Kultur – Musik

It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back (c) public enemy
It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back (c) public enemy

Musik im Dezember

3. Dezember 2014 • Musik

Den obligaten Jahresrückblicken gleich, liegt das musikalische Augenmerk diesmal auf Wiederveröffentlichungen oder Neuauflagen von Platten, die sich rückblickend als zukunftsweisend herausgestellt haben.

 

The Velvet Underground

The Velvet Underground – 45th Anniversary Super Deluxe Edition
Dieses wegweisende Album von 1969 nahm den Sound vieler erfolgreicher Indie Rockbands der späten Achtziger und darüber hinaus vorweg. Die soeben erschienene sechsteilige Deluxe Edition „The Velvet Underground “ ist das Porträt einer Zeit, in der die Ambitionen der Velvets, kommerziell erfolgreich sein zu wollen, mit einem besonders produktiven Output einhergehen. Die Aggression und die Rauheit der Vorgängeralben mag zugunsten eines sanfteren Zugangs gewichen sein, dieser wiederum wird vom mitunter rohesten und besten songwriting in Lou Reeds Karriere unterwandert, zu hören auf „Beginning to see the light“, „Pale blue eyes“ oder „What goes on“.

 

Public Enemy

It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back (Reissue)
„It takes a Nation…“ ist eines der imposantesten Beispiele, was Rap einmal im Stande war auszulösen. Die Hysterie von damals ist langst vorbei, was bleibt sind zeitlos kluge Texte und gute Musik der Legenden Chuck D. und Flavor Flav. Stücke wie „Don’t believe the Hype“, „Bring the Noise“ oder „She watches Channel Zero?!“ richten sich gegen Sensationspresse und Trash-TV. Letzt genannter Track basiert auf dem zentralen Riff von Slayers Thrash-Klassiker „Angel of Death“ und steht damit gleichzeitig für die musikalische Vielseitigkeit der Platte, die Rap, Soul, Rock sowie Funk ist und zwar alles zur selben Zeit. Angereichert mit Ausschnitten aus legendären Reden von Martin Luther King und Malcolm X ist dieses Album ein Querschnitt Schwarzer Geschichte, verpackt in verschiedenen Schichten aus Sound – ab sofort erhältlich.

 

Yo la tengo

Extra Painful (Reissue)
Yo La Tengo veröffentlichen am zweiten Dezember im Zuge ihres 30jährigen Bandjubiläums eine Neuauflage ihres 1993er Albums „Painful“. Ira Kaplan and Georgia Hubley lieferten damals ein musikalisches Statement ab, das fortan die Indie Musik der Neunziger definieren sollte. Der prophetisch betitelte Opener „Big Day Coming“ oder das Tremolo-groovige „From a Motel 6“ sind Zeugen hierfür. Der bezeichnenderweise „Extra Painful“ betitelte Reissue beinhaltet jede Menge Bonus Material.

 

Silk Rhodes

Silk Rhodes
Die bemerkenswerte musikalische Reise von Produzent Michael Collins und Sänger Sasha Desree begann 1997 in einem alten Honda, der als DIY-Aufnahmestudio umgebaut wurde. Neben einfachen Beats und Loops wurden on-the-road Beobachtungen in Reimform aufgenommen oder Vocals von Autostoppern eingesungen. Eingebettet in solche unmittelbaren menschlichen Erfahrungen, steht dieses Debüt Album für eine neue, unkonventionelle Art der Soul Music. Herausragend: „Face 2 Face“ und „Pains“. „Silk Rhodes“ erscheint am 2. Dezember.

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