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Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT
Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT

„Ohne die großen Widerstände hätte ich es nie so lange gemacht“

29. Mai 2010 • Im Gespräch, Kultur

Über seine Arbeit und die daraus resultierenden Prozesse haben wir ja schon berichtet, wir wollten aber auch den Menschen Helmut Seethaler kennen- und verstehen lernen und haben ihn deshalb zu einem Gespräch gebeten.

„Unterbrecht´s mich bitte rechtzeitig, denn bei Interviews ist es so, entweder ich sag gar nichts, oder wenn mir die Leute sympathisch sind, dann erzählt ich auch etwas“, warnt er uns gleich zu Beginn. Es scheint keiner der ersteren Tage zu sein. Wir unterbrechen ihn nur selten und lassen ihn seine Geschichte erzählen.

Er müsste der Traum aller Verantwortungsträger des Landes sein. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat er einen festen Job und das mit mittlerweile 57 Jahren. Seit 36 Jahren geht er nun der selben Beschäftigung nach. Er braucht keine Hacklerregelung, keine Qualifikationskurse und keine arbeitsmarktintegrativen Maßnahmen für ältere Erwerbstätige.

Dass er es trotzdem nicht ist, liegt wahrscheinlich daran was Helmut Seethaler tut. Er ist ein Zettelpoet, „der“ Zettelpoet, seine Galerie ist die Straße, der öffentliche Raum.
Wie das zu finden ist, daran scheiden sich die Geister. Nicht die der PassantInnen und LeserInnen, die finden das was er macht zumeist großartig bis in Ordnung. Nein, die Mächtigen sind es, die mit seinen Werken oft nicht einverstanden sind. Gegen ihn und seine Kunst waren sie jedoch alle am Schluss ohnmächtig. Ob Wiener Linien, ÖBB oder internationale Brokerfirmen, am Ende machten sie sich alle nur selbst lächerlich, wenn sie sich mit aller juristischer Härte gegen einen wehren, der es nur gut meint, der die Menschen zum Lesen und vor allem zum Denken anregen will. „Es ist ein Spiel, es geht nicht um Mord, nicht um Gewalt, nur um Gedichte.“

Wir haben Helmut Seethaler als umgänglichen Menschen kennengelernt. Als liebevollen Vater, der sich während des Interviews mehrmals um das Wohlergehen seiner drei Töchter sorgte. Die drei Töchter tragen den Namen der Mutter, auch als Schutz.

Wir haben ihn kennengelernt als einen der zwei Leben unter einen Hut zu bringen scheint, wo viele schon an einem scheitern. Eine im Grunde bürgerliche Existenz mit Lebensgefährtin und den drei Kindern und ein Dasein als Künstler der sich in seinen Aktionen auch anhaltendem Widerstand nicht beugt.  Zwei Leben sind eine Herausforderung, die eine räumliche Trennung vielleicht notwenig erscheinen lassen. Hier die Wohnung mit der Familie, die Seethaler stets vor dem Wirbel der um seien Künstlerpersönlichkeit gemacht wird, abschirmte und dort die Arbeitswohnung, in der er künstlerisch tätig ist. „Eine billige hiniche Mietwohnung“, die er von der Mutter geerbt hat.  

Da Seethaler sein ganzes Leben lang nie etwas anderes machte als seine Kunst, finanziert er sich über drei Ebenen. Er lebt sehr genügsam, „es war nie existentielle Not da, man überlegte schon manchmal was können wir morgen essen, aber es war immer etwas da.“ Lesungen sind ein Teil seiner Einnahmequellen, Literaturförderungen ein anderer und als wichtigste Quelle „Minimäzene“, wie er sie nennt. Privatpersonen die ihm Geld schicken oder zustecken. Diese Einnahmequelle ist sehr unbeständig, manchmal bekommt er wochenlang fast nichts und dann kommt wieder Geld. Von ganz normalen bis zu ganz bekannten Personen, gibt es Menschen, die ihn unterstützen. „Die meisten wollen etwas dafür, per Post, neue Gedichte zumeist.“ Interessant ist auch die Reaktion von Sprayern auf seine Gedichte: „Die Sprayer passen meist auf mich auf und übermalen mich meistens nicht und ich sie auch nicht“

Helmut Seethaler ist ein gefragter Mann. Mal bittet eine Schülerzeitung um ein Interview, mal wird eine Lesung  mit ihm veranstaltet, mal taucht die BBC auf um eine Reportage über ihn zu gestalten, ja selbst „Die Zeit“ hat ihn bereits porträtiert. Aber seit der Anzeige des Museumsquartiers gegen ihn findet er keine Ruhe mehr. Interviewanfragen en masse, ja selbst ein Solidaritätskommitee hat sich gebildet. „Das pack ich nicht ganz“, wie er einräumt. Denn von Turrini, über Jelinek und Menasse bis zu Gerhard Ruiss vom Literaturhaus haben sich zahlreiche AutorInnen als Fürsprecher von Helmut Seethaler formiert. Die meisten der beteiligten Personen kennt er persönlich gar nicht.

Die Anzeige des Museumsquartiers macht erstmals wirkliche Probleme. Denn „alles was vorher war, kann nicht auf die Strafe angerechnet werden“. Aber zukünftige Aktionen könnten angerechnet werden „und dann kann ich echt sitzen“. „Da hilft dir auch keine Jelinek und kein Ruiss“. Vielleicht hilft die Öffentlichkeit, die ihm zu Teil wird, aber auch diesbezüglich ist er skeptisch. „Der Gedanke echt zu sitzen, ein paar Stunden Ersatzarrest bin ich gewohnt, aber das pack ich nicht.“

Helmut Seethalers bewegtes Leben

Helmut Seethaler ist 1953 in Wien geboren „geb ich aber nicht zu maximal 57 oder 58 geboren geb ich zu“, meint er. Denn die jüngste Tochter sagt ohnehin schon: „Papa wie der Opa schaust aus.“ Wir wollen ihm die kleine Eitelkeit gönnen und behaupten also auch, Helmut Seethaler ist 1958 in Wien geboren. Er studierte Philosophie und hat das Studium später abgebrochen, inzwischen haben ihn seine Frau und seine älteste Tochter akademisch überholt. „Damals war ich eher vor der Uni“, damals gab es auch noch eine Freikarte für alle Studierenden bis 27, auch die Kinderbeihilfe gab es mit weniger Einschränkungen, „das geht mit Recht nicht mehr“, wie er meint. Ein Altersstudium schließt er aber nicht aus.

Zur Hälfte kommt er aus der Nähe von Retz, aber erst spät fand er eine Beziehung zu diesem Ort. „Früher waren mir die alle sowas von zu deppert die Leut“, heute sagen seine Kinder „da passt eh hin“. Er fühlt sich heute vertraut dort „irgendwie normal deppert“.

Begonnen hat er damit Litfassäulen beim Schottentor einzuwickeln. Er arbeitete mit Tapetenleim und Wachsmatritzen. Das Küberl mit Tapetenleim wurde ihm des öfteren abgenommen von den Nachtwächtern beim Schottentor und von Polizisten. Es gab Anzeigen, aber es passierte nie etwas. Die erste Lesung hatte er im November 1973, im Studentenklub Schottengasse 3a. Darauf wurde die katholische Hochschulgemeinde aufmerksam und druckte ein Gedicht in ihrer Zeitung „Wiener Blätter“ ab. Sein Gedankenschluss war jedoch „ich brauch das doch net, i mach des selber“.

So begann eine Künstlerkarriere, die ihresgleichen sucht. In ganz Europa gibt es niemanden der in dieser Intensität über so viele Jahre diese Kunstform praktiziert. Sogar ein BBC Team begleitete ihn deshalb schon. Seine Prominenz sieht er nicht nur positiv. „Es stört mich oft, wenn ich etwas vor Medien mache. Ich frage mich dann, ob ich das jetzt für die Leute, die da sind oder für die Profis mache und dann stört’s mich.“

„Die Stadt hat mich geprägt und ich präge sie zurück“

Ständiger Begleiter seiner Kunst waren auch Anzeigen und Gerichtsprozesse. 3000 Verwaltunsgsstrafen und 3350 polizeiliche Vorladungen hat er bislang erlebt. „In Österreich kann jeder jeden anzeigen und die meisten gehen eh unter und werden ad acta gelegt.“  Nur drei mal wurde er verurteilt. Einmal wegen Ruhestörung, einmal wegen Verschmutzung, das wurde jedoch vom VGH aufgehoben „Gedicht ankleben ist keine Verschmutzung stellte der VGH fest und dann war a Ruhe“ und einmal wegen Beamtenverspottung.

„Verwaltungsstrafen habe ich immer gewonnen, außer dreimal und eine davon hat eine berühmte Frau aus dem ersten Bezirk  bezahlt.“ Es war gerade Faschingszeit „und zwei Polizisten haben mir alles kaputt gemacht. Ich bin gewohnt, dass die nicht gar so dämlich sind. Aber die beiden, die waren´s. Ich kenne viele Polizeibeamte und die sind nicht depperter als der Durchschnitt der Bevölkerung an sich.  Da dachte ich, die spielen das nur, sind Verkleidete im Fasching und habe laut Polizei! Polizei! gerufen“. Für diesen Ausruf bekam er eine Strafe wegen Ruhestörung. Da ruft die besagte Dame an und bietet an die Strafe zu bezahlen. Er reagierte erstaunt, „entschuldigen sie, an sich habe ich Angst vor ihnen, weil sie den Bezirk sauber halten“, meinte er. „Ja, aber nicht davon“ entgegnete sie und beglich tatsächlich die Strafe.

Bei allen Strafen handelte es sich um Ersatzarreste mit einem Tagsatz der so niedrig bemessen wurde, dass er mehrere Wochen sitzen hätte müssen. „Und dafür habe ich keine Zeit. Ich habe eine wunderbare Frau, wunderbare Kinder, dafür habe ich keine Zeit“.  

Helmut Zilk lud ihn einst vor und fragte ihn, ob er nicht endlich aufhören wolle. Als er das verneinte erlaubte er ihm auf zwei Bäumen in der Kärntner Straße  seine Zettelgedichte anzubringen. Nach Jahren merkte er dann, dass damit auch eine Art Schoßhündcheneffekt einher gehe. Die zwei Bäume in der Kärntner Straße genügten ihm deshalb auf Dauer nicht, da sie seine Kunst einschränkten und auf einen bestimmten Ort begrenzten. Nach drei Jahren gab er die Bäume deshalb wieder auf.

Seine Zettelkunst fand den Prozessweg bis zum UVS (Unabhängigen Verwaltungssenat) und ist inzwischen als solche anerkannt. Es wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, ob die Freiheit der Kunst wichtiger sei als der persönliche Eindruck einzelner Menschen, dass eine „Verunstaltung“ entsteht. Die Freiheit der Kunst siegte. Seither wurde er zumeist der Form halber und ohne Verhandlung freigesprochen.

Selbst vor einem Versuch ihn zu psychiatrieren schreckte man nach seinen Angaben nicht zurück. „Welcher Künstler hat schon amtlich, dass er nicht deppert ist, ich hab das. Das Bezirksamt Wien 20 hat häufig gegen mich Prozess verloren, dann versuchten sie feststellen zu lassen, ob ich geistig auffällig bin. Es gab ein wunderbares Gespräch mit einer Amtsärztin und es kam heraus, dass ich keine Gefahr für mich oder für andere sei, dass ich hochgebildet sei und wenn überhaupt dann die anderen eine Aufklärung bräuchten, wie sie mit mir umgehen sollten.“
Vor einigen Wochen hat die Polizei um ein Uhr nachts seine Wohnung gestürmt und ihn vor seinem vermeintlichen Selbstmord gerettet. Jemand hatte in einem seiner Gedichte solche Absichten herausgelesen und diese gerufen. „Ich bin dann neben dem Polizeiauto hergegangen bis zum Wachzimmer. Dort haben sie mich der Amtsärztin vorgeführt. Sie hat gebrüllt vor Lachen.“

Seine Kunst führte Helmut Seethaler bereits durch ganz Europa. In Hamburg, Potsdam, München, Paris, Lüttich war er schon zu Gast und auch an vielen anderen Orten wo er unterwegs Station machte. „Manchmal gibt es aber auch Orte wo ich mich vom Gefühl her nicht trau, beispielsweise Hannover. Da denke ich heute noch dran, wieso hab ich es dort nicht gemacht und ich weiß es nicht warum.“

Andere Länder, andere Sitten, denn scheinbar sorgt Seethalers Kunst nur in Wien für Gerichtsprozesse. „Eingespielt ist meine Kunst in Berlin ohne Gerichte. Als ich das erste Mal dort war, habe ich das erste Mal eine andere Metropole als Wien kennen gelernt und die Reaktionen waren großartig. Ich erhielt hunderte Briefe und sehr gute Reaktionen.“

Ein dauerhafter Umzug ist für ihn trotzdem keine Lösung. „Ich brauche Wien. Nach vier Wochen Berlin zittere ich der Stadt schon wieder entgegen. Sie hat mich geprägt und ich präge sie zurück. In Berlin ist es zu einfach.“ Ob der Druck in Wien ihn am Arbeiten hält, gibt ihm zu denken „Ohne die großen Widerstände hätte ich es nie so lange gemacht. Ich arbeite mich an Wien ab, im guten Sinne.“

Konsumkritik

Seethalers Gedichte beschäftigen sich häufig mit Konsumkritik. „Wo bekomme ich die Konsumkritik am besten hin? Auf die Auslage vom H&M! Damals habe ich viel mit Edding gearbeitet und auch ausgetestet, dass man das ja abwaschen kann. Aber die Polizei musste immer erst kommen und den „Schaden“ beurkunden, erst dann konnte man die Schriftzüge abwaschen. Mit unabwaschbaren Materialien habe ich jedoch niemals gearbeitet, außer genehmigte Dinge. Zwischen Schwedenbrücke und Urania gibt es die „Agora die Künstlermeile“ und dort wollte man, dass ich von der Brücke lesbar Gedichte schreibe, aber ich habe so gefutzelt, dass man das kaum lesen konnte.“

Auch Veränderungen im Umgang mit seinen Zettelgedichten bemerkt Seethaler. „Heute geht es auf der Kärntnerstraße nicht mehr so wie früher, weil es eine Einkaufsfußgängerzone geworden ist. Ein Horror-Trabrennverein, wo die Leute mit sieben oder acht  Sackerln herumlaufen. Das ist sinnlos, die zertreten dich. Aber andererseits ist es auch wichtig gerade dort ein Zeichen zu setzen. Aber oft muss ich Aktionen abbrechen, weil das Tempo so hoch geworden ist, doppelt so schnell wie vor 20, 30 Jahren.“
Aber genau für diese Getriebenen arbeitet Helmut Seethaler. Für die Menschen die nie Bücher lesen und nie in eine Kunstausstellung gehen würden. „Die Leute sind ja nicht blöd, sie werden nur blöd gemacht. Sie lesen nicht Handke oder Goethe, aber das was an der Bushaltestelle hängt das lesen sie.“ So kommt die Kunst zu ihnen.

Ob er sich auch selbst verändert hat in all der Zeit? „Ich glaube nicht, dass ich mich verändert habe. Vielleicht schreibe ich jetzt komprimierter, echter, direkter.“ Manchmal liest er alte Texte, die er Tausende Male verklebt hat und sie gefallen ihm nicht mehr und er ändert sie oder lässt sie ganz aus. Die guten aber, die guten bleiben. Die vergleicht er, ganz Weinviertler, mit gutem Wein, der nicht bricht, aus dem wird dann Sekt. Dann perlen die Worte auch nach 20 Jahren noch wie am ersten Tag.

Museumsquartier vs. Seethaler

„Der Gegner Museumsquartier war unerwartet, er war weder als Gegner noch als Mitspieler geplant“, wie er einräumt, denn wenn er beispielsweise seine Gedichte in den U-Bahnstationen aufhängt „dann kann ich umgehen damit und mittlerweile sogar die Wiener Linien mit mir“. Denn nach jahrelangen Versuchen haben die Wiener Linien ihre Versuche weitgehend eingestellt den Künstler gerichtlich zu verfolgen. Nur mit neuen MitarbeiterInnen gibt es hie und da noch Schwierigkeiten, aber weitgehend hat sich die Lage beruhigt.

Die vielerorts gescholtene Security Demokratie macht auch Seethaler das Leben oftmals schwierig. Redet er über die Erfahrungen mit Security Firmen so meint er „ Das ist typisch Neuzeit. Auslagern; 100 Prozent Tochter der Bundesbahnen; nehmen alle und es ist gut so, dass auch die schwierigen Männer, sind ja fast nur Männern, einen Job haben. Aber manchmal sind die einfach unberechenbar.“ Trotz teils sehr unangenehmer Erfahrungen hält Seethaler daran fest, dass keiner dieser Menschen sein Feind sei. „Ich kenne meine Grenzen und sie sollen froh sein, dass ich so brav und völlig gewaltfrei bin, weil wenn andere Künstler Aktionen machen würden, würden sie es vielleicht drauf ankommen lassen. Ich habe keine Feinde bei den Behörden. Die Leute leiden ja oft selber am Druck der Gesellschaft.“ Nur mit einzelnen Leuten gibt es eben Probleme, wenn sie persönlich einen Hass entwickeln auf alle Künstler und im Grunde einen Privatkrieg führen. „Ich kann mit den Taten und ihren Folgen umgehen, nur die anderen können es oft nicht.“

Im neuen Fall mit dem Museumsquartier ist die Frage, ob es sich dabei ähnlich wie in den bisherigen Fällen um abwaschbare Kunst handelt. Live vor laufender Kamera hat Seethaler bewiesen, dass seine Schriften abwaschbar sind. Dadurch, dass es eine Zeit lang nicht geregnet hat, war das Schriftbild jedoch länger sichtbar als sonst üblich.  Die 180 Euro Strafe muss er zahlen sonst droht ihm Ersatzhaft.
Dass er die Haftstrafe wirklich absitzen könnte, glaubt er nicht: „Ich bringe mich sicher nicht um, ich würde es sicher ein paar Tage oder ein bisschen mehr überleben.“ In jedem Fall müsste er sich etwas einfallen lassen.

Im Zuge der Gerichtsverhandlung wurde ihm viel Aufmerksamkeit zu Teil. Lob kann man sich nicht immer aussuchen. Dass die Kronenzeitung gar so positiv über ihn schreibt hat ihn verwundert. Aber auch er selbst scheut den Kontakt mit Menschen, die andere politische Einstellungen als er selbst haben, nicht. Von den über tausend Lesungen, die er in seinem Leben veranstaltete fanden 10 oder 12 auch bei schlagenden Verbindungen statt. „Die bleiben die und i bleib i, aber reden tu ich mit allen. Sogar mit jungen Nazis vor dem Rapid- oder Austriamatch kann man reden.“

Persönlich sieht er sich als Rot-grünen, wenn er auch als grüner Bezirksrat fest zu stellen meinte, dass man in dieser Partei nicht alles sagen kann. „Wenn du drei schöne junge Töchter hast, werden sie manchmal angefeit von jungen Buben, deren Frauen- und Weltbild von Vorgestern ist. Und das sind eben manchmal Söhne von Einwanderern , die inzwischen echte Wiener sind, die aber doch noch eine Spur blöder sind, als ich in diesem Alter. Darf man das sagen als Linker, sagt der Strache ja auch? Das ist ein neues Problem für mich. Es gibt schließlich auch Scheiß-Retzer und Scheiß-Brigittenauer.“ Probleme fallen ihm eigentlich nur mit Burschen auf. „Aber bei den Buben, da gibt’s en paar Depperte, das man sich fragt, wie lang brauchen die noch? Eine Generation? Zwei Generationen?“ Wir einigen uns darauf, dass Bildungbemühungen sicher ein Weg sind, dieses Problem in den Griff zu bekommen.   

Sagen und schreiben, was er denkt, wird er in jedem Fall weiterhin. Das lässt sich Helmut Seethaler nicht verbieten. Auch von Müdigkeit ist noch keine Spur bei ihm. Und sollte er einmal nicht mehr selbst gehen können um seine Werke aufzuhängen haben ihm schon seine Töchter Hilfe versprochen: „Papa, dann fahren wird dich im Rollstuhl zum Zettel kleben.“

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