Lifestyle – Skurriles

Wörthersee Kärnten (c) Pospisil stadtbekannt.at
Wörthersee Kärnten (c) Pospisil stadtbekannt.at

Kärnten helfen – aber oldschool!

23. August 2013 • Skurriles

Auf zu alten Ufern!

Kärnten – ein Land voller Seen, landschaftlicher Schönheit und eigentümlicher Bräuche. Leider geht es dem Bundesland finanziell nicht so gut, wie man es ihm wünschen würde.

Zuletzt machte Kärnten wieder mit einem Schuldenstand von 4,8 Mrd. auf sich aufmerksam. Wir machen uns Sorgen und haben uns überlegt, wie man die leeren Kassen wieder füllen kann.

 

Schuster bleib‘ bei deinen Leisten

Weil man nicht jedes Mal das Rad neu erfinden kann und Österreich generell Neuem nicht immer aufgeschlossen ist, meinen wir: auf zu alten Ufern! Die Unkenrufe, wonach Korruption eines der größten politischen Probleme in Österreich sei, hören wir gar nicht. Denn international gesehen liegen wir lediglich im Durchschnitt. Also sind wir der Ansicht, Kärnten könnte wieder ein wenig mehr davon gebrauchen und haben da ein paar Ideen.

 

Singen für die Landeskassen

Die vielfältige Kärntner Kultur ist vor allem von seinem anrührenden Liedgut geprägt. Smash Hits des Kärntner Volksliedguts wie „Bei dar Gurken bin is gangen“, Melancholisches wie „Und draußen im Wald rinnt a Wasserle kalt“ oder praktisch Orientiertes wie „Was zahnst denn“ werden noch immer von jedermann geträllert. Damit muss jetzt Schluss sein!

In einer im Nachhinein formulierten „Ausschreibung“ sollte das Land sein Liedgut zum Verkauf anbieten – inklusive aller Vermarktungsrechte. Geschickte Vorstandsbesetzungen helfen im Allgemeinen immer weiter, hier sicherlich auch. Und wer es transparenter mag, sollte über die Einführung einer Goldkehlchensteuer nachdenken. Der jährliche Sieger beim Höchststeuersatzrennen bekommt feierlich den diamantenen Pfeifhasen verliehen.

 

Reliquienhandel

Da in Kärnten der Personenkult über lange Zeit hinweg aktiv betrieben wurde, könnte das Land mit Reliquienhandel etwaige Finanzlöcher stopfen. Einfach ein paar Holzsplitter, Bierkrüge oder Krachlederne konfiszieren und ab damit in den Webshop!

Marterl (c) Pospisil stadtbekannt.at

Marterl (c) Pospisil stadtbekannt.at

Kärntner Turbo

Eng mit der nostalgischen Seite der KärntnerInnen verbunden ist die Liebe zum schnellen Fahren. Worüber sich andere beschweren, könnte eine Goldgrube für Kärnten werden. Verkehrssünder überall? Geschwindigkeitsübertretungen en masse? Spitze! Denn ein Korruptionsklassiker hilft hier weiter und kann die Weihnachtsgelder der Angestellten beim Land herbeischaffen: Bestechlichkeit.

Einfach eine kurze Mitarbeiterschulung machen, wie man am unmissverständlichsten gegen einen kleinen Obolus ein paar Hühneraugen zudrückt. Diese Strategie eignet sich auch als Touristenmagnet – am besten ein paar Flyer am nächsten GTI-Treffen auflegen.

 

„I can sell you something bigger“

Staatsbürgerschaften verkaufen ist von gestern. Nur die großen Fische bringen wirklich Zaster. Und die findet man gemeinhin in den Kärntner Seen. Also könnte man in Zukunft Urlaub am „Lake Abramovic“ machen, in der „BP-Bucht baden“ und den Öllackerln vom Steg aus beim Vorbeischwimmen zusehen. Oder gleich das ganze Bundesland nach einem tierischen Energydrink benennen? Geht nicht, gibt’s nicht.

Frosch (c) Pospisil stadtbekannt.at

Frosch (c) Pospisil stadtbekannt.at

Kulinarisch neue Wege beschreiten

Kärnten ist eine Genussregion. Aber abseits von köstlichen Kärntner Kasnudeln oder Gerichten mit lustigen Namen, wie Dampffarfel oder Katzngschra könnte sich Kärnten mit einer fast vergessen geglaubten Methode helfen: dem Schwarzmarkt! Die Krise zeigt, der offizielle funktioniert auch nicht immer so, wie er soll. Warum also nicht eigene Gesetze aufstellen und Genießer aus dem Ausland anlocken?

Da es in Kärnten nur so kreucht und fleucht, schlagen wir vor, einfach etwas einzufangen und zu verhökern. Aufmerksamen stadtbekannt-RedakteurInnen ist das häufige Vorkommen des langsamen Kärntner Waldfrosches ins Auge gestochen und schon haben wir eine Einnahmequelle: Eine illegale Handelsroute direkt nach Frankreich! Damit man auch bald in Paris „cuisse de grenouille de la Carinthie“ essen kann!

 

Wir haben Hoffnung

Liebe KärntnerInnen: nicht verzagen! Besinnt euch so schöner Redensarten wie: „Ist der Ruf erst runiert…“, denn dann kann man endlich sagen: „Loss leih lahfn!“. Und falls ihr nicht mehr weiter wisst, raten wir euch, einfach mal vor dem nächsten Solarium auszuharren – vielleicht wartet da der nächste Sonnenkönig?!

Nadja Pospisil

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