Lokalführer – Aus aller Welt

Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT
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Nells

18. Juli 2012 • Aus aller Welt

… durch das Jubeln des Gaumens ersetzt wird, hat das Spiel der Genüsse begonnen!
Es wurde schon vieles über das Spiel am Gaumen oder Genusserlebnis geschrieben. Viele der „Gastrozerschreiber“ finden sogar die Namengebung „Gaumenspiel“ unglücklich und einige können ihr Leben lang niemals Spaß an Wortschöpfungen finden. So erkenne ich schon bei dem Wort „Gastronaut“ eine Person, die sich nicht nur mit Schnitzerl, Erdäpfelsalat und Gemischtem Satz herumschlägt, sondern auch einiges zu Rässkäse und Co erzählen kann, vielleicht sogar über Wein aus Bad Ischl (Oberösterreich) – nur ein Beispiel, wegen dem „Gaumenspiel“.

So ein Spiel der Genüsse erleben jeden Abend – außer Sonntag (da gibt’s zwischen 11.00 und 16.00 Uhr ein feines, abwechslungsreiches Buffet zu €8,90 bzw. €14,90) – Feinspitzgaumen und Erdenmenschen, die gerne lachen und einfach den Tag oder die Nacht genießen möchten, in der Alseggerstraße 26 in Gersthof.

Vor geraumer Zeit wurde das Wirtshaus „Nells“ neu übernommen. Eine starke bunte Mannschaft, ein Team, das unter der momentanen Einführung von Gastro-Guru Peter Zöhrer (der hatte schon vor 30 Jahren mit Eckehard Witzigmann zu tun und sein letztes Juwel war die Bodega in der Parisergasse zu Wien) Gastgeber sein möchte. Meister am Herd ist Oliver Lerner (gelernt bei Altmeister Rudi Kellner – Alt Wienerhof), ihm zur Seite steht ein frisches junges Serviceteam.
Die neue Wirtin Sabrina Strasser, eine Quereinsteigerin, werkelt unter Tags bei einer Mineralölfirma und am Abend bringt sie neue „Energie“ in ihr Wirtshaus. Eine feine Mischung, gepaart mit neuen Wirtshausideen und moderner Umsetzung.

So hat jeder Abend einen Klassiker: Ripperl vom Lamm, Schwein und Rindvieh am Dienstag, der Strudel-Mittwoch, Donnerstag steht für geschmortes Allerlei der fleischigen Art und Freitag kommt Fisch auf den Teller. Wenn möglich werden alle Wirtshausklassiker aus Bioprodukten produziert. Das Fleisch mit Moral kommt also von Biofleischhauer Schober und die großartig schmeckenden Äpfel aus der Erde um Weitra von Erdapfel-Bauern, die noch denn echten Ursprung in den Sorten Ditta, Kipfler oder Sigma mitliefern.

Wir starteten mit einem Kalbs Riesling Beuscherl, fein und richtig erarbeitet (klein €6.50), gefolgt vom herzhaften Rostbraten aus dem Reindl, den wir mit Altwiener Panadleräpfeln zu gutbürgerlichen €14.90 genossen. Beim Tisch gegenüber kam eine junge Mutter bei diesem frischen Bio-Braten vom Schwein richtig gehend laut ins Schwärmen und stellte dabei die Kochkunst ihrer Mutter in den Raum. Unser Tisch nickte zustimmend.
Die Portionen sind ausreichend und so freuten wir uns noch auf eine Süße Gangart: den Liwanzen mit Zwetschkenröster und feiner Vanillesauce. Respekt Herr Oliver!
Tipp: Nells cremige Schnitte!

Weinfreaks bekommen auch einiges ins Glas: Spitz und Spielfeld sowie Ausgesuchtes aus Spanien und Italien, aber auch die prickelnden flüssigen Genussfolgen aus Frankreich und Valdobbiadene. Lobend zu erwähnen ist die Preisgestaltung bei diesen Tröpferln, da geht sich meisten nochmals eine Flasche aus! Vom Zapf fließen gleich einige bierige Größen: Paracellsius Zwickel von Stiegl, das helle Budweiser und das „feingebraute“ Trummer Pils. Tipp: Andechser Weissbier €3.50 für die Halbe.

Fazit: Große Wirtshauskultur im Wachsen, Schmankerl die täglich verführen und ein Team das gerne Zeremonienmeister is“s“t! Vergessen sie nicht einen Tisch, ein Platzerl, zu reservieren!

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