Wien – Grätzltipps – 2. Leopoldstadt

Park Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann
Park Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nordbahnviertel

5. August 2016 • 2. Leopoldstadt

Unterwegs im Nordbahnviertel

Bei der Gegend um den Nordbahnhof handelt es sich um ein aufstrebendes Viertel, in dem es sich nett spazieren lässt.

Wen historische Orte nicht sonderlich interessieren, hat vielleicht seine Freude an moderneren Einrichtungen wie Parks und Cafés, die dem Viertel genug Charme verleihen, um sich dort rundum wohl zu fühlen.

Gleise Nordbahnviertel  (c) STADTBEKANNT Zohmann

Gleise Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nordbahnhof

Die erste Assoziation mit dem Begriff „Nordbahnviertel“ führt uns zu einem wichtigen historischen Ort: Der seit 1837 errichtete Nordbahnhof war der wichtigste und größte Bahnhof der Habsburgermonarchie – und das über 100 Jahre lang. Dann verlor er seine Funktionen im Personenverkehr und als Kohlebahnhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente er nur mehr als Frachtenbahnhof und zudem wurde 1965 das historische Bahnhofsgebäude abgerissen. Seitdem hat der Namensgeber des Viertels stark an Attraktivität verloren. Aber in der Vergangenheit schwelgen ist ja trotzdem erlaubt.

Almgasthof Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Almgasthof Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Entlang der Leystraße

Vom Nordbahnhof führt uns die Innstraße bis zur Leystraße. Dort legen wir im Gasthaus zur Alm eine kurze Pause ein. Begrüßt von einer Plastik-Kuh gelangt man auf die gemütliche Terrasse. Wir wenden unseren Blick von der Straße ab, bestellen bei den freundlichen Wirtsleuten Rindsgulasch und Wurstsalat und fühlen uns im rustikalen Ambiente wie auf der Alm: Mit ein bisschen Fantasie erhebt sich die Kuh am Fuße der Treppe und entschwindet auf die fiktive Wiese in unserem Rücken. Während der Jause eröffnet sich für Hobby-BeobachterInnen außerdem die Möglichkeit diverser Sozialstudien: Man hat fast das Gefühl, hier auf Stars der vielgeliebten „Alltagsgschichten“ zu treffen. Nicht selten finden hier auch Biker-Treffen statt, bei denen die leder-ummantelten Gestalten scharenweise mit ihren schweren Maschinen anreisen, um sich mit kulinarischen Schmankerln zu stärken.

Wasserturm Nordbahnviertel  (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wasserturm Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nach der Jause gehen wir die Leystraße entlang. Bald schiebt sich ein dunkles, verlassenes Gebäude in unser Blickfeld: Der Wasserturm. Das alte Bauwerk steht unter Denkmalschutz und könnte als Drehort für einen Gruselfilm dienen: Mit Holz verbaute Fensterscheiben verdecken den Blick darauf, was sich innerhalb der dicken Ziegelmauern abspielen könnte… Von unheimlicher Stimmung gepackt, marschieren wir schnell weiter und widmen uns freundlicheren Orten, wie jenem des Rudolf-Bednar-Parks.

 

Rudolf-Bednar-Park

Inmitten von Wohnblöcken erstreckt sich der idyllische Park, der auf den ersten Blick mit seiner Weitläufigkeit beeindruckt. Die so genannte „grüne Lunge“ bietet nicht nur genügend Raum für sportlich Ambitionierte, die hier skaten oder Streetball spielen können, sondern auch für die gemütlichen WienerInnen, die sich lieber in einer der Hängematten niederlassen. Mit Schilf bepflanzte Wasserbecken erinnern noch an die ehemalige Feuchtlandschaft und die Nähe zur Donau.

Salonampark Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Salonampark Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nun noch ein Besuch im Salon am Park in der anliegenden Krakauer Straße. Hier haben sich acht unterschiedlichste Menschen zusammengefunden, um das Grätzl zu beleben und die BewohnerInnen kulinarisch mit Frühstück, Kaffee, Snacks, Brot und Gebäck zu verwöhnen. Ein Eiscafé lässt sich gemütlich in den vor dem Café befindlichen Liegestühlen genießen. Jetzt geht es noch vorbei an hübschen, von den BewohnerInnenn liebevoll gepflegten Minigärten. Das Schild „Bin weg! Bitte gießen + ernten! Danke!“ zeugt davon, das man hier noch auf gute Nachbarschaft zählen kann.

Minigärten Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

Minigärten Nordbahnviertel (c) STADTBEKANNT Zohmann

STADTBEKANNT meint

Das Nordbahnviertel ist oberflächlich betrachtet vielleicht nicht das spannendste oder action-reichste Viertel. Dafür bietet es SpaziergängerInnen nette kleine Schmankerl, die man – vorausgesetzt man bewegt sich mit wachsamen Augen durch die Straßen – selbst entdecken kann. Angefangen beim wenig ansehnlichen, dafür geschichtlich interessanten Nordbahnhof, führt einen die Leystraße vorbei am Wasserturm zum moderneren Rudolf-Bednar-Park, der den BesucherInnen idyllische Ruhe bietet. Die Hungrigen oder Durstigen werden sich über nette Cafés im Wohnviertel freuen.

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