Kultur – Film / TV

Foto: Die Tribute von Panem: Mockingjay (c) 2014 Studiocanal,-Constantin
Foto: Die Tribute von Panem: Mockingjay (c) 2014 Studiocanal,-Constantin

Kinotipps für November

4. November 2014 • Film / TV

7
NOV
2014
Amour fou
Mit einer “leidenschaftlichen, verrückten Liebe”, so die Übersetzung des Filmtitels von Jessica Hausners neuem Drama, spielt die österreichische Regisseurin auf ihre gewohnt ungewöhnliche Art und Weise. Im Berlin zu Beginn des 19. Jahrhunderts unternimmt der deutsche Dichter Heinrich Von Kleist das wahnwitzige Vorhaben, mit Liebe seinen Tod zu überwinden. Die Cousine steht auf die Schnelle nicht zur Verfügung, doch findet sich in der totkranken Henriette bald eine geeignete Kandidatin. Doppelselbstmord der Marke österreichisches Kino: Auch Jessica Hausner scheint nicht uns eigentümlich angeborenen Faszination der Morbidität gewappnet zu sein, sehenswertes stellt der Film aber allemal dar.

 

7
NOV
2014
Interstellar
Wenn Regisseur Christopher Nolan (The Dark Knight, Inception) einen neuen Film ins Kino bringt, dann ist die Erwartungshaltung enorm – nicht nur bei den Financiers versteht sich. Gut, das sein neuestes Werk Interstellar nichts weniger sein dürfte als ein persönliches 2001: A Space Odyssey mit Größen wie Matthew McConaughey, Jessica Chastain, Anne Hathaway und – eh klar – Michael Caine vor der Kamera. Ein nahe stehender Kollaps einer sich in Auflösung befindlichen menschlichen Gesellschaft treibt eine Forschercrew dazu an, neue Welten zu entdecken. Eine Reise durch (Erzähl-)Zeit und (Welt-)Raum folgt natürlich – großes Kino kommt auf den Zuseher zu, versprochen.

 

7
NOV
2014
Plötzlich Gigolo
John Turturro inszeniert sich selbst als männlichen Lustsklave und holt auch gleich Woody Allen wieder einmal vor die Kamera. Der fungiert in Plötzlich Gigolo (OT: Fading Gigolo) übrigens als Turturros Zuhälter. Murray (Woody Allen) befindet sich in Geldnöten. Mit viel Überzeugungsarbeit gelingt es ihm, den einfühlsamen und schüchternen Fioravante (Turturro) zu einem bezahlten Dreier mit Murrays Hautärztin (Sharon Stone) und deren Freundin zu überreden. Schnell sprechen sich die amourösen Künste Fioravantes herum und die beiden verdienen einen Haufen Geld. Allerdings kommt es wie es kommen muss: Fioravante verliebt sich und will daraufhin seine Dienste nicht mehr anbieten.

 

14
NOV
2014
Das Salz der Erde
Wim Wenders darf man zweifellos zu einem der bedeutendsten deutschen Filmemacher aller Zeiten zählen. Mit seinem eigenwilligen Stil und seinen noch eigenwilligeren Geschichten und Charakteren hat er sich seinen Platz in der Filmgeschichte verdient. In letzter Zeit war es zwar etwas ruhiger um ihn geworden und ein neuer Spielfilm wird wohl erst 2015 das Licht der Leinwand erblicken, aber mit Das Salz der Erde (OT: The Salt of the Earth) bringt er “zumindest” eine Dokumentation ins Kino. Der Film ist eine Biografie des Fotografen Sebastião Salgado und setzt seinem Werk damit ein filmisches Denkmal eingepackt in grandiose Bilder und emotionalen Aufnahmen.

 

14
NOV
2014
Nightcrawler
Ein ehrgeiziger Reporter (Jake Gyllenhaal) taucht in die Unterwelt Los Angeles ab um eine wirklich große Story an Land zu ziehen. Dabei verirrt er sich jedoch hoffnungslos in einem düsteren Labyrinth und entdeckt dabei seine eigene dunkle Seite. Nightcrawler wirkt wie eine moderne Mischung aus Taxi Driver und American Psycho. Ein unangenehmes Porträt eines Menschen, der sich nicht nur an seine gewaltsame Umwelt anpasst um ein Teil von ihr zu werden, sondern selbst daran zu zerbrechen droht. Gyllenhaal wirkt ungewohnt abgemagert. Ein Look, der perfekt zu der manischen Figur seines ambitionierten Journalisten passt und ihm gleichzeitig dadurch ein beinahe unheimliches, rastloses Auftreten verleiht. Ein intensiver Thriller über die Schattenseiten einer Gesellschaft, einer Stadt und eines Menschen.

 

14
NOV
2014
Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones
Moment, ein Thriller mit dem spät im Actiongenre-erblühten Liam Neeson in der Hauptrolle, den man tatsächlich mal ernst nehmen kann? In A Walk Among the Tombstones darf Neeson einen von Schicksal und Alkohol schwer gebeutelten Ex-Cop und nun Privatdetektiv zum Besten geben, der einen Entführungsjob für einen zwiellichtigen Drogenhändler aufklären soll. Es kommt natürlich so, wie es kommen muss und Neesons Figur stolpert von einer schockierenden Offenbarung in die nächste. Eine vornehmlich stilbewusste und vergleichsweise (für Neeson-Verhältnisse halt) düstere Rahmenhandlung mit ebensolchen Filmbildern – passt eigentlich perfekt zu einem nebligen Novemberabend.

 

14
NOV
2014
Wie schreibt man Liebe
Ein einstmals erfolgreicher Drehbuchautor (Hugh Grant) unterrichtet in einer Kleinstadtuniversität Literatur (warum auch immer) und ist der Meinung alles schon gesehen und gelesen zu haben. Von daher eine Figur, die für Hugh Grant prädestiniert zu sein scheint, ist sie doch vom Leben gezeichnet und zum Zyniker mutiert, gleichzeitig versteckt sich aber ein nicht unerhebliches Maß an Charme und Spitzbübigkeit hinter der widerwilligen Fassade. Kaum jemand kann solche Figuren in Liebeskomödien so gekonnt spielen wie Hugh Grant. Im Verlauf der Geschichte lernt er natürlich eine Studentin (Marisa Tomei) kennen, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht: Eine Romanze bahnt sich unweigerlich an.

 

20
NOV
2014
Die Tribute von Panem: Mockingjay – Teil 1
The Hunger Games, dritter Teil – nur für den Fall, das der Überblick bei allen Übersetzungschwierigkeiten und Aufsplittungen der Romanvorlagen verloren geht. Nachdem der Cliffhanger aus dem Vorgänger wohl nicht nur für Fans recht dramatisch war, setzt der erste von ingesamt zwei finalen Teilen nun natürlich direkt an den schwerwiegenden Geschehnissen an: Protagonistin Katniss Everdeens (Jennifer Lawrence) Revolution gegen das vorherrschende Kapitol nimmt konkrete Formen an. Wohl unnötig zu erwähnen, das die Kinos sicher gestürmt werden.

 

28
NOV
2014
Am Sonntag bist du tot
John Michael McDonagh, Bruder des etwas bekannteren Michael McDonagh (Brügge sehen … und sterben?, 7 Psychos), liefert mit Am Sonntag bist du tot (OT: Calvary) seinen zweiten Spielfilm nach dem beachtlichen und überraschend guten The Guard ab. Ähnlich wie schon im ersten Film besticht auch sein neues Werk mit trockenem Humor, einer zynischen Weltanschauung und einer idyllischer Landschaft gemischt mit ruhiger Bildsprache. Brendan Gleeson überzeugt als stoischer Priester, dem ein Mann beichtet oder viel mehr droht ihn am kommenden Sonntag zu töten. Wer nun einen actiongeladenen Rachethriller erwartet wird enttäuscht, wer sich jedoch auch kluges, witziges und ungemein unterhaltsames Independent-Kino einstellt, der wird mit Am Sonntag bist du tot seine Freude haben.

 

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »