Wien – Museen

Josefstadt Palais Schönborn Volkskundemuseum (c) STADTBEKANNT
Josefstadt Palais Schönborn Volkskundemuseum (c) STADTBEKANNT

Österreichisches Museum für Volkskunde

10. Juni 2016 • Museen, Palais

Zeitreise durch die Donaumonarchie

Wer sich auf eine Zeitreise quer durch die Kultur- und Alltagsgeschichte der Donaumonarchie begeben möchte, ist hier bestens aufgehoben. Das Volkskundemuseum im Palais Schönborn ist einen Besuch wert!

 

Das Palais Schönborn

Bevor man überhaupt einmal über das Volkskundemuseum selbst reden kann, muss man noch kurz etwas zur Location an sich sagen. Das Gartenpalais Schönborn, das 1714 für den Fürstbischof und Reichsvizekanzler Friedrich Carl von Schönborn erbaut wurde ist von neoklassizistischer Schönheit und diente dem damaligen Besitzer als Residenz und auch Galerie. Der liebe Herr Schönborn war ein begeisterter Kunstsammler und hatte in seinem Palais unter anderem auch Rembrandts schauriges Bild “Die Blendung Simsons” hängen. Nach Schönborns Tod wurde das Palais unter anderem von einer Schauspielschule, der Hochschule für Bodenkultur und dem Oberlandesgericht genutzt, bis es schließlich 1920 in das Museum für Volkskunde umgewandelt wurde. Der Garten wurde weitestgehend verbaut, ein kleiner Rest blieb jedoch in Form des Schönbornparks erhalten!

Volkskundemuseum Wien (c) STADTBEKANNT Binder

Volkskundemuseum Wien (c) STADTBEKANNT Binder

Die Geschichte der Geschichtsschreibung

Wie oben schon erwähnt, wurde das Volkskundemuseum 1920 im Palais Schönborn eingerichtet. Entstanden ist es aber aus einem 1895 gegründeten Vereinsmuseum, das damals noch in der Börse seine Heimat hatte. Im Mittelpunkt stand zur damaligen Zeit die Österreichische Geschichte als Vielvölkerstaat. Mit dem Zerfall der Monarchie und der Umgestaltung Österreichs, wurde auch das Völkermuseum umgestaltet. Geprägt vom Nationalsozialismus trat die „Deutsche Volkskunde“ in den Vordergrund. Nach dem zweiten Weltkrieg konzentrierte man sich schließlich vermehrt auf österreichische Wurzeln in der Geschichtsschreibung.

Heute versteht sich das Volkskundemuseum als „Europamuseum“ und folgt einem überregionalen Prinzip. Es werden ethnische Gruppierungen präsentiert und Lebensstile dargestellt – sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Gegenwart. Volkskultur und Volkskunst stehen im Mittelpunkt und die Themengebiete machen nicht vor den österreichischen Grenzen halt, sondern erstrecken sich auf den gesamten europäischen Raum.

Volkskundemuseum Wien (c) STADTBEKANNT

Volkskundemuseum Wien (c) STADTBEKANNT

Der alte Alltag

Im Museum für Volkskunde wird die Geschichte der Donaumonarchie auf verschiedenste Arten und Weisen behandelt und es wird recht anschaulich gezeigt, wie das Leben zu früheren Zeiten so war.
Was trug die Bäuerin aus Schlesien bei der Arbeit? Womit spielten die Kinder vor zweihundert Jahren? Und woraus bestand eine typische Hausapotheke? Diese und ähnliche Fragen beantworten die umfangreichen Sammlungen. Stundenlang kann man hier Möbel, Gewänder, Werkzeuge, Musikinstrumente, Spielsachen sowie allerlei Gebrauchsgegenstände von anno dazumal bestaunen. Interessante Sonderausstellungen ergänzen das Angebot.

Volkskundemuseum Wien (c) STADTBEKANNT Binder

Volkskundemuseum Wien (c) STADTBEKANNT Binder

Daten und Fakten

Das Volkskundemuseum ist sehr zentral gelegen. Die Straßenbahnlinie 5 hält sozusagen „vor der Haustüre“ und auch die Stationen der 43er und der 44er sind nicht weit entfernt. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils 10:00 bis 17:00 Uhr.

Österreichisches Museum für Volkskunde

Laudongasse 15-19
1080 Wien
+43 1 4068905
www.volkskundemuseum.at

Gartenpalais Schönborn
Dienstag – Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr
Montag geschlossen, außer an Feiertagen

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