Lokalführer – Aus aller Welt

Nam Nam Indisches Restaurant (c) Nam Nam
Nam Nam Indisches Restaurant (c) Nam Nam

Nam Nam

1. Dezember 2015 • Aus aller Welt, Vegetarisch / Vegan

Indisches Restaurant ohne Kitsch und Schnörkel

Indische Restaurants in Wien haben manchmal eine wahre Tendenz zur Grausamkeit – Service, Geschmack und Interieur stimmen den Gast eher verdrießlich. Umso mehr hat uns ein Testessen im Nam Nam erfreut.

Das Lokal in der Webgasse im 6. Wiener Gemeindebezirk nennt sich selbstbewusst „der Inder“, ganz im Sinne der geschmacklichen Überlegenheit. Und es enttäuscht nicht.

 

„Kein Zutritt für Unbefugte und Clowns“

So teilt es das Schild an der Küche den Gästen des Nam Nam mit. Gekocht wird hier nämlich frisch und gekonnt. Auch die Inneneinrichtung strahlt Frische aus. Ganz generell mussten allzu kitschige, stereotype Vorstellungen von dem was „indisch“ heißt, in diesem Lokal der freundlichen, unaufdringlichen Schlichtheit weichen. Die grundlegende Wärme bleibt aber: Detailverliebten entgehen weder die von Tex Rubinowitz gestalteten Wände, noch die charmante Ausstattung der Sanitärräume.

Das Personal ist freundlich und zurückhaltend. Gerne werden Begriffe oder Speisen erklärt. Besonders beruhigend ist die Frage schon beim Bestellen, wie scharf es denn sein darf. Unangenehme Überraschungen und Feuerschluck-Gefühle bleiben einem somit erspart.

Nam Nam Indisches Restaurant (c) Nam Nam

Nam Nam Indisches Restaurant (c) Nam Nam

Vorspeisen, Suppen, Salate

Die Auswahl der Gerichte ist nicht immens, dafür aber gut getroffen. Beginnen sollten Gäste auf jeden Fall mit den wunderbaren Vorspeisen, die teils typisch nordindisch sind, teilweise aber auch Varianten der klassischen Küche darstellen. Zur Auswahl stehen etwa Mix Veg Pakora, also gebackenes Gemüse um 5,90 Euro, Samosas um 4,80 Euro oder auch Paneer Pakora, gebackener Frischkäse mit Chutneys um 6,90 Euro.

Ebenfalls sehr fein: Huhn oder Riesengarnelen aus dem Tandoori-Ofen. Diese Speisen haben einen typischen rauchigen Geschmack, der ein wenig an Steinofen erinnert.

Gerade im Winter empfiehlt es sich auch, das Suppen-Sortiment des Nam Nam auszuprobieren. Rote Linsen, Ingwer-Karotte oder eine Cremespinatsuppe, jeweils um 3,50 Euro stehen zur Auswahl. Was auf einer Indienreise oft abgeht, ist ein knackiger, frischer Salat zwischen all den Curry-Gewürzen. Im Nam Nam werden auch solche Gelüste gestillt. Ein für Indien eher atypischer Avocado-Gurkensalat mit Balsamico ist um 6,80 Euro zu haben, der Mango-Tandoori-Huhn-Salat kostet 7,80 Euro.

 

Hauptspeisen

Wen die Lust auf Rindfleisch Curry oder Tandoori Huhn hat, wird rasch fündig. Die nicht-vegetarischen Hauptspeisen liegen preislich zwischen 9,- und 15,- Euro, die Schärfe der Speisen kann selbst bestimmt werden!

Die Auswahl für Vegetarier ist in etwa gleich groß und preislich etwas günstiger. Besonderheit im Nam Nam ist, dass alle vegetarischen Speisen auch veganisierbar sind. So etwa der höchst empfehlenswerte Paneer Palak (hausgemachter indischer Frischkäse mit Spinat) oder Malai Kofta (Gemüsebällchen in Kokos-Mandel-Sauce).

Nam Nam Indisches Restaurant (c) Nam Nam

Nam Nam Indisches Restaurant (c) Nam Nam

Als Beilagen gibt es Basmatireis, Raita oder aber ein wirklich köstliches Naan aus dem Tandoori-Ofen. Hier kann zwischen natur, Butter, Knoblauch, Nüsse und Rosinen sowie Frischkäse gewählt werden. Ein mixed Naan – Körberl ist zum Kosten vielleicht die beste Idee und kostet 8,50 Euro.

 

Mittags

Jeden Tag zwischen 11:00 und 14:30 Uhr gibt es im Nam Nam ein wechselndes Mittagsmenü um 7,50 Euro. Dieses beinhaltet eine Suppe, eine Hauptspeise (drei stehen zur Auswahl), Reis, Raita und Naan. Die aktuelle Wochenkarte findet ihr hier.

 

Getränke

Auch die Getränkekarte gibt im Nam Nam einiges her. Afri-Cola (2,90 Euro) steht hier neben diversen Lassi-Varianten (3,10 – 3,30 Euro) und Chai Masala Tee auf der Karte.

Auch an Alkoholischem mangelt es nicht. Ein weißer Spritzer ist um wohlfeile 2,80 Euro zu haben. Auf der umfangreichen Weinkarte stehen aber auch zwei indische Weine aus Maharasthra, die durchaus einen Versuch wert sind. Wer lieber Bier trinkt, kannn das indische Kingfisher probieren. Auf der sicheren Seite ist man mit einem Krügerl Murauer. Rum-Kennern sei das Juwel Old Monk empfohlen.

Nicht herangewagt haben wir uns an den Masala Mojito oder den Ingwer Caipirinha. Vielleicht das nächste Mal …

Nam Nam Gastgarten (c) Nam Nam

Nam Nam Gastgarten (c) Nam Nam

STADTBEKANNT meint

Das indische Lokal Nam Nam besticht durch unaufdringliches, unkitschiges Interieur sowie klassische indische Küche von solider Qualität. Auch vegetarische Speisen werden reichlich angeboten, alle davon sind veganisierbar. Im Sommer lockt ein gemütlicher Gastgarten, im Winter ist es drinnen gemütlich.

Als gelungene Mischung aus Moderne und Tradition ist das Lokal ideal für einen entspannten Abend zu zweit oder mit Freunden. Um sich durch die Karte zu kosten, empfiehlt es sich, gleich mehrere Speisen zu bestellen und diese dann zu teilen. Da es nicht allzu viele Tische gibt, empfiehlt sich außerdem eine Reservierung!

 

Ambiente – freundlich und unkitschig Service – freundlich
Qualität – sehr gut Preis – gehobene Mittelklasse
Nichtraucher

Nam Nam

Webgasse 3
1060 Wien

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