Kultur – Film / TV

Foto: Muppets Most Wanted (c) 2014 Walt-Disney
Foto: Muppets Most Wanted (c) 2014 Walt-Disney

Kinotipps für Mai

6. Mai 2014 • Film / TV

Muppets Most Wanted
Die allseits geliebten Muppets feiern ihren zweiten Frühling: Nach der 2011 vom Publikum und der internationalen Kritik äußerst positiv aufgenommenen Komödie The Muppets erscheint dieser Tage der nächste Ableger. Die Muppets 2: Muppets – Most Wanted nennt sich der Spaß, in dem die skurrile Truppe auf große Europatour gehen. Weniger erfreulich: Kermits bösartiger Doppelgänger Constantine (natürlich mit zwielichtigem Dialekt ausgestattet) hat sich eingeschleust und treibt sein Unwesen.

 

Die Schöne und das Biest
In der Neuverfilmung des Märchenklassikers Die Schöne und das Biest inszeniert der französische Regisseur Christoph Gans (Pakt der Wölfe, Silent Hill) die Geschichte mit augenscheinlich atemberaubender Opulenz. Das Grundgerüst der Handlung bleibt weitgehend unverändert, aber Gans vermengt hier sein Gespür für Spannung, mit den großen Gefühlen der Vorlage und einem ausreichenden Budget für aufwendige Spezialeffekte. Ob das alles erstens funktioniert und zweitens vom Publikum auch so angenommen wird, bleibt abzuwarten.

 

Zulu
Ein brutales Massaker während der Apartheid in Südafrika: Zwei sehr unterschiedliche Polizisten Brian Epkeen (Orlando Bloom) und Ali Sokhela (Forest Whitaker) sollen ermitteln und die Schuldigen finden. Aber schon bald melden sich ihre persönlichen, vergangenen Dämonen zu Wort und erschweren die Ermittlungen. Das alles scheint mit einer neulich auf den Markt erschienen illegalen Substanz zusammenhängen. Zulu ist erst der vierte Film von Regisseur Jérome Salle, wurde aber letztes Jahr schon dazu auserkoren, das Filmfestival von Cannes abzuschließen. Nicht jeder Film gelangt zu solch einer Ehre – das heißt zwar nicht zwangsläufig, dass Zulu ein Meisterwerk sein muss, aber alleine um Orlando Bloom mal nicht als spitzohrigen Elfen zu sehen lohnt sich ein Besuch von Zulu vermutlich.

 

3 Days to Kill
Ein Top-Agent der CIA (Kevin Costner) wird mit Krebs im Endstadium diagnostiziert. Da er seine Tätigkeit vor seiner Familie sein ganzes Leben lang geheim gehalten hat und sie deswegen verloren hat, möchte er sich nun, im Angesicht seines baldigen Endes, wieder mit Frau und Tochter versöhnen. Ein letzter Auftrag (jaja) könnte aber ein experimentelles Heilmittel versprechen. Er soll den Waffenschmuggler The Wolf schnappen – dafür braucht er seinen Gehilfen The Albino, den er nur mittels seines Buchhalters schnappen kann, für den er aber wieder seinen Limousinenfahrer finden muss. Die ganze Zeit über hat er es auch noch mit den Halluzinogenen Nebenwirkungen seiner Medikamente zu tun, die dann zutage treten, wenn seine Herzrate in die Höhe geht, die er wiederum nur mit Alkohol senken kann. Nein, 3 Days to Kill ist keine Komödie (auch kein Crank-Sequel) und es ist auch vollkommen unbegreiflich, warum ein Film mit derartiger Handlung von der internationalen Kritik bisher nicht sehr wohlgesonnen aufgenommen wurde.

 

Kafka, Kiffer und Chaoten
Der Titel nimmt schon einiges vorweg, trotzdem hält Kafka, Kiffer und Chaoten noch einige Wendungen und humorvolle Ideen bereit. Nicht nur das die fünf unterschiedlichen Studenten, die einen Film über ihr Idol Franz Kafka und seine Erzählung Der Landarzt drehen möchten, sehr skurrile Gestalten sind – es gesellen sich ihnen auch noch ein schräger Regisseur und ein erfolgloser Altschauspieler zu Seite. Doch am Besten: Als sie in Prag auf den Spuren des Schriftstellers wandeln, entpuppt sich Franz Kafka als überaus real und noch erfrischend Lebendig und entschließt sich, bei ihrem Film mitzumachen. Kafka, Kiffer und Chaoten ist eine schräge, anarchische Komödie, die eine ganz eigene Realtität etabliert. Allein die Vorstellung, dass Kafka noch lebendig ist und mit Freuden an dem Film mitwirkt ist amüsant. Betrachtet man sich jedoch den Filmtitel, könnte es auch nur eine drogeninduzierte Halluzination sein.

 

Über-Ich und Du
Ein Kleinganove (Georg Friedrich) flüchtet vor seinen Schulden in ein vermeintlich Leerstehendes Haus am Land. Doch genau dort hat sich der alternde, international bekannte Psychologe Curt Ledig (André Wilms) einquartiert, der gerade mit Vorwürfen zu seiner Vergangenheit während der Nazi-Zeit zu kämpfen hat. Eine skurrile Freundschaft und Abhängigkeit entwickelt sich zwischen den beiden. Der Psychologe therapiert den Ganoven und erzielt erstaunliche Resultate. Eine charmante Buddy-Komödie, mit überraschend hintergründigem und tiefsinnigem Humor. Die zwei Hauptdarsteller liefern sich ein Schauspieler-Duell auf hohem Niveau.

 

Godzilla
Bei all dem bombastischen Größenwahn, der seit einigen Jahren fixer Bestandteil der modernen Hollywood-Blockbuster-Maschinerie ist (danke, Michael Bay), sollte man meinen, das der King of the Monsters, aka Godzilla, seine filmische Auferstehung öfters feiern durfte. So musste man allerdings ganze 16 Jahre warten, ehe der letzte verunglückte Ausflug der Riesenechse (danke, Roland Emmerich) verdaut werden konnte und nun durch den jungen Filmemacher Gareth Edwards (dessen Debüt von 2010 passenderweise Monster heißt) seine Rückführung auf altbewährte Monster-gegen-Monster Action findet. Everybodys Darling Bryan Cranston darf das intelligente Sprachrohr der Menschheit als vernunftbegabter Nuklearphysiker geben und Kick-Ass Darsteller Aaron Taylor-Johnson seinen Sohn, der natürlich Soldat ist. Ein erster Vorgeschmack auf den Kinosommer, wie auch immer dies zu deuten ist.

 

Grace of Monaco
Nicole Kidman als Hollywoodstar Grace Kelly, die nach ihrer Filmkarriere in eine Sinnkrise fällt, sich zwischen zwei politischen Fronten wiederfindet und ihrem Monaco eine französische Invasion bevorsteht. Ein typisches Biopic über das aufregende Leben eines großen Stars. Bleibt abzuwarten ob Grace of Monaco eher nur aufpolierte Oberfläche (siehe J. Edgar oder Hitchcock) bleibt oder doch ein bewegendes, vielschichtiges oder gar kontroverses Porträt wird (siehe Rush – Alles für den Sieg oder The Wolf of Wall Street).

 

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
Marvel Comics auf der Leinwand und kein Ende in Sicht: Vom Spider-Man Reboot über die Avengers bis hin zum hammerschwingenden Thor – solange die Kinokassen klingeln, wird das Publikum mit allerlei episch getrimmten Superheldengeschichten überschwemmt, soviel ist sicher. Kein Wunder also, wenn auch die X-Men erneut (zum sechsten Mal) ihre Rückkehr antreten, diesmal wieder unter Regie von Bryan Singer. Einzigartig erscheint schon mal die Tatsache, das es sich hier um ein Sequel sowohl für X-Men: The Last Stand als auch X-Men: First Class handelt, da es innerhalb zweier Zeitperioden angesetzt ist. “Alte” Stars wie Patrick Stewart und Ian McKellen treffen so auf ihre Neubesetzungen bzw. jüngere Versionen, also James McAvoy und Michael Fassbender. Ein Fest für Marvel- und Actionfans, soviel steht jetzt schon fest.

 

Maleficent – Die dunkle Fee
Man sollte meinen, dass Hollywood verstanden hat: Märchen lassen sich momentan, sofern sie nicht als Animationsfilm auftreten, relativ schlecht verkaufen, siehe Flops der Marke Red Riding Hood, Jack the Giant Slayer, Beastly oder Snow White and the Huntsman. Nun, Maleficent erzählt das Grimm’sche Dornröschen-Märchen aus Sicht der bösen Fee, die von einer besonders diabolisch anmutenden Angelina Jolie verkörpert wird. Dass das 200 Millionen Dollar Projekt auch noch ein Remake des Disney-Animationsklassikers Sleeping Beauty von 1959 darstellen soll und Lana Del Rey den Titelsong covern wird, setzt dem Ganzen die Krone auf.

 

Edge of Tomorrow
Tom Cruise ist scheinbar doch noch auf den Geschmack gekommen: Nach den beiden Spielberg-Produktionen Minority Report bzw. War of the Worlds sowie dem unlängst erschienen Oblivion wagt der altgediente Actionstar erneut einen Ausritt ins Sci-Fi Genre. In Doug Limans Edge of Tomorrow wirft sich der 51 jährige ein Exoskelett der Marke Elysium über um zerstörerische und technisch überlegene Aliens zu bekämpfen – allerdings mit einem Twist: Er befindet sich nach einer desaströsen Schlacht in einer Zeitschleife gefangen, in welcher er denselben Tag immer wieder erlebt. Emily Blunt steht im tatkräftig zur Seite, Bill Paxton ist auch dabei – man kann vorsichtig Vorfreude walten lassen.

 

A Million Ways to Die in the West
Das sich Seth MacFarlane mittlerweile äußerst erfolgreich sowohl als Produzent, Drehbuchautor, Komiker, Synchronsprecher und zuletzt auch Filmregisseur verkaufen kann, steht außer Frage: Von den TV-Serien Family Guy und American Dad hin zur Komödie Ted und auch als Moderator der Oscar-Verleihung – langweilig dürfte es dem Amerikaner so schnell nicht werden. In seiner neuen Westernkomödie A Million Ways to Die in the West sitzt er nun erneut im Regiestuhl, tritt aber auch als Hauptdarsteller neben Größen wie Liam Neeson, Charlize Theron, Amanda Seyfried und Neil Patrick Harris auf. Der Titel ist Programm: MacFarlane mimt einen feigen Farmer, der, bezaubert und motiviert von Therons Anblick, seinen inneren Schweinehund überwindet. Der erste Trailer sieht ganz nett aus, man bleibt gespannt ob auch etwas Tiefgang vorhanden ist.

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