Wien – Grätzltipps – 21. Floridsdorf

Leopoldau (c) STADTBEKANNT Zohmann
Leopoldau (c) STADTBEKANNT Zohmann

Leopoldau

23. September 2016 • 21. Floridsdorf

Wir spazieren durch den 21. Bezirk

Leopoldauer Straße, Leopoldauer Platz, Leopoldauerhof, Leopoldauer Torte… Auf unserem heutigen Spaziergang heißt alles „Leopoldau“.

Das ursprüngliche „Schwanendorf“ (übersetzt aus dem Slawischen) erhielt seinen heutigen Namen „Leopoldau“ im Jahr 1734 – benannt nach Kaiser Leopold I. Während die Leopoldauer Straße in Punkto Schönheit nicht überzeugt, ist der Platz, in den sie mündet um einiges ansehnlicher. Trotzdem – ein paar Flecken verdienen mehr als nur einen flüchtigen Blick.

 

Düster – der Friedshofspark

Düster geht es los: Mit dem Hans-Hirsch-Park betreten wir den ehemaligen Donaufelder Friedhof. Die länglich gestreckte Parzelle wurde 1924 als öffentlicher Park eröffnet. Hochgewachsene Linden säumen den einsamen, schnurgeraden Weg und scheinen einen zu mahnen, diesen auch nicht zu verlassen. Wie Wächter des ehemaligen Friedhofs ragen sie in die Höhe, von dem heute nichts mehr zu sehen ist – bis auf einen einzelnen Grabstein, der die Ruhestätte der Familie des früheren Donaufelder Bürgermeisters Franz Plankenbüchler bezeichnet. Der Park ist schnell durchschritten – am Ende treffen wir auf die Hassingergasse.

Leopoldau Park (c) STADTBEKANNT

Leopoldau Park (c) STADTBEKANNT Zohmann

 Weitreichend – die Skyline am Satzingerweg

Bevor wir uns nach links der Leopoldauer Straße zuwenden, gehen wir die Hassingergasse rechts hinunter zum Satzingerweg. Hier eröffnet sich ein ungewohnt weiter Blick über die Felder, der uns außerdem die Skyline Wiens präsentiert. Danach geht’s wieder zurück und wir spazieren durch das Edelsteinviertel zur großen Hauptstraße. Dabei passieren wir – wie könnte es anders sein – klingende Gassennamen wie die „Rubin“-, „Opal“- oder „Diamant“-Gasse. Hier wird die Strategie nach dem 2. Weltkrieg deutlich, wie neueröffnete Straßen in abgegrenzten Arealen nach zusammengehörigen Begriffen benannt wurden. Die Edelsteingasse macht den klingenden Namen schließlich ein Ende und entlässt uns auf die Leopoldauer Straße.

Leopoldau Skyline (c) STADTBEKANNT

Leopoldau Skyline (c) STADTBEKANNT

Geschmacksvoll – der Leopoldauerhof an der Leopoldauer Straße

Für einen Spaziergang ist die Straße nicht wirklich geeignet. Es empfiehlt sich, den Bus zu nehmen, um zum Leopoldauer Platz zu gelangen, der um einiges hübscher anzusehen ist. Allerdings machen wir zuvor noch Halt bei der Nummer 151. Auf einer unansehnlichen Hauptstraße tut es gut, auf ein schönes Restaurant mit nettem Ambiente zu treffen. Solch eines finden wir im Leopoldauerhof, der seine Gäste in hellen Speiseräumen mit typischen Wiener Schmankerln verwöhnt. Noch dazu preisgünstig werden Wochenmenüs angeboten: Zwischen 11:00 und 14:00 Uhr können Kürbisrisotto, Schweinsbraten und Co. um 6,20 Euro verzehrt werden. Wir hoffen natürlich auf schöne Herbsttage, an denen auch im schönen Gastgarten gespeist werden kann.

Leopoldau Leopoldauerhof (c) STADTBEKANNT

Leopoldau Leopoldauerhof (c) STADTBEKANNT

Hübsch anzusehen – Der Leopoldauer Platz

Nun gelangen wir endlich zum Leopoldauer Platz. Gleich zu Beginn, kurz bevor sich die Straße teilt, um den Platz dazwischen einzurahmen, entdecken wir das Restaurant Schabanack. Das gelbe Haus sowie sein Kastanienbaum im Hof stehen hier bereits seit 110 Jahren. Im vorigen Jahrhundert kehrten dort Fuhrwerke und Reisende ein, die Richtung Wien unterwegs waren. Der Schabernack sitzt nicht nur im Namen, sondern zeigt sich auch im lustigen Clown-Dekor, das einem während urig-deftiger Mahlzeiten Gesellschaft leistet.

Leopoldau Restaurant Schabanack (c) STADTBEKANNT

Leopoldau Restaurant Schabanack (c) STADTBEKANNT

Ein Stück weiter treffen wir auf die Konditorei Kriegl, die ebenfalls auf eine lange Geschichte zurückblickt. Eine Spezialität, die man in der gemütlichen Kaffeestube verzehren kann, ist die Leopoldauer Torte, die von der Familie Kriegl zum 100jährigen Jubiläum kreiert wurde und sich aus hellem Biskuit, Nougatcreme, karamellisierten Kakaobohnen und feinen Schokoladefächern zusammensetzt.

Um den Spaziergang ausklingen zu lassen, empfiehlt es sich nun, den weitläufigen Platz noch weiter zu erkunden. Gegen Ende stoßen wir auf den Leopoldauer Friedhof und den Karl-Seidl-Park, der als früherer Dorfplatz von Leopoldau nach dem Begründer der Leopoldauer Blaskapelle benannt wurde.

Leopoldau Friedhof (c) STADTBEKANNT

Leopoldau Friedhof (c) STADTBEKANNT

STADTBEKANNT meint

Auch wenn die Leopoldauer Straße sich nicht für einen schönen Spaziergang eignet – sie hat doch ein paar sehenswerte Fleckchen anzubieten. Kleine Nebenstraßen führen durch Edelsteinviertel zu Plätzen mit Aussicht und auch kulinarisch wird man ansprechend versorgt. Gutes Essen und Leopoldauer Torte findet man auch am Leopoldauer Platz, der schließlich auch äußerlich mehr überzeugt. Am Ende wird es doch noch zum Spaziergang, den wir mit Park und Friedhof ausklingen lassen.

 

Leopoldauerhof
Leopoldauerstraße 151
Mo – So: 11:00 – 24:00 Uhr

Restaurant Schabanack
Leopoldauerplatz 90
Mo – So: 11:00 – 24:00 Uhr

Konditorei Kriegl
Leopoldauerplatz 89
Di – Fr: 08:00 – 22:00 Uhr
Sa, So und Feiertag: 8:00 – 19:00 Uhr

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