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Winterlandschaft

Oho Vorarlberg

10. Jänner 2012 • Skurriles8 Kommentare zu Oho Vorarlberg

Seit Tagen wütet in Westösterreich der Winter. Die Folge: Der Weg über den Arlberg ist aufgrund der Lawinengefahr gesperrt und Vorarlberg dadurch von Restösterreich abgeschnitten. Nicht, dass es den Österreichern östlich des trennenden Gebirgsmassivs etwas ausmachen würde, doch die Vorarlberger selbst könnten glücklicher kaum sein. Als bekennende und praktizierende Vorarlbergerin rufe ich stellvertretend für alle meine MitbürgerInnen laut aus: Halleluja, wir sind frei!

Dereinst im Jahr 1980 hatte Eduard Wallnöfer ja schon richtig erkannt: „Was Gott durch einen Berg geteilt, das soll der Mensch nicht durch einen Tunnel verbinden“. Doch die sturen Tiroler wollten ja nicht hören, verletzten den Berg mit einem kilometerlangen Loch und drangen in das bis dahin unbekannteste aller österreichischen Bundesländer vor. Jetzt hat sich Gott zurückgemeldet. Er schickt sein Zeichen in Form von unendlichen Schneemassen, die den Arlberg unüberwindbar machen. Endlich.

Endlich sind wir losgelöst von dem Rest der Republik, der unsere ausgeklügelte sprachliche Diktion nicht versteht, der die Rezeptur unserer Käsknöpfle für sich beansprucht (ihr vermaledeiten Tiroler!), unsere Guggamusi als Firlefanz diffamiert, den Sinn des Funkenbrauchs einfach nicht verstehen will und filmische Meisterwerke wie Reinhold Bilgeris „Der Atem des Himmels“ (erst kürzlich auf ORF einem begeisterten Milliardenpublikum präsentiert) als Rosamunde-Pilcher-am-Berg-Schmarrn abtut. Jetzt also, jetzt haben wir die Chance unsere Stärken endlich zu noch stärkeren Stärken auszubauen.

Und um das gleich klarzustellen: nein, wir brauchen kein anderes Land, das uns aufnimmt. 1919 bereits wollten wir ja zur Schweiz, die allerdings uns nicht wollten und jetzt – Ätsch – wollen wir nicht mehr. Jetzt ist die Zeit gekommen, einen eigenen Staat zu gründen (nur zum Vergleich: Liechtenstein und Monaco sind ja auch nicht viiieeel größer). Dann sind endlich auch die „Und, du bist grade auf Erasmus hier in Wien?“-Fragen, die mir in regelmäßigen Abständen gestellt werden und die mir immer wieder die Verblüffung ins Gesicht schreiben, gerechtfertigt.

Deswegen rufe ich jetzt meine Landsmänner und meine Landsfrauen auf: Die Schneemassen werden bald in sich zusammenschrumpfen, doch die Mauern, die sollen bleiben! Lasst uns einen neuen Staat auf Schnee gründen. Ich melde mich schon mal zur Wahl als neues Oberhaupt. Wir bräuchten noch nicht einmal eine neue Bundeshymne, die existiert ja dank Köhlmeier und Bilgeri (ja, schon wieder der) bereits. Vielleicht kann ich euch von meiner Idee überzeugen, wenn wir alle im Chor einstimmen: „Oho Vorarlberg, bist ja als Land ein Zwerg. Klein ahaber oho – Holladrio!“

(Barbara Pflanzner)

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8 Antworten auf Oho Vorarlberg – Verstecken

  1. Charles sagt:

    Ich bin dafür,
    dass man Vorarlberg und das Burgenland zusammenlegt und von Wien aus verwaltet. Das eine nennen wir Cisarlbergthanien und das andere Transarlbergthanien.

  2. susi sagt:

    alles..
    .. um wien herum fluten. MEERZUGANG!!!

  3. jehofer sagt:

    @charles
    ist das nicht eh schon jetzt so, inoffiziell?

  4. pflanzner sagt:

    PFUI
    von Wien aus? Da kann ich nur sagen: PFUI! Aber Transarlberthanien fände ich einen gelugenen Namen für den neuen Staat.

  5. Anna sagt:

    Pflanzner…
    …für president!

  6. weana patzi sagt:

    barbara – weg von den drogen!
    die drogen die die frau barbara genommen hat – hätte ich auch gerne … und dann wäre ich aber noch immer nicht auf ihrem level

  7. bud sagt:

    bürgerkrieg
    naja, einen bürgerkrieg aus separationsideen heraus wollen wir auch nicht anzetteln jetzt, gell.
    aber guter text. und, mehr schnee!!!

  8. brandstetter sagt:

    grandios
    ganz großes tennis. ich stimme zu, pflanzner for president!

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