Wien – Grätzltipps – 7. Neubau

Neubaugasse (c) STADTBEKANNT
Neubaugasse (c) STADTBEKANNT

Leben und Wohnen in Neubau

29. Mai 2010 • 7. Neubau, Grätzltipps

Im nächsten Teil unserer Grätzlrunde wollen wir den 7. Bezirk vorstellen

„Am Neubau“ wohnt man, und nicht „in Neubau“.

Der 7. Wiener Gemeindebezirk ist der drittkleinste Bezirk und zählt zu den am dichtesten verbauten Bezirken Wiens. Bekannt ist der 7. Bezirk vor allem durch den Spittelberg. Ja, der Spittelberg – dort, wo der jährliche Weihnachtsmarkt in den schmalen Gassen mit den kleinen Biedermeierhäusern stattfindet. Und diese kleinen Biedermeierhäuser sind ja nahezu charakteristisch für den Spittelberg, denn sie spiegeln das Bild eines kleinen Dorfs wieder, ein Dorf mitten in einem Szene-Viertel. Doch das war nicht immer so – früher prägten vor allem die Prostituierten das Stadtbild des Spittelbergs. Doch die Zeiten sind längst vorbei – assoziiert wird heute mit dem 7. Bezirk das Wort „Boboville“ oder einfach nur „Bobo-Gegend“, dort wo sich die bürgerlichen Alternativen herumtreiben, ihren Aperol Spritzer im Schultz trinken oder den Abend im Wiener Museumsquartier ausklingen lassen. Tja – das Stadtbild verändert sich eben. Heute befinden sich zahlreiche Möbel-Geschäfte, Bars und Ateliers in den Straßen des Spittelbergs, von Prostitution und sichtbarer Armut ist hier keine Spur mehr. Was macht den 7. Bezirk eigentlich so besonders? Tja, darauf gibt es auch eine Vielfalt an Antworten – sind es die traditionellen Altbauhäuser? Oder die vielen Gastronomiebetriebe? Das Museumsquartier? Die Shops der Designer? Jeder muß seine Antwort selbst finden. Aber ich, als Zugereiste, kann sagen: es ist das Lebensgefühl. Das Gefühl aus dem Haus zu gehen und mitten auf der Spittelberggasse zu stehen ist durch nichts zu ersetzen. Ein Blick links – das Museumsquartier – ein Blick rechts – der Siebensternplatz – und ich weiß: i bin daham! 

Meine persönlichen Grätzltipps:

Wer am Sonntag Vormittag mit seinen besten FreundInnen gerne Brunchen geht, sollte ins Café Europa gehen. Für Euro 10,90 könnt ihr euch ausreichend am Buffet bedienen: frisches Obst, guter Käste&Schinken – von A bis Z – alles frisch zubereitet. Inkludiert ist ein Kaffe oder Tee. Die angenehme Atmosphäre und das „leckere“ Frühstück machen das Cafe Europa zu meinem Sonntag-Vormittag-Lieblingslokal. Ein paar Gassen weiter, befindet sich das Espresso in der Burggasse. Das Espresso zeichnet sich durch seine exzentrische Ausstattung aus, die an die eigene Kindheit erinnert. Die bunten Plastikbezüge an den Tischen – einfach Retro. Und ein Muss für jeden Neubau-Fan. Für den Nachmittags-Kaffee kann ich vor allem die Kantine im Museumsquartier empfehlen. Gegenüber des Mumoks situiert, bietet die Kantine einen wahnsinnig guten Cafe Latte, sowie die beste Linsensuppe der Stadt. Aber auch die Pita-Spezialitäten sind besonders zu würdigen. Im Sommer gibt es die Möglichkeit auch draußen zu sitzen, um den Abend mit einem Averna-Sour ausklingen zu lassen.

Nicht zu vergessen ist das Amerling-Beisl. Ganz versteckt im Amerlinghaus findet man das Beisl mit besonderem Charme: Getränke Specials am Wochenende, ausgezeichnete Küche zu günstigen Preisen und natürlich die entspannte Atmosphäre. Zusätzlich bietet das Amerlinghaus, das sich als Kulturzentrum Spittelberg positioniert hat, Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Räume zum Anmieten.

Wir begeben uns wieder vom Museumsquartier weg und zwar zurück in die Zollergasse, wo vor kurzem der Laden „Wood Wood“ eröffnet hat: trendige Mode zu leider nicht sehr moderaten Preisen. Ein paar Minuten entfernt, mitten auf der Neubaugasse, findet man Shu! – die schönsten Schuhe, aber leider nicht sehr preiswert. Aber ein gefundenes Fressen für Schuhfetischisten. Für den Shopping-Imbiss zwischendurch kann ich das Lena & Laurenz empfehlen: frisches Obst, Sandwiches, Suppen und Salate und alles frisch zubereitet. Ein absolutes Muss! 

Meine letzten Tipps: um etwas für das persönliche Wohlbefinden tun zu können, empfehle ich die Stressdeponie, die sich in der beliebten Siebensterngasse befindet. Neben ausgewählten, hochwertigen Körperprodukten, bietet die Stressdeponie diverse Massagen: angefangen von der klassischen Massage, über Shiatsu, Kahi Loha bis hin zu Reiki-Behandlungen. Die charmanten Massageräume sorgen für das ultimative Entspannungsflair – definitiv ein Besuch wert – einfach den „Stress deponieren“. Nur wenige Gehminuten entfernt, in der Lindengasse, befindet sich der Biomarkt Maran, der durch seine ausgewählten Bio-Produkte glänzt. Von A bis Z gibt es dort alles aus biologischem Anbau. Für die Yogi-Tee-Fans da draußen: oft gibt es sie im Biomarkt Maran zu sehr moderaten Preisen. Und wenn wir schon auf der gesunden Schiene fahren, ist mein letzter Empfehlungstipp Naturkost St. Joseph in der Mondscheingasse.

Im Großen und Ganzen ist es kein leichtes Unterfangen die besten Plätze aus meinem Grätzl herauszufiltern – denn der 7. Bezirk bietet eine Vielfalt von Gastronomiebetrieben, Designershops, Ateliers,…, die es alle wert sind sie zu erwähnen. Obwohl so dicht bebaut und wenig Grün, von jung bis alt, gibt es stets einen Gedanken: einmal Neubau, immer Neubau!

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