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Werkbuchcafé Bücher (c) STADTBEKANNT
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Krimi Bücher für den Sommer

27. Juni 2013 • Kultur, Literatur

Krimis sind ein Phänomen, das seinesgleichen sucht. Egal ob die Kriminalitätsstatistik steigende oder fallende Deliktzahlen präsentiert, der Beliebtheit des Kriminalromans tut das keinen Abbruch.

Auch über 150 Jahre nach ihrem erstmaligen Auftauchen in der Literatur, erfreuen sich Kriminalromane immer noch immenser Popularität. Zwar gibt es im wienerischen den Spruch „A Kieberer is ka Haberer“, Fan zumindest eines/r KriminalbeamtIn sind dennoch fast alle WienerInnen. Im Folgenden wollen wir euch daher unsere ganz subjektiven Sommer Krimi Tipps präsentieren.

Der Bestseller "Stieg Larssons Millennium Trilogie"

Die  Trilogie verkaufte sich wie Tichy Eis-Marillenknödel im Hochsommer. Das ist unserer Meinung nach berechtigt. Ist auch die Verfilmung von Larssons Millennium Trilogie alles andere als gelungen, so verstehen die Bücher doch zu fesseln und führen bei etlichen LeserInnen dazu, die drei Romane binnen kürzester Zeit zu lesen, Schlafentzug inklusive.

Sollte jemand die Romane wirklich noch nicht kennen: Es geht um den Journalisten Mikael Blomkvist, der für das schwedische Wirtschaftsmagazin „Millenium“ schreibt. Im ersten Band lernt er die hochbegabte aber sozial eher untalentierte Lisbeth Salander kennen. Gemeinsam lösen sie den Fall einer verschwunden Nichte eines schwedischen Großindustriellen. Im Zuge der zwei weiteren Bände werden sie in eine Intrige hineingezogen, die schließlich droht, den gesamten schwedischen Staat zu erschüttern. Band 1 kann man ohne Probleme ohne die beiden anderen Romane lesen. Die anderen beiden müssen fast zwingend gemeinsam gelesen werden.

Unserer Meinung nach ist besonders der erste Teil ein echtes Krimi Meisterwerk. In den weiteren Bänden bleibt es zwar ungemein spannend, etwas nervend ist auf Dauer jedoch die geradezu übersinnliche Begabung von Lisbeth Sallander. Kein Code den sie nicht knackt, kein Konto das sie nicht leerräumt, kein Geheimdienst den sie nicht ausspionieren kann. Wirkt zunehmend unglaubwürdig und schadet der Plausibilität der Handlung dann doch.

Der Klassiker "Patricia Highsmith – Der Stümper"

Buchhändler Krimmel hat seine Freu Helen ermordet. Dafür besorgte er sich ein astreines Alibi -perfekter Mord. Anwalt Stackhouse liest davon und kommt auf die Idee, es ihm gleich zu tun. Er fährt seiner Frau nach und will ihr an einer Autobahnraststätte auflauern. Später findet die Polizei ihre Leiche und immer mehr Hinweise: Den Zeitungsausschnitt über den Kimmel Mord, Stackhouse besuchte Krimmel im Vorfeld und einiges mehr. Die Schlinge zieht sich für Stackhouse zu… Ein wirklich empfehlenswertes Lesevergnügen, nicht nur für Highsmith-Fans!

Alles von Fred Vargas

Die französische Krimi Autorin Fred Varags ist genial. Jeder ihrer Romane sprüht vor Witz, Detailwissen und einer geradezu genialen Art des Schreibens. Besonders empfehlen können wir euch alle Romane mit der Hauptfigur Jean-Baptiste Adamsberg. Einerseits weil wir sonst nie herausgefunden hätten, dass man angeblich Kröten zum Explodieren bringen kann, wenn man ihnen eine Zigarette in den Mund schiebt (wir haben´s nicht nachgeprüft). Andererseits weil das Duo – bestehend aus Kommissar Adamsberg, der sich bei seinen Ermittlungen völlig auf seine Intuition und sein Gespür für Menschen verlässt und dabei wie ein kleines Kind nur scheinbar hilflos durch die Handlung stolpert, und seinem Alter Ego Inspektor Danglard, der sich ausschließlich von Logik und Rationalität leiten lässt – einfach perfekt harmoniert. Zum Einstieg besonders empfehlen können wir den Krimi „Der verbotene Ort“. Es geht um Vampire, Ritualmorde und abgeschnittene Füße und bleibt doch völlig irdisch. Wer den aktuellsten Band bevorzugt, sollte sich "Die Nacht des Zorns" im Liegestuhl zur Hand nehmen.

"Ian Rankins – Im Namen der Toten“

Ian Rankins‘ Inspektor John Rebus aus Edinburgh erinnert in vielerlei Hinsicht an Mankells Wallander. Der alte einsame Wolf, dem Alkohol zugetan, von Frau und Tochter verlassen, mit den Vorgesetzten in ständigem Konflikt.

John Rebus muss eine/n SerienmörderIn stoppen, der/ die entlassene Sexualstraftäter ermordet und das alles während in Edinburgh das Leben wegen des G8-Gipfels und der ihn begleitenden Demonstrationen fast völlig zum Erliegen kommt. In London finden zur selben Zeit die „London bombings vom 7 Juli 2005“ statt und zu allem Überdruss fällt dann auch noch ein Parlamentsabgeordneter vom Dach des Konferenzzentrums.

"Ronan Bennett – Zugzwang“

St. Petersburg vor der Revolution 1914, ein Journalist wird ermordet. Psychoanalytiker Spethmann wird verdächtigt. Einer seiner Patienten ist Schachgroßmeister Rozenthal. Kurz vor dem Großmeisterturnier erkrankt er an extremer Nervosität. Eigentlich möchte Spethmann ihn nicht behandeln, ein Freund überredet ihn, es dennoch zu tun. Spethmann und seine Tochter werden auf offener Straße verhaftet und geraten in ein Netz aus Intrigen in dem verschiedenste Fraktionen versuchen, im vorrevolutionären Russland die Lage zu ihren Gunsten zu verändern. Alles dreht sich um das bevorstehende Großmeisterturnier…

"Wolf Haas – Brenner und der liebe Gott“

Wer´s noch nicht gelesen hat, unbedingt nachholen. Einen Brenner Roman liest man oft binnen weniger Stunden aus, so fesselnd und zugleich unterhaltsam ist die Handlung. Seit man sich Brenner als Josef Hader imaginieren kann, hat das Ganze noch einen doppelten Reiz. Diesmal ist Brenner als Chauffeur für den Baulöwen Kressdorf tätig. Prompt „verliert“ er dessen zweijährige Tochter bei einem Zwischenstopp. Damit ist Brenner nicht nur seinen Job los, sondern hat obendrein einen Fall am Hals. In den mengen sich dann katholische LebensschützerInnen, dubiose Bauprojekte und vieles mehr….  

to be continued…

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