Kultur – Film / TV

Terminator Genisys (c) 2015 Universal Pictures
Terminator Genisys (c) 2015 Universal Pictures

Kinotipps für Juli

2. Juli 2015 • Film / TV

Die Filmstarts für Juli im Überblick

Die gelben Minions aus Ich – Einfach unverbesserlich sind in ihrem ersten eigenen Kinoabenteuer unterwegs, während der erfahrene und betagte Arnold Schwarzenegger in seiner ikonischen Rolle als Terminator zurückkehrt. Michael Fassbender reitet durch den wilden Westen und Benicio Del Toro als Pablo Escobar. Ein vielseitiges, filmisches Sommermonat.

2
JUL
2015

Minions

Das die kleinen gelben Taugenichts aus dem Animations-Überraschungshit Despicable Me die heimlichen Stars des Film waren, stand ja schon seit ihrem ersten Auftreten fest. Nun hat man diesen Umstand natürlich auch seitens der Weiterverwertungsindustrie bemerkt und daraus gleich ein abendfüllenden Abenteuer gemacht. Im Zentrum steht nun also die ewigwährende Suche der Minions nach einem geeigneten Superschurken, dem man sich unterwerfen darf. Klingt nach netter Unterhaltung, erste Trailer bescheinigen dies aus schon vorab.

 

9
JUL
2015

Terminator Genisys

Die steirische Eiche ist zurück, dank eines eher mäßig verlaufenden filmischen Comebacks mit Flops wie The Last Stand, Escape Plan und Sabotage wohl zunehmend angemorscht. Nichtsdestotrotz lässt es sich die bald 68jährige Action-Ikone nicht nehmen, nochmals in die Rolle des Terminators zu schlüpfen. Ja, auch Killermaschinen aus der Zukunft altern, aber nur äußerlich – sonst wäre sein Auftritt im neu angelegten Versuch, das Terminator-Franchise aus der Versenkung der Belanglosigkeit zu bergen, wohl kaum noch zu erklären. Dabei platziert Terminator Genisys einen netten Twist bei all der unterschwelligen Nostalgie: Dank Zeitreise-Thematik darf der alte T-800 gegen seine junge CGI-Variante aus dem ersten James Cameron antreten, Emilia Clarke (Daenerys Targaryen aus Game of Thrones) die Rolle von Bad-Ass Sarah Connor übernehmen und Jason Clarke (Lawless, Dawn of the Planet of the Apes) die Zukunft der Menschheit als Anti-Maschinen-Widerstandsanführer John Connor bestimmen. Alles verstanden? Man darf gespannt sein.

 

10
JUL
2015

Escobar: Paradise Lost

Benicio Del Toro schlüpft nach dem Freiheitskämpfer Che Guevara und dem “Anwalt” Dr. Gonzo (Fear and Loathing in Las Vegas) in die Rolle des Drogenbarons Pablo Escobar, der es – also mal abgesehen von seinen verbrecherischen Machenschaften – auch noch mit einem jungen Surfer zu tun bekommt, der sich in seine Nichte verliebt. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass man einen Mann wie Pablo Escobar lieber nicht verärgert und von daher der junge Surfer bemüht sein sollte seiner Nichte nicht das Herz zu brechen. Trotzdem entwickelt sich aus Escobar: Paradise Lost weniger eine romantische Liebesgeschichte, als vielmehr ein waschechtes biographisches Drama, eben erzählt aus der Perspektive des nichtsahnenden Surfers.

 

17
JUL
2015

Am grünen Rand der Welt

Im viktorianischen England sorgt das eigenständige und selbstbewusste Verhalten der jungen Bathsheba Everdene (Carey Mulligan) dafür, dass sich gleich drei Männer in sie verlieben. Ein Farmer, ein Sergeant und ein reicher Junggeselle. Thomas Vinterberg verfilmt mit Am grünen Rand der Welt (Originaltitel: Far from the Madding Crowd) den erfolgreichsten Roman von Thomas Hardy. Wer mit den Werken Vinterbergs vertraut ist (zuletzt Die Jagd) wird jetzt wohl vermuten, dass es sich bei seiner Verfilmung wohl nicht einfach um einen handelsübliche, romantische Geschichte handeln wird, immerhin ist er als Mitbegründer der Dogma-95-Bewegung stets ein sehr eigenwilliger Regisseur gewesen, wenngleich er nie die Kontroversen seines Kollegen Lars von Trier hervorgerufen hat. Ab diesem Monat kann man sich im Kino selbst ein Bild von Vinterbergs Adaption eines Thomas Hardy Romans machen.

 

17
JUL
2015

Amy

Die Dokumentation Amy widmet sich, wie schon der Titel teilweise vorwegnimmt, der 2011 jung verstorbenen Musikerin Amy Winehouse. Neben bekannten Geschichten und Skandalen, zeigt der Film aber auch eine intimere Sicht auf ihr Leben, gewährt dem Zuschauer emotionale und überaus private Einblicke in ihre tragische Geschichte und bemüht sich ihren Umgang mit Ruhm, Erfolg und der Musikbranche aus der Perspektive der verstorbenen Musikerin zu erzählen. Kein leichtes unterfangen, zumal Amy Winehouse ja nicht mehr aktiv an der Doku mitarbeiten konnte. Dennoch handelt es sich bei ihr um eine wahrhaft talentierte Künstlerin, die der Musikwelt leider zu früh abhanden gekommen ist, und von daher ist es gut ihr Leben auch auf der Leinwand verewigt zu sehen.

 

23
JUL
2015

Ant-Man

Geht dem Marvel-Franchise der explosive Heldenstoff aus? Könnte man bei der Entscheidung, einen Film rund um den eher obskuren Ant-Man in Auftrag zu geben, sicherlich vermuten. Einige kontroverse Regisseurswechsel später war bzw. ist sich die Marvel-Fangemeinde sicher, das aus dem Projekt nichts interessantes werden kann. Man darf jedoch skeptisch sein: Nicht nur weil mit Paul Rudd ein netter Titelheld mit viel Humor-Potential gefunden wurde, sondern auch angesichts der Tatsache, das Edgar Wright auf den Regiestuhl Platz nahm – der ja immerhin für Filme wie Shaun of the Dead, Hot Fuzz und die unterschätzte Comicverfilmung Scott Pilgrim vs. the World verantwortlich war.

 

24
JUL
2015

Magic Mike XXL

“Fool me once: shame on you. Fool me twice: shame on me.” So ähnlich könnte man die Fortsetzung des Stripper-Dramas Showgirls Magic Mike, nun mit vielsagenden Anhängels XXL versehen, untertiteln. Während Teil eins dank Regisseur Steven Soderbergh, der ja für seinen ungewohnten bzw. oftmals (positiv) überraschenden Umgang mit vermeintlich banalen Geschichten (The Limey, Contagion, The Knick) bekannt ist, mit einer netten Mischung aus Humor, dezent dramatischen Unterbau und doch wenig expliziten Inhalten für Anklang bei Kritikern und Zuseher sorgen konnte, geht das Sequel nun doch in die erwartete Richtung. Eine Mischung aus Road Trip und halbnackter Showakrobatik, dabei im vollen Bewusstsein darüber, das hier nicht versucht wird, eine dramaturgische Glanzleistung zu vollbringen: Magic Mike XXL zeigt nun das, was wohl vom Publikum schon zuvor antizipiert wurde. Warum auch nicht, solange man sich amüsiert.

 

31
JUL
2015

Slow West

Das Western-Genre hat es ja nicht mehr leicht. Vollgepackt mit Klischees und wenig Spielraum für neues. Trotzdem erscheint Slow West wie eine frische Brise durch die staubige Landschaft der Prärie zu sein. Nicht zuletzt weil Michael Fassbender einfach immer gut ist und jeden Film mit seiner Präsenz bereichert, sondern weil die Geschichte eine merkwürdige Mischung aus Western, Action und schwarzem Humor zu sein scheint. Der junge Schotte Jay (Kodi Smit-McPhee) ist bereit für die Liebe seines Lebens, Rose (Caren Pistorius) zu sterben und als er sich in die Wildnis des rauen Westens vorwagt, scheint es ihm auch zu gelingen zumindest den Tod zu finden, wäre da nicht der mysteriöse Outlaw Silas (Michael Fassbender), der ihm zur Seite steht. John Maclean ist als Filmemacher bisher zwar relativ unbekannt, doch Slow West könnte sich durchaus als ein beeindruckendes Spielfilmdebüt entpuppen.

 

31
JUL
2015

Pixels

Der Name Adam Sandler in der Besetzungsliste oder als Produzent: Ein rotes Tuch für Fans zumindest einigermaßen anspruchsvoller oder unterhaltsamer Filme. Angesichts von Werken wie Grown-Ups, Jack and Jill und Paul Blart: Mall Cop darf man sich vom US-Komiker wohl kaum noch interessantes erwarten. Umso überraschender erscheint nun jedoch die Tatsache, das in seinem neuen Film Pixels ein vergleichsweise großer Funken an Kreativität bemerkbar ist: Aliens fangen Videosignale der Erde ab, interpretieren diese als Kriegerklärung und starten eine Invasion – in Form von Videospielcharakteren a la Pac-Man oder Donkey Kong. Schon Futurama hat vor Jahren (in exakt dieser Form) gezeigt, das hier viel Potential für Humor versteckt ist, weswegen man kann nur hoffen, das Sandler dieses zur Abwechslung einmal auszuschöpfen weiß.

 

31
JUL
2015

Gefühlt Mitte Zwanzig

In der neuen Tragikomödie von Noah Baumbach spielen Ben Stiller (der eigentlich nur in Komödien wirklich gut sein kann) und Naomi Watts (die eigentlich überall gut sein kann) ein Ehepaar über vierzig. Als sie eines Tages ein junges, unkonventionelles Pärchen kennen lernen, benehmen sich auch Watts und Stiller plötzlich wieder, als wären sie zwanzig Jahre jünger. Was zunächst wie eine erfrischende Verjüngungskur erscheint, hat aber auch negative Konsequenzen. Noah Baumbach ist nicht unbedingt bekannt für seine liebreizenden Figuren (siehe auch Ben Stiller in Greenberg) oder typische Feel-Good Komödien (The Squid and the Whale), aber dafür für komplexe Charaktere, anspruchsvolle Geschichten und schlichtweg originelle Filme. Wer also mal was anderes sehen mag, als die typischen Sommerkomödien der Marke Spy – Susan Cooper Undercover oder Miss Bodyguard, der dürfte mit Gefühlt Mitte Zwanzig (Originaltitel: While We’re Young) gut beraten sein.

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