Wien – Grätzltipps – 21. Floridsdorf

Floridsdorf Wasserpark (c) STADTBEKANNT Zohmann
Floridsdorf Wasserpark (c) STADTBEKANNT Zohmann

Nächtlich nördliche Gewässer

19. Juni 2014 • 21. Floridsdorf

Der Abend bricht herein, es ist noch hell und eigentlich wäre es schade, zu Hause zu bleiben. Hier ein Tipp: Auch wenn die U6 normalerweise nicht die sympathischste U-Bahn-Linie ist, schadet es nicht, den Weg zwischen den Stationen „Neue Donau“ und „Floridsdorf“ einmal zu Fuß zu gehen.

 

Von der Neuen zur Alten Donau

Foto: STADTBEKANNT Zohmann

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Sofern beim Verlassen der Station „Neue Donau“ nicht von der rosaroten Abendstimmung über dem Wasser abgelenkt, fällt einem das 32 Meter hohe Minarett auf, das zur Moschee am Hubertusdamm gehört. Der eindrucksvolle Komplex mit dem großen grünen Kuppeldach wurde bereits 1979 eröffnet und beherbergt auch eine Koranschule, eine Bibliothek und einen Festsaal. Geht man nun den Nordbahndamm entlang, vorbei an zahlreichen Schrebergärtchen, die dem Spaziergänger leider durch einen Sichtschutz verborgen bleiben, erreicht man bald die Alte Donau.

 

À la carte

Foto: STADTBEKANNT Zohmann

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Vom Hunger geleitet, stattet man dem Restaurant „La Crêperie“ einen Besuch ab. Wenn einen bisher das regelmäßige U-Bahn-Geratter daran gehindert haben sollte, stellt sich die Leichtigkeit der Urlaubsstimmung spätestens dann ein, wenn man die malerische Terrasse betritt, die direkt am Wasser der Alten Donau liegt. Da zahlt sich auch der vielleicht ein bisschen tiefere Griff ins Börserl aus, denn bei so einer Kulisse schmecken die „escargots“ gleich doppelt so gut (und klingen im Übrigen auch doppelt so appetitlich wie „Schnecken“). Das romantische Mondscheinpicknick im Boot ist ein Special, das in den Sommermonaten vom Restaurant geboten wird.

 

Im Wasserpark

Und weil’s so gut geschmeckt hat und der Bauch voll ist, möchte man sich noch weiterhin ein wenig die Beine vertreten. Ein paar Schritte vom Restaurant entfernt schließt direkt der Floridsdorfer Wasserpark an.
Der Wasserpark ist aus einem Auwald am Ende der Alten Donau entstanden und besteht zu einem Drittel aus Wasser. Laternen säumen die Wege und beleuchten zwei Teiche, Bänke, einen Pavillon und kleine Brücken im japanischen Stil. Hier sagen sich Biber und Kröte Gute Nacht, wobei letztere dies lautstark tun. Aber genau das ist die Soundkulisse, die einen die U-Bahn vergessen lässt, die nebenan ihre Linien zieht.

Foto: STADTBEKANNT Zohmann

Foto: STADTBEKANNT Zohmann

Doch einer ist durch seine Präsenz nicht zu übersehen: Wie ein Wächter ragt der Foridotower in die Höhe – immerhin zählt das Bürohochhaus mit seinen 113 Metern und 31 Geschoßen zu den höchsten Bauwerken Wiens. Da darf man auf sich aufmerksam machen! Noch dazu bietet er mit seinen erleuchteten Fenstern und der modernen Architektur einen interessanten Kontrast zu den sumpfigen Teichen und damit außerdem ein schönes Foto-Motiv.

 

Zurück zur U-Bahn

Wer nicht denselben Weg zur U-Bahnstation „Neue Donau“ zurückgehen will, der wird auch auf dem Weg zur Station „Floridsdorf“ auf seine Kosten kommen. Wieder vorbei an „La Crêperie“ geht’s jetzt die Verlängerung des Nordbahndamms entlang der U-Bahn-Linie weiter. Etwas abseits der Straße gibt es hier blätter-überdachte Gehwege, die einen direkt zur U6-Endstation führen und den Abschluss des nächtlichen Spaziergangs bilden.

Foto: STADTBEKANNT Zohmann

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STADTBEKANNT meint

Auch wenn ein Abendspaziergang entlang der U-Bahn-Linie nicht besonders verlockend klingt – es zahlt sich auf jeden Fall aus, Wasserpark und Floridotower einmal in nächtlicher Stimmung zu genießen.

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