Kultur – Musik

(c) Christoph und Lollo / Ingo Pertramer / Lux Analog
(c) Christoph und Lollo / Ingo Pertramer / Lux Analog

Musikvideos aus Wien (2). Christoph und Lollo feat. Petsch Moser

28. Februar 2013 • Musik

STADTBEKANNT schaut Musikvideos aus Wien.

Heute: „Baby, lass uns unsere Würde behalten“ von Christoph und Lollo in Kollaboration mit Petsch Moser.

 

Geschichten vom Kindsein

Christoph und Lollo und Petsch Moser vereint in einem Video? Das muss doch grandios sein, und so ist es auch. Die einen dem Skispringerlied schon lange entwachsen, die anderen österreichische Indie Rock – Pioniere. Die beiden FM4 Sprösslinge geben sich in ihrem gemeinsamen Lied „Baby, lass uns unsere Würde behalten“ ein Stelldichein und erzählen vom Kind in uns, ohne dabei aber die besungene Würde zu verlieren. Noch einmal Kind sein, das wär‘s

Dabei verlieren sie sich in nostalgischen Tagträumen über früher und damals, als alles noch besser war, ja Kind müsste man noch einmal sein. Und im passenden Video dürfen das die Protagonisten auch noch einmal erleben. Erwachsene Männer erfreuen sich kindischer beziehungsweise viel mer kindlicher Attraktionen. Doch im selben Moment muss das Kind im Manne feststellen: nie wieder wird man die Welt durch Kinderaugen sehen.

 

Gehen wir im Prater, gehen wir in d’Hetz

Haben wir uns letztes Mal mit der Neigungsgruppe schon in den Prater begeben, finden wir uns jetzt im wesentlich sympathischeren Pendant dazu, wieder. Dem böhmischen Prater. Wo sonst, wenn nicht hier, kann Mann wieder Kind sein und dieser Umstand zeigt sich auch in den Gesichtern der Musiker. Doch nun ist alles anders, mit der Zeit und dem Älterwerden wird alles fad, man kann sich an nichts und niemanden mehr erfreuen und die ständige Sensationsgeilheit unserer Gesellschaft lässt uns emotional verstumpfen. Trostlos.

Doch wenn man’s erst mal eingesehen hat, dass der Zahn der Zeit an einem wie eine hungrige Hyäne am Knochen einer verfaulten Antilope nagt, kann man sich doch irgendwie damit arrangieren, dass man die Welt nie wieder mit Kinderaugen sehen wird. Schade eigentlich.

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »