Wien – Leben

Waschsalon
Waschsalon

Mein wunderbarer Waschsalon

14. Februar 2013 • Leben

Wiens Münzwäschereien

Eingeführt in den 30ern, als Waschmaschinen noch unerschwinglich waren, haben sich Waschsalons spätestens in den 80ern durch ständige Präsenz in der amerikanischen TV- und Filmwelt in die populäre Alltagskultur eingeschlichen.

Der heutige Trend zum Eigengerät hat leider zu einem Massensterben der „Laundrettes“ geführt, aber Gott sei Dank sind sie nicht ganz totzukriegen – im Gegenteil: in den verbliebenen Wäschereien herrscht Hochbetrieb.

 

Kulturbuntes Klientel

Tatsächlich: geschätzte zwanzig Münzwäschereien gibt es noch in Wien. Wer also nicht auf den Calgon-Mann gehört hat und deshalb vor lauter Kalk nicht mehr waschen kann oder wer die sonntägliche Wäsche einfach nicht allein sondern vor fremden Leuten bewältigen will, der sollte einfach vorbeischauen. Auch FreundInnen von Voyeurismus oder Exhibitionismus werden voll auf ihre Kosten kommen, denn ganz in Alltagsgeschichten-Manier ziehen sich einige junge solariumgebräunte Herren bis auf ihre Unterwäsche aus, um die Waschmaschinenkapazität wirklich noch bis zum Letzten auszunutzen. Das restliche Waschsalon-Publikum ist dabei überraschend inhomogen: während sich in der einen Ecke eine jüngere Öko-Mutter mit ihrem Kind beschäftigt, streiten sich im anderen Eck zwei ältere Damen um ihren Stammautomaten. Wiener und Wienerinnen mit oder ohne Migrationshintergrund, Backpacker und Touristinnen treffen hier in perfekter Harmonie aufeinander – der Klang sich drehender Waschtrommeln hat offenbar beruhigende Wirkung.

 

Wenn die Motten im Teppich hausen

Ein Tag im Waschsalon hat aber nicht nur soziologisch interessante Komponenten – auch die harten Fakten stimmen: die in den Waschsalons anzutreffenden Maschinen sind technisch auf dem neuesten Stand: das Waschmittel wird automatisch dosiert – bessere Waschergebnisse ohne Rückstände oder Wasserbelastung sind also garantiert – und auch das geniale Prinzip „Waschen und Trocknen in Einem“ klingt nach Zukunftsmusik, ist aber im Waschsalon schon Realität. Kein lästiges Umräumen mehr, einfach Wäsche rein, Zeitung lesen oder Kaffee trinken gehen – und nach etwa einer Stunde ist die Sache erledigt – trocken, sauber, falten- und fusselfrei. Auch Preislich ist das ganze mehr als in Ordnung: 8kg Wäsche waschen und trocknen kostet z.B. bei Green&Clean (mit 3 Filialen in ganz Wien) 8 Euro. Das ist Wäsche von etwa zwei Wochen – rein rechnerisch hat man nach erst zwei Jahren den Preis einer mittleren Waschmaschine erreicht – allerdings ohne Wartungs- und Waschmittelkosten – und ohne den unschätzbaren Spaßfaktor mit einzuberechnen! Noch ein Vorteil hat die Wäscherei: Teppiche, Steppdecken und Federkissen kriegt man eher schwer in die eigene Maschine – für Waschsalons stellt dies allerdings kein Problem dar.

Green&Clean

Thaliastrasse 7
1160 Wien
http://www.greenandclean.at/greenandclean_at/w.php

 

 

 

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