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(c) Mautner stadtbekannt.at
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Kirchensteuer für Ausgetretene ? Unsere Alternativvorschläge.

4. Jänner 2012 • Skurriles2 Kommentare zu Kirchensteuer für Ausgetretene ? Unsere Alternativvorschläge.

Eine ganz tolle Idee hatte der Obmann des oberösterreichischen Bauernbunds Max Hieglsberger (nur wenig verwunderlich von der christlich-sozialen ÖVP): so sollen zukünftig Ketzer, Haiden und andere Ungläubige, die aus der heiligen römisch-katholischen Kirche ausgetreten sind, eine Art „Kirchensteuer für Ausgetretene“ zahlen.

Ein Kultusbeitrag sei das, so Hiegelsbergers geniale Argumentation, da es ja nicht sein könne, dass alle von den Kirchen profitieren, aber nur die Katholiken einzahlen. Völlig logisch, kostet das Personal des Vatikans, die Papstreisen, das Panzerglas des Papamobils, Gerichtsstreitigkeiten mit angeblich (!) sexuell Missbrauchten sowie Broschüren gegen Abtreibung, Verhütung und Homosexualität (laut Vatikan auch 2012 noch eine heilbare Krankheit!) ja schließlich kein Geld und alles wird rein in die architektonische Schönheit investiert. Stadtbekannt spinnt die Bauernbund-Argumentation weiter und überlegt sich ähnlich sinnvolle Besteuerungen.

Vermögenssteuer für Arme und Obdachlose.

Die Vermögenssteuer für Arme, Mittel- und Obdachlose ist der logische Schritt in eine non-defizitäre und gleichberechtigte christliche Leistungsgesellschaft. Nachdem sich Mittelverdiener-Kaliber wie Grasser & Co gegen eine derartige Steuer sträuben (beziehungsweise stante pede untertauchen würden), könnten fortan Arme mit jener Steuer versehen werden. Schließlich macht Not erfinderisch und mit Erfindungen kann viel Geld gemacht werden. In Anbetracht der Möglichkeit, dass diese Menschen sehr viel Vermögen anhäufen könnten, ist die genannte Vermögenssteuer für Arme und Obdachlose beinahe so logisch wie die Kirchensteuer für Ausgetretene!

Tabaksteuer für Nichtraucher

Seit Ewigkeiten beschweren sich bekanntlich die hiesigen Nichtraucher über die Belastungen durch Passivrauchen – durch den Passiv-Konsum treten ebenso schlimme Krankenheiten auf die durch das aktive Ziehen am Glimmstängel, sagt man. Wenn die Nichtraucher also durch das indirekte Rauchen direkt unser Gesundheitssystem belasten – warum sollten sie dann nicht im gleichen Maße wie die Raucher dafür bezahlen?

Maut für Fußgänger

Fußgänger sind eigentlich der größte Störfaktor im Straßenverkehr. Erstens sind sie die langsamsten Verkehrsteilnehmener und halten deshalb schon per definitionem die Partie auf. Wenn sie nicht wären, dann könnte man mindestens die Hälfte der Ampeln und Straßenschilder einsparen – ganz zu Schweigen von Zebrastreifen und Schutzwegen! Dafür sollten natürlich auch diejenigen zur Kasse gebeten werden, die dafür verantwortlich sind – die Autofahrer zahlen schließlich schon genug!

GIS für ALLE

Das Gebühren-Info-Service klingt nur wie eine philanthropische Einrichtung ähnlich der Müllabfuhr, die uns mit Informationen über nicht genauer definierte Gebühren serviciert. De facto terrorisiert der Eintreiberarm des ORF mit ständig absurder werdenden Forderungen die österreichische Bevölkerung. Kein Radio und kein Fernsehen? Trotzdem, Sie könnten ja über Ihren Computer heimlich doch Saturday Night Fever schauen. Nur ein kaputter Fernseher? Sie Anfänger, alles was zählt, ist ein prinzipiell empfangsfähiges Gerät. Um die Rechtsstreitigkeiten und die Arbeit des Konsumentenschutzes zu vereinfachen, empfehlen wir: GIS für alle! Per se. Cogito ergo GIS. Oder so. Kein Radio, kein Fernsehen, kein Computer, aber ein Handy? Geht schon, hier habens den Erlagschein. Oder ein Auto? Ditto, empfängt schließlich auch Radio. Nichts von alledem, nicht mal eine Meldeadresse? Auch Sie bezahlen, Sie könnten schließlich auf jemand anderes Fernseher einen Blick auf Die große Chance erhaschen. GIS sollte in Zukunft schon ab Geburt im Krankenhaus verrechnet werden, das erleichtert den Verwaltungsaufwand. Und die KritikerInnen sollten endlich verstummen, freie, unabhängige Medien haben schließlich ihren Preis.

Kirchensteuer für Tote!

Mit dem Tod hört die Schuldigkeit der katholischen Kirche gegenüber lange nicht auf! Erstens ist man als Katholik auf einem katholischen Friedhof eine Art Mitglied eines posthumen Country-Clubs, zweitens verdankt man der Institution im besten Falle ja den verschafften Platz im Garten Eden und drittens hört der Service ja nicht auf: so wird einem zu Allerheiligen/Allerseelen ja eine jährliche Party, Weihung des Countryclub-Grabs inklusive, geschmissen. Außerdem hat der Papst mit der Abschaffung des Limbus Millionen von ungetauften Kinderseelen aus dem Fegefeuer geholt und auch das sollte posthum vergütet werden. Somit ist eine Kirchensteuer für auch Tote (politisch korrekter Terminus: biologically challenged) unerlässlich.

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2 Antworten auf Kirchensteuer für Ausgetretene ? Unsere Alternativvorschläge. – Verstecken

  1. weihbischof don bosco sagt:

    also sowas
    das mit der totensteuer finde ich als sakrale pers

  2. ich sagt:

    oh ja
    so fängt eine demokratie zu sterben;mit eine absurde skurrile logik,und wir sind nur am anfang des untergangs. solche skurrile lächerliche ideen werden wir öfter durch 2012 hören und dan,,dan..zahlen.

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