Kultur – Musik

Schallplatte Vinyl (c) STADTBEKANNT Hofinger
Schallplatte Vinyl (c) STADTBEKANNT Hofinger

Musik 2.0: Spotify

16. November 2011 • Musik2 Kommentare zu Musik 2.0: Spotify

„Die umfassendste, jederzeit verfügbare Musikbibliothek der Welt“, so wirbt die schwedische Online-Plattform Spotify für ihr ab sofort auch in Österreich nutzbares Angebot von lizenziertem Musik-Streaming, das der angeschlagenen Musikindustrie vielleicht neue Einkommensfelder erschließen kann. Wir haben uns Spotify angesehen…

Wie funktioniert das?

Anmelden, die an iTunes erinnernde Software (auf beliebig vielen Computern) herunterladen, und schon stehen einem 15 Millionen Songs zur (fast) freien Verfügung, die man sich online und ohne Verzögerung anhören kann – per App auch auf mobilen Geräten. Damit holt Spotify vor allem diejenigen UserInnen ab, die bisher Musik hauptsächlich auf Youtube gehört haben, und auch Piratierie will die Plattform das Wasser abgraben: schneller, einfacher und vor allem legal ist das Angebot von Spotify ja schließlich, und die Künstler verdienen mit: Spotify hat ein Modell entwickelt, mit dem KünstlerInnen für das Anhören ihrer Lieder Geld verdienen – zwar nur minimal, wie eine Infografik zeigt, aber immerhin.

Gratis, Unlimited, Premium?

Für gratis UserInnen ist das Musikhören auf 20 Stunden pro Monat beschränkt – nicht viel, wenn man nicht nur ein paar Songs pro Tag hören möchte – zusätzlich wird zwischen den Songs auch hin und wieder Werbung geschalten – schließlich muss das Angebot ja auch finanziert werden. Das unlimitierte Streamen komplett ohne Werbung bekommt man für 4,99 Euro pro Monat, das „totale Angebot“ mit verbesserter Audioqualität, mobilem Musikhören und offline-Modus für einzelne Playlists bekommt man für 9,99 Euro. Funktionen, für die man bezahlen muss gibt es jedenfalls genug: ähnliche Künstler entdecken, Musik via Facebook sharen, Playlists erstellen oder Künstlerradios lauschen kann man teilweise nur als Premium-User.

Musik gegen Userdaten

Während die einen schon von der Revolution des Musikkonsum sprechen, sehen die anderen nur den nächsten Web 2.0 Hype – denn so wirklich neu ist das alles ja nicht und ohne Konkurrenz steht Spotify auch nicht da: Angebote wie das empfehlenswerte Grooveshark und Simfy bieten ähnliches und sind ebenfalls weitgehend kostenlos, vieles wird auch von last.fm und Youtube abgedeckt. Und auch berechtigte Kritik gibt es natürlich genug: die Einen sagen, es wäre eigentlich das Gleiche wie bezahltes Fernsehen, das man aber nicht aufnehmen darf, die anderen bekritteln die Daten-Sammelwut und sehen das Ganze als Schritt in Richtung gläserne UserInnen – so ist es etwa wirklich bedenklich, dass Spotify Zugang zu deinem Facebook-Profil verlangt und so auch Zugriff auf deine Freundesliste und Vorlieben hat – und für vorbildlichen Datenschutz ist die Social Media Plattform ja nicht gerade bekannt. Will man also seine Daten für gratis Musik hergeben?

Spotify hat viele Vorzüge, allerdings auch genug Kritikpunkte, die Plattform ist sicher kein Masterplan für die Zukunft des Musikkonsums, sondern nur ein Konzept von vielen. Ob es sich durchsetzt, sollte der mündige User für sich selbst entscheiden. Fakt ist allerdings wohl: die Zukunft des Musikvertriebs liegt nicht im physischen Datenträger.

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2 Antworten auf Musik 2.0: Spotify – Verstecken

  1. pord sagt:

    es gibt nur…
    grooveshark!!!

  2. pflanzner sagt:

    °°°°°
    JEEEE JEEEE -ENDLICH!!

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