalerei Samuel. Als Letzter seiner Zunft betreibt hier der Schildermaler-Meister Josef Samuel unter anderem ein kleines Museum in seiner Werkstätte. Highlights sind Originalschilder vom Urgroßvater oder aber die hinter Glas präsentierte Entwicklung des Schilddrucks von Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Ebenfalls bestaunenswert ist die von einer zentimeterdicken Farbschicht überzogene Bretterwand, an welcher die Maler dreißig Jahre lang ihre Pinsel abstrichen.

 

Am Kühnplatz und im Planquadratpark

Wieden Kühnplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wieden Kühnplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nach diesem kulturellen Highlight empfängt einen der Kühnplatz in seiner vollen – nun ja – Zurückhaltung. Ein paar Bänke stehen auf gepflastertem Boden, einige Bäume verleihen dem Ganzen einen etwas parkähnlichen Charakter – und dennoch bleibt der Platz einfach das, als das er gedacht war: Eine Verbreitung der Mühlgasse. Vorbei am Kochklub Kühn, einem Ort für kulinarischen Austausch, der auf 80 Quadratmetern Platz zum Kochen, Essen, Trinken und Lagern bietet, gelangen wir zum Restaurant Beograd, das seine Gäste seit über 50 Jahren mit leckerer Balkan-Küche verwöhnt. Dahinter befindet sich unsere „letzte Ruhestätte“ – der Planquadratpark, der sich hinter den Häuserfassaden gekonnt versteckt. Der Zugang von der Preßgasse aus ist unscheinbar und daher leicht zu verfehlen. Allerdings lohnt es sich, dem ruhigen Park im Hinterhof einen Besuch abzustatten.

Wieden Planquadrat (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wieden Planquadrat (c) STADTBEKANNT Zohmann

STADTBEKANNT meint

Im 4. Bezirk Wieden begeben wir uns auf die Suche nach ruhigen Plätzen zum Entspannen. Im Resselpark begegnet einem die Kunst in Form von Fröschen und günstige Mittagsmenüs können im Parkambiente genossen werden. Am Rilkeplatz lässt es sich, beschützt vom Schutzengel, im Leanback Restaurant entspannt zurücklehnen. In der Nähe des Kühnplatzes stoßen wir in einem Museum der besonderen Art auf eine beinahe vergessene Kunst, nämlich jene des Schildermalens und im Planquadratpark lassen wir den Spaziergang in völliger Ruhe ausklingen.

 

Café Restaurant Resselpark
Wiedner-Hauptstraße 1
Mo – Fr: 11:00 – 24:00 Uhr
Sa – So und Feiertag: 11:00 – 18:00 Uhr

 

Leanback
Rilkeplatz 3
Mo – So: 08:00 – 02:00 Uhr

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