Kultur – Bühne

Oper live am Platz (c) Wiener Staatsoper Michael Pöhn
Oper live am Platz (c) Wiener Staatsoper Michael Pöhn

Oper live am Platz

13. Mai 2017 • Bühne, Musik

Wien und klassische Musik. Manchmal vergessen wir Wiener, dass das für viele Touristen so zusammengehört wie für uns der 7. Bezirk und das Stoffsackerl. Sie denken nicht nur, dass alle Österreicher Ski fahren können, sondern auch, dass wir andauernd Mozart hören und wöchentlich in die Oper gehen. Aufgrund eines Projektes der Wiener Staatsoper lässt sich das sogar fast machen …

 

Oper ja! Aber wie?

Die meisten Touristen, die das denken, haben wahrscheinlich noch nie versucht an gute Plätze an der Staatsoper zu kommen oder die lange Schlange für die Stehplatzkarten gesehen. Also auch wenn wir alle wollen würden, so leicht wäre es nicht. Doch! Eigentlich ist es ganz leicht! Denn seit einigen Jahren bietet das erste Haus am Ring den Service „Oper live am Platz“ an.

 

Kunst für lau

Es werden von April bis September (mit Sommerpause während Juli und August) ausgewählte Vorstellungen – das heißt drei bis sieben Mal die Woche – auf einer riesigen LED-Videowall übertragen. Um den Jahreswechsel wird die Wall außerdem für eine Woche aufgestellt um unter anderem die berühmte Silvester-Fledermaus zu übertragen. Und was kostet das Ganze? Nix. Nüsse. Nada. Sponsoren ermöglichen es, dass jeder der mag, gratis vor der Oper live zusehen kann, was drinnen auf der Bühne passiert.

Oper live am Platz (c) Wiener Staatsoper Michael Pöhn

Oper live am Platz (c) Wiener Staatsoper Michael Pöhn

Unter freiem Himmel

An Tagen, an denen Mozart, Wagner, Verdi und Co gestreamt werden, werden 200 Stühle aufgestellt. Bei Schönwetter und herausragenden Besetzungen kann es vorkommen, dass bis zu 600 Schaulustige auf dem Karajanplatz ihren Blick auf die Videowall richten. Bei beliebten Stücken empfiehlt es sich bei schönem Wetter also oft früh genug da zu sein, um sich einen guten Platz zu sichern.

 

Wien ist ja doch anders

Gerade flanieren die Touristen die prachtvolle Kärtnerstraße hinunter und werden von zahlreichen Straßenmusikern mit Klassik beschallt und im nächsten Moment stehen sie am Karajanplatz und sehen Hunderte beim Oper-Public-Viewing. In anderen Städten gibt es so etwas nur für Fußball. Man kann ihnen ihre stereotypen Vorurteile also fast nicht verübeln.

 

STADTBEKANNT meint

Als Alternative zu den teureren guten Plätzen oder dem mühsamen Dasein in der Senkrechten auf den Stehplätzen ist „Oper live am Platz“ eine gute Möglichkeit für Opernfans und -neulinge. Für Letztere ist vor allem praktisch, dass man jederzeit kommen und gehen kann. Sogar die Picknick-Decke und eigene Verpflegung kann mitgebracht werden. So lässt sich gemütlich und ungezwungen Kunst genießen – und das bei freiem Eintritt.

 
Oper live am Platz
Mai, Juni und September 2017
Wiener Staatsoper
Opernring 2, 1010 Wien
Fotos (c) Wiener Staatsoper Michael Pöhn

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