Kultur – Musik

Schallplatte Vinyl (c) STADTBEKANNT Hofinger
Schallplatte Vinyl (c) STADTBEKANNT Hofinger

Musik für Diktatoren…

28. Mai 2010 • Musik

Ob sich Strache an einem neuen, zweifelhaften Rap versucht, die SPÖ unter die Hip Hopper geht, oder Obama seine iPod Playlist veröffentlicht – Songtexte sind nicht nur oft politisch, sondern Musik wird auch politisiert.

Und, wie wir immer wieder erfahren durften, Politiker sind oft mit einem bemerkenswert eigenartigem Musikgeschmack ausgestattet.
Während die New York Times 2005 George W. Bushs Lieblings-Jogging-Musik (tief-weißer Country) enthüllte, und Obama sich bei einem Rolling Stone Interview als Mann mit vielseitigem Musikgeschmack (von Bruce Springsteen und Elton John bis Jay-Z) zu erkennen gab, überzeugen Gordon Brown die Arctic Monkeys (vor allem um in der Früh schwungvoll aufzuwachen).


Der britische Guardian hat nun auch die Vorlieben politisch weniger ruhmreicher Kandidaten recherchiert.

Die Ergebnisse sind durchaus erstaunlich:

Osama bin Laden
Der Aufenthaltsort des Bösewichts Nr. 1 ist zwar nach wie vor unklar, über seinen Musikgeschmack wissen wir nun besser Bescheid. Angeblich lauscht er, neben Van Halen und den B-52s, mit großer Begeisterung Whitney Houstons musikalischen Ergüssen. Nicht nur das, sie ist für bin Laden zudem die schönste Frau die er jemals gesehen hat. Gerüchteweise wollte er daher der Sängerin ein Haus in Khartum schenken und nebenbei auch gleich (mittlerweile Ex-) Ehemann Bobby Brown umbringen lassen.

Robert Mugabe
Seit 1987 „gewählter“ Präsident von Simbabwe und angeblich großer Cliff Richard Fan. Als Bob Marley bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag 1980 auftreten sollte, fand Mugabe ihn zu ungepflegt und schlug den „perennially wholesome Cliff Richard“ stattdessen vor. Dieser war zum Konzerttermin allerdings bereits anderwärtig beschäftigt.
Ein Detail am Rande: Robert Mugabe erhielt in Simbabwe den Spitznamen „Bob And The Wailers“, da sich seine Autoeskorte stets mit lautem Sirenenlärm und blitzenden Lichtern ankündigt.

Kim Jong-Il
Nordkoreas Diktator ist ein mysteriöser Zeitgenosse. Versteckt hinter dunklen Sonnenbrillen kennt man ihn und sein Land hauptsächlich als Ausrichter seltsamer Massenspektakel. Während Spitzenpolitiker andernorts mit Privatflugzeugen reisen, steht Jong-Il ein Privatzug zur Verfügung – der ist dafür aber mit einem Karaoke-Raum ausgestattet. Musikalisch steht der Diktator angeblich auf Eric Clapton. Den hat er als ersten Künstler aus dem Westen zu einem Konzert in Nordkorea eingeladen. Clapton hat dieses Angebot übrigens aus irgendeinem Grund bisher nicht wahrgenommen…

Mahmoud Ahmadinejad
Der iranische Präsident hatte 2007 Chris de Burgh eingeladen, als erster westlicher Künstler seit 1979 im Iran aufzutreten. Die Zusage von „Chris de Burka“, wie die Medien ihn seitdem gerne nennen, im Teheraner Azadi Stadion zu singen folgte und wenig später auch die Absage. Die Proteste nach den letzten Wahlen scheinen de Burgh dann doch irgendwie abgeschreckt zu haben.

Weitere musikgeschmackliche Highlights finden interessierte LeserInnen hier

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