Kultur – Film / TV

Foto: Life of Riley (c) 2014 Stadtkino Filmverleih
Foto: Life of Riley (c) 2014 Stadtkino Filmverleih

Kinotipps für Juli

2. Juli 2014 • Film / TV

Transformers 4: Ära des Untergangs (Transformers: Age of Extinction)

Gerade in dem Moment, in dem man sich als Michael Bay-Skeptiker darauf eingestellt hatte, die Krach-Bumm-Werke des US-Regisseurs dezent ausblenden zu können, konnte dieser im vergangenen Jahr mit der gelungenen schwarzhumorigen Gangsterkomödie Pain & Gain positiv überraschen. Nun, dieser minimale Vertrauensbonus ist angesichts erster Trailer zu seinem neuen Transformers-Ableger,  Transformers 4: Ära des Untergangs, wieder verspielt. Eine (fast) komplett ausgewechselte Besetzung rund um Mark Wahlberg und jede Menge Transfomers-Dinosaurier kommen zum Einsatz, mehr muss nicht gesagt werden. Fun-Fact: Die Laufzeit beträgt 165 Minuten, die Produktionskosten belaufen sich auf 165 Millionen Dollar – mal ausrechnen, wieviel jede einzelne Minute des Films kosten.

 

How to train your Dragon 2

Ein Animationsfilm mit niedlicher, für alle Altersgruppen geeigneter Optik, dazu noch namhafte Synchronsprecher rund um einen Plot, der offenbar mit moralischen leicht zu entziffernden Implikationen gespickt ist – wie soll man das als anspruchsvoller Kinogänger goutieren? Am besten mit dem Verwerfen aufkommender Vorurteile, die angesichts der erwähnten Beschreibung entstehen. Bereits der erste Teil von 2010 rund um ein Drachen-jagendes Vikingervölkchen stellte sich als Überraschungshit heraus, den sowohl die anspruchsvolle Handlung, die superbe Optik und die charmanten Charaktere konnte überzeugen. Erste Pressestimmen lassen auf eine Fortsetzung jener Qualitäten in Teil 2 schließen, auch die Einbindung der Synchronstimmen von Cate Blanchett und Kit “Jon Snow” Harington machen Lust auf mehr. Und nein, es wird (vermutlich) nicht gesungen.

 

The Raid 2

The Raid 2 (Der Zusatz des Originaltitels ,“Berandal”, übersetzt in etwa “Gangster”, wurde gestrichen) stellt die Fortsetzung einer der Überraschungen des Kinojahres 2012 dar. Die Hauptkomponenten, die den ersten Teil zu immensen Erfolg verholfen haben, sind auch hier vorhanden: Brachiale Actionsequenzen mit Martial-Arts-Entdeckung Iko Uwais und abermals Regie- sowie Drehbuch aus der Hand des britischen Newcomers Gareth Evans. Wo The Raid aber mit seinem reduzierten Handlungsverlauf innerhalb eines einzigen Gebäudekomplexes imponierte, setzt Evans aber nun auf ausufernde und vergleichsweise komplexere Erzählungen. Dennoch: Ein Actionfilm mit Charakteren namens Hammer Girl und Baseball Bat Man kann eigentlich kaum etwas falsch machen. Pflichtfilm für Fans des ersten Teils, ebenso für Action-Aficionados.

 

The Purge: Anarchy

Erst 2013 veröffentlicht, konnte der minimal budgetierte (lediglich drei Millionen US-Dollar) Horror-Thriller The Purge mit seiner vermeintlich interessanten Story rund um eine fiktionale Zukunft, in der einmal im Jahr für 12 Stunden jedes Verbrechen legal ist, auf sich aufmerksam machen – und nun, quasi in Rekordzeit, schon ein Sequel hervorbringen. The Purge: Anarchy nennt sich das Werk, das Grundgerüst der Handlung dreht sich natürlich erneut um die titelgebende Säuberung. Diesmal vermischt Regisseur James DeMonaco offensichtlich großzügig Elemente aus dem Kultklassiker The Warriors (gut so!) und jedem X-beliebigem Rache-Thriller (buh!) – man darf aber trotzdem gespannt sein, ob das Potential einer einzigen Idee einem weiteren Film tatsächlich stand hält.

 

Eyjafjallajökull

Ein zerstrittenes Ex-Ehepaar (was es nicht alles gibt!) befindet sich im Frühjahr 2010 auf dem Weg nach Griechenland zur Hochzeit der gemeinsamen Tochter. Wenn da nicht der Vulkan Eyjafjallajökull (ist übrigens das isländische Wort für “Inselberge-Gletscher”) und sein Ausbruch wäre, dessen Aschewolke den Flugverkehr lahmlegt und auch das Reisen an sich dadurch erheblich erschwert. Ausgangspunkt für eine Road-Movie Komödie und die Frage ob ein unaussprechlicher Vulkan zwei zerstrittene Ehepartner doch wieder zusammen bringt.

 

Life of Riley (Aimer, boire et chanter)

Alain Resnais (Hiroshima, mon amour, Letztes Jahr in Marienbad) war einer der ganz großen Regisseur der Filmgeschichte. März 2014 verstarb er im Alter von 91 Jahren. Life of Riley ist sein letztes Werk und gleichzeitig die Verfilmung eines Theaterstücks von Alan Ayckbourn. Mitten in den Vorbereitungen zu einem neuen Stück erfahren die zwei Freundinnen Colin (Hippolyte Girardot) und Kathryn (Sabine Azéma), dass ein gemeinsamer Freund schwer krank ist und nur mehr kurze Zeit zu Leben hat. Resnais war ein Meister des minimalistischen Plots und man darf auch bei Life of Riley davon ausgehen, dass sein Augenmerk verstärkt auf den Figuren und ihre inneren Konflikte liegt, statt auf einer ausartenden Handlung.

 

Tammy

Schlechte Bildung, ein mieser Job und ein erbärmlicher Ehemann. Tammy (Melissa McCarthy) hat sich mit ihrem Leben abgefunden. Doch dann geht ihr Auto kaputt, sie verliert ihren Job und ihr Mann betrügt sie auch noch. Das reicht! Tammy will ihrem Leben den Rücken kehren und begibt sich mit ihrer schrägen Oma (Susan Sarandon) auf eine Odyssee. Nicht ganz Thelma & Louise, aber Melissa McCarthy ist eine talentierte Komödiantin und unter der Regie ihres Mannes Ben Falcone läuft sie in Tammy erneut zur Höchstform auf.

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