Kultur – Musik

(c) http://www.velojet.com
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Musikvideos aus Wien (4). Velojet – Pass It Back

13. Februar 2013 • Musik

STADTBEKANNT schaut Musikvideos aus Wien

Heute: Velojet – Pass It Back. Der Minimalismus des Alltags, projiziert auf 50 Meter der Kulmgasse.



pars pro toto

Die aus Wien beziehungsweise Steyr stammende Band Velojet ist in Indie-Kreisen schon fast ein alter Hase im Business. Spätestens seit Your Side kennt man die Jungs und Mädels aus dem Hause Wohnzimmer. Ronnie Vannucci von The Killers bezeichnete sie gar einmal als: „The best band in Austria”.

In ihrem Video zu Pass It Back aus ihrem Album Heavy Gold steht der Minimalismus des Alltags auf den Straßen Wiens im Mittelpunkt des Geschehens. Gezeigt wird lediglich die Kulmgasse im 16ten Wiener Gemeindebezirk mit deren hektisch flanierenden „Bewohner“. Wien als Mikrokosmos, in Form gepreßt auf die Länge einer herkömmlichen Seitengasse. Doch auch kleine Geschichten sind es Wert erzählt zu werden, so auch hier.

Dabei erschließt sich dem Video eine einzigartige zyklische Form. Den Kontext bietet die Band selbst, scheinbar musizierend im Proberaum, bis sich der Cellist eine Zigarettenpause gönnt. Mit ihm beginnt die Reise. Eine kleine Reise über knapp drei Minuten auf der wir lediglich ein paar Meter hinter uns lassen. Durch die Linse der Kamera, praktisch in Ego-Perspektive, hangeln wir uns von einem Protagonisten zum anderen.

 

Weniger ist manchmal mehr

Immer wenn eine neue Person die Bildfläche betritt, bleibt der Blick der Linse an dieser hängen. Fast zwanghaft folgen wir ihren Schritten. Es scheint als würden ihre Schritte uns quasi hinterher schleifen. Dabei spielt sich die Szenerie lediglich auf ein paar Metern in der Kulmgasse ab, ohne dabei irgendwie unspannend oder fad zu werden und dass obwohl wir nichts anderes sehen als den Alltag und dessen Flaneure. Gerade in diesem Minimalismus steckt der besondere Reiz dieses One-Shot Videos.

 

Gleich zu Anfang des Songs heißt es:

>> and I’ve been chasing you for long
afraid that you were almost gone <<

Diesem Motto schreibt sich das unter der Regie von Stefan Csáky gedrehte Video ein und spinnt es konsequent durch die gesamten 3.18 Minuten Spieldauer des Songs weiter, um schlußendlich dort zu enden, wo unsere kleine Reise durch die Kulmgasse begonnen hat, im Proberaum der Musiker.

Ein wunderbar einfaches, wie auch einfach wunderbares Video von einen der wohl besten und talentiertesten Acts den die heimische Szene zu bieten hat.

Ein pars pro toto Wiens.

(PK)

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