Wien – Grätzltipps – 8. Josefstadt

Schlesingerplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann
Schlesingerplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann

Kulinarische Kontraste in der Josefstadt

7. September 2015 • 8. Josefstadt, Grätzltipps

Traditionelles neu entdecken

Heute präsentiert sich die Josefstadt kulinarisch kontrastreich: Nostalgische Restaurants gehen auf aktuelle Bedürfnisse ein, moderne Lokale bereiten Traditionelles neu auf.

Dass die Josefstadt kulinarisch einiges zu bieten hat, wissen wir bereits. Trotzdem ist es interessant, sich vor allem die Kontraste vor Augen zu führen, mit welchen die heutige Lokalwelt zu spielen versucht. Im Folgenden besuchen wir Restaurants und Bars des 8. Wiener Gemeindebezirks, unter denen die einen für Nostalgie-Fans die Zeit still stehen lassen und die anderen im modernen Ambiente auf alte Werte setzen.

 

Nostalgie vs. Modernität

Vitrine Verdi (c) STADTBEKANNT Zohmann

Vitrine Verdi (c) STADTBEKANNT Zohmann

Erste Station auf einer kleinen Zeitreise ist die Lange Gasse 16. Eine kleine Treppe führt den Gast über ein paar Stufen hinunter in die Pizzeria Verdi. Und damit betritt er gleichsam eine andere Welt: Im gedämpften Licht werden Film- und Opern-Plakate an den Wänden sichtbar, die einen nostalgisch stimmen, im Hintergrund tönt dazu in angenehmer Lautstärke klassische Musik. Es scheint ein bisschen, als wäre die Zeit stehen geblieben – dabei wird absichtlich auf Altbewährtes gesetzt. Im Internet ist man nicht vertreten, denn hier wird die persönliche Empfehlung groß geschrieben: „Diejenigen, die uns finden wollen, werden uns finden!“. Und wer diese Pizzeria einmal gefunden hat, lässt sie so bald nicht mehr los, das bestätigen zahlreiche Stammgäste, die vor allem auch Dienstage und Samstage sehr schätzen, an denen jede Pizza nur 5 Euro kostet.

Tische Bernhauers (c) STADTBEKANNT Zohmann

Tische Bernhauers (c) STADTBEKANNT Zohmann

Weniger nostalgisch, dafür moderner ist das Ambiente im Restaurant Bernhauers in der Pfeilgasse. Das Lokal ist gemütlich, ohne etwas in Punkto Modernität oder Schick einbüßen zu müssen. Es ist eben auch beides möglich: Der im Holzdesign gehaltene Raum strahlt Wärme aus und gibt dem Gast das Gefühl, hier gut aufgehoben zu sein, während die schön gedeckten Tische edles Flair versprühen. Der charmante Service tut sein Übrigens, um den Wohlfühlfaktor in die Höhe zu treiben, während Gerhard Bernhauer höchstpersönlich in der offenen Schauküche im vorderen Teil des Restaurants die Kochlöffel schwingt und damit kreative Eigenwerke klassischer österreichischer und mediterraner Küche kreiert. Dabei wird darauf geachtet, dass Zutaten heimischer Herkunft verwendet werden.

Pizzeria Verdi
Lange Gasse 16
Mo- So: 17:00 – 24:00 Uhr

Bernhauers
Pfeilgasse 2
Mo: 18:00 – 22:00 Uhr
Di – Fr: 11:30 – 14:30 Uhr / 18:00 – 23:00 Uhr

 

Alt Wiener Tradition

Die nächsten beiden Lokale führen uns wieder zurück in die Vergangenheit, genauer: In die Alt Wiener Tradition.

Bar Jahrhundertbeisl (c) STADTBEKANNT Zohmann

Bar Jahrhundertbeisl (c) STADTBEKANNT Zohmann

In der Florianigasse befindet sich das Jahr100beisl. Bei Betreten des Lokals hat man sofort die Assoziation des Ur-Wieners, auf einem der Hocker an der Holz-Bar sitzend, Gespräche mit der Person dahinter austauschend, oder auch stillschweigend sein Bier genießend. Das ist das Ur-Wienerische in seiner reinsten Form – und das Ambiente trägt sein Scherflein dazu bei: Wände, Türen und Stühle sind im dunklen Holz gehalten, schummriges Licht fällt auf die matten Scheiben und erleuchtet den schlicht eingerichteten Speisesaal. Es ist traditionell, urig, einfach. Dementsprechend gibt’s zu essen, was man an einem Ort wie diesem auch erwartet: Heimische Wiener Küche mit regionalen Spezialitäten. Doch der treue Stammgast lässt sich natürlich zuvor noch an der Bar zum obligaten Schwatz nieder, bevor es in den Speisesaal geht. So viel Wiener Gemütlichkeit muss sein!

Tische Mascherl (c) STADTBEKANNT Zohmann

Tische Mascherl (c) STADTBEKANNT Zohmann

Auch anderswo scheint die Zeit zum Stillstand gekommen zu sein: Im Café Mascherl begegnen einem Alt Wiener Charme und Flair zur Jahrhundertwende. Das zeigt sich ebenfalls vor allem in der Ausstattung: Dunkle Holz-Sessel und Bar-Hocker, gläserne Kronleuchter und gerahmte Fotos von Wien aus vergangenen Zeiten. Das Motto: Schlicht, einfach, gut. Das betrifft auch die kulinarische Versorgung, die von der klassischen Tasse Wiener Kaffee, über hausgemachte Mehlspeisen bis hin zum Wiener Flammkuchen führt. Auch gibt es einen Alt Wiener Samstagsbrunch (mit Voranmeldung), der keine Wünsche offen lässt. Dass es hier an nichts fehlt, ist der charmanten Kaffeehaus-Besitzerin zu verdanken, die dem Lokal mit dem Namen „Mascherl“ auch eine persönliche Note verleiht: Einerseits als Zeichen ihrer Liebe zur Alt Wiener Kaffeehaustradition und andererseits als persönliches Faible – denn ohne Mascherl wird man sie selten antreffen.

Jahrhundert Beisl
Florianigasse 35
Mo – Fr: 11:00 – 01:00 Uhr
Sa: 18:00 – 01:00 Uhr

Café Mascherl
Piaristengasse 15
Di – Do: 10:00 – 21:00 Uhr
Mi – Fr: 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag Brunch bei Reservierungen ab 10:30 Uhr

 

Ein klassisches Getränk im jungen Ambiente

Nun gehen wir noch etwas trinken. Was soll’s sein? Bier oder Wein? Warum nicht beides?

8undzwanzig Foto: STADTBEKANNT Zohmann

8undzwanzig Foto: STADTBEKANNT Zohmann

Zuerst kommen wir zur Vinothek 8undzwanzig in der Schlösselgasse. Hier merkt man: Es kommt einfach darauf an, in welcher Art und Weise man sich präsentiert. Zwar wird hier klassisch edler Wein verköstigt, das Ambiente allerdings ist jung und modern. Ein Raum reicht aus, um eine angenehme, lustige Atmosphäre zu kreieren, hier und da ein Pinselstrich an der Wand verleiht dem Ganzen einen interessanten Touch. Zur obligat umfangreichen Weinkarte kommen regionale Schmankerln, die – freundlich und charmant serviert – in Kombination einen besonderen Abend kreieren.

Theke Bierkanzlei (c) STADTBEKANNT Zohmann

Theke Bierkanzlei (c) STADTBEKANNT Zohmann

Zu guter Letzt wird noch ein Bier in der Bierkanzlei konsumiert, die wir in der Breitenfelder Gasse finden. Die Getränkekarte ist – dem Lokalnamen entsprechend – sehr umfangreich, bietet aber zudem frisch gezapfte Bierspezialitäten vom Fass, wie das Bierkanzlei Hausbier. Wer noch hungrig ist, kann aus dem Original Wiener Suppentopf schöpfen, Flammkuchen aus dem Pizzaofen bestellen, Toasts in unterschiedlichsten Variationen probieren und auch Naschkatzerln kommen mit heißer Liebe oder dem coolen Steirer (Vanilleeis mit Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen) auf ihre Kosten. Doch nicht nur für das leibliche Wohl wird gesorgt: Gemäß dem Leitspruch „Eure Musik ist unser Bier“ kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz – bei den regelmäßig stattfindenden Musikevents sorgen junge Musiker mit Live-Musik für noch gemütlicheres Ambiente.

8undzwanzig
Schlösselgasse 28
Mo – Do: 16:00 – 21:00 Uhr
Fr: 16:00 – 02:00 Uhr
Sa: 18:00 – 02:00 Uhr

Bierkanzlei
Breitenfelder Gasse 22
Di – Mi: 17:00 – 24:00 Uhr
Do – Sa: 17 :00 – 02:00 Uhr

 

STADTBEKANNT meint

Kulinarische Kontraste lassen sich in der Josefstadt zu Genüge entdecken. In manchen Restaurants packen einen nostalgische Gefühle, wobei das Festhalten an alten Tradition keinesfalls mit altmodischem Flair gleichgesetzt werden darf. Im Verdi fühlt man sich in eine andere, längst vergangene Zeit zurückversetzt, kann aber zugleich darauf zählen, dass auf aktuelle Bedürfnisse eingegangen wird, während im Bernhauers eine moderne, edlere Atmosphäre herrscht. Im Jahr100beisl und im Café Mascherl bekommt man Alt Wiener Tradition zu spüren und zu schmecken und wird gedanklich ins Wien um die Jahrhundertwende gebracht. Bier und Wein lassen sich schließlich im 8undzwanzig und der Bierkanzlei verkosten.

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