Kultur – Film / TV

Birdman-or-The-Unexpected Virtue of Ignorance (c) 2014 Centfox
Birdman-or-The-Unexpected Virtue of Ignorance (c) 2014 Centfox

Kinotipps für Jänner

4. Jänner 2015 • Film / TV

Die Filmstarts für Jänner im Überblick

1
JÄN
2015

Herz aus Stahl

In dem neuen Actionfilm Herz aus Stahl (Originaltitel: Fury) von David Ayer zieht Brad Pitt und sein getreuer Panzer Fury in den zweiten Weltkrieg. Ihn und seine Truppe (u.a. auch Shia LaBeouf) verschlägt es weit hinter die feindlichen Linien des Kriegsgebeutelten Deutschland um den Nazis einen entscheidenden Vernichtungsschlag zu versetzen. David Ayer hat bisher durch harte, actionreiche Polizeidramen (z.B. End of Watch) auf sich aufmerksam machen können, wie er sich nun im Kriegsgenre macht, wird sich zeigen. Herz aus Stahl mangelt es sicher nicht an der nötigen Action, aber auch sicher nicht am nötigen Pathos – und ob der hierzulande auch gut ankommt, bleibt abzuwarten.

 

8
JÄN
2015

96 Hours – Taken 3

Liam Neeson schlüpft ein letztes Mal (?) in die Rolle von Bryan Mills, dem gefährlichen Ex-Regierungsbeamten, dem man das Leben besser nicht schwer machen sollte. Diesmal wird niemand entführt oder dergleichen, sondern es kommt zu einem Mord und natürlich wird Bryan verdächtigt der Täter zu sein. Er sieht das selbstverständlich anders, flüchtet und macht sich auf eigene Faust auf die Jagd nach dem Mörder. Immerhin ist das in Actionfilmen auch die einzige Möglichkeit um seine Unschuld zu beweisen – einen anderen Mörder zur Strecke bringen. Liam Neeson gehört, neben Denzel Washington, wohl zu den schauspielerisch talentiertesten Actiondarstellern, ob 96 Hours – Taken 3 nun wirklich der letzte Teil der Reihe sein wird, bleibt abzuwarten. Wohin eine zu lange laufende Filmreihe führen kann, zeigt ja Stirb Langsam bekanntlich eindrucksvoll auf.

 

9
JÄN
2015

St. Vincent

Bill Murray kann alles und ist in jeder Rolle sehenswert. Egal welche Figur dieser Mann spielt, er strahlt immer einen ganz eigenen Charme aus und verleiht ihnen stets etwas ganz eigenes. So sicher auch in St. Vincent, wo er einen mürrischen, alten Trunkenbold mimt, der seinem Nachbarsjungen allerlei politisch unkorrekte Lebensweisheiten beibringt. Sehr zum Leidwesen der Mutter (Melissa McCarthy), die damit so gar nicht einverstanden ist. Ebenfalls mit von der Partie ist Naomi Watts. Regisseur und Drehbuchautor Theodore Melfi ist bisher zwar ein relativ unbekannter Filmemacher (St. Vincent ist erst sein zweiter Spielfilm, bisher hat er Kurzfilme gedreht), aber diese hochkarätig besetzte Komödie könnte das schlagartig ändern.

 

16
JÄN
2015

Der große Trip – Wild

Oscarköder die Erste. Alle Jahre wieder gibt es Filme, die eigentlich nur auf ihre Darsteller zugeschnitten sind, damit sie so gut dastehen wie möglich. Die Qualität des Gesamtwerkes ist dabei meist Zweitrangig, alles was zählt sind die Schauspieler. Und warum ist das so? Um möglichst sicher eine Oscarnominierung (und im besten Fall auch die begehrte Statuette selbst) einzuheimsen. Gerade der Jänner ist dafür eine prädestinierte Zeit. So auch im Fall von Der große Trip – Wild, in dem sich Reese Witherspoon auf Wanderschaft durch die Wildnis begibt um vor einem Schicksalsschlag zu fliehen. Regisseur Jean-Marc Vallée hat immerhin erst letztes Jahr Matthew McConaughey zum Oscar als bester Hauptdarsteller verholfen und Reese Witherspoon ist eine talentierte Schauspielerin. Die Zeichen stehen also gut.

 

21
JÄN
2015

Fräulein Julie

In dieser Strindberg-Adaption kommen sich Jessica Chastain und Colin Farrell, die aus zwei unterschiedlichen Gesellschaftsschichten entstammen, näher und gehen eine gefährliche Affäre ein. Regie führt dabei übrigens Liv Ullmann, die zu den regelmäßigen Schauspielern des legendären Ingmar Bergman gehörte. Fräulein Julie ist eine opulente, dramatische Literaturverfilmung, komplett inklusive pompöser Kostüme, stilvoller Szenerien und fast schon ins melodramatische abgleitende Gefühlsausbrüche. Ein Umstand, der aber zu verzeihen ist, wenn man bedenkt, dass die literarische Vorlage von August Strindberg beachtliche 125 Jahre auf dem Buckel hat. Damals war die Welt halt noch anders. Was jedoch nicht bedeutet, dass Fräulein Julie nicht auch viel über Machtegfüge und Beziehungen in der Gegenwart aussagt.

 

22
JÄN
2015

Mortdecai – Der Teilzeitgauner

Nach der Schlappe mit Transcendence möchte sich Johnny Depp wohl wieder in die Herzen des Publikums spielen, indem er genau jene Art von Figur verkörpert, für die ihn die breite Masse bewundert und sehen möchte: einen schrägen, komplett unrealistischen, überagierenden Exzentriker. Statt einem Piraten, Hutmacher oder Schokoladen-Fabriksbesitzer ist er halt diesmal ein Kunsthändler, der dringend Geld braucht. Um sein benötigtes Kapital zu erlangen, lässt er sich kurzerhand als Geheimagent engagieren. Natürlich mit amüsant-unterhaltendem Nebeneffekt. Johnny Depp ist aber nicht der einzige Star in Mortdecai – Der Teilzeitgauner. Ihm zur Seite gesellen sich auch noch Gwyneth Paltrow, Ewan McGregor, Paul Bettany und Jeff Goldblum.

 

23
JÄN
2015

The Imitation Game

Oscarköder die Zweite. Diesmal handelt es sich um Benedict Cumberbatch, der mit The Imitation Game seine erste Oscarnominierung einheimsen möchte. Die Chancen dazu stehen auch gar nicht schlecht, immerhin liebt die Academy Filme, die auf “wahren Begebenheiten” basieren (ein sehr dehnbarer Begriff in diesen Kreisen). Cumberbatch brilliert in The Imitation Game als intelligenter Codeknacker Alan Turing, der den Enigma-Code der Deutschen während des zweiten Weltkriegs entschlüsseln soll. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt er alles aufs Spiel, ganz besonders sein Privatleben. Cumberbatch überzeugt wie immer als grandioser Schauspieler und macht aus The Imitation Game einen spannenden auf “wahren Begebenheiten” beruhenden Thriller.

 

30
JÄN
2015

Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

In Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) spielt Michael Keaton einen abgehalfterten Schauspieler, der einst mit einer Superheldenrolle zu Starruhm kam, der nun am Broadway sein Comeback versucht. Ob hier die Fiktion das Leben imitiert sei dahingestellt, wichtig ist nur, dass Alejandro González Inárritu mit seinem neuesten Werk eine hervorragende Tragikomödie erschaffen hat, die nicht nur durch seine Regie überzeugt, sondern auch durch sein Starensemble, die hier alle ihre (seit langem) besten Leistungen abliefern. Nicht nur Keaton macht eine gute Figur, sondern auch Edward Norton, Emma Stone und Naomi Watts. Auch Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) gilt Heuer als einer der großen Oscarfavoriten – und das wohl auch zu Recht.

 

30
JÄN
2015

John Wick

Keanu Reeves sieht rot. In John Wick legt er sich als titelgebender, gemeingefährlicher Einzelgänger mit dem Rest der Welt an. Genauer gesagt mit jenem Teil der Welt, der sein Auto gestohlen hat und noch viel schlimmer seinen Hund ermordet hat – ein großer Fehler. Denn John Wick hing an seinem Hund und niemand darf mit so einer Tat ungestraft davonkommen. Ein ultraharter Action-Thriller, in dem Keanu Reeves das spielt, was er am besten kann: einen emotionslosen (und daher auch ausdruckslosen) Actionhelden, mit dem man sich einfach nicht anlegen sollte. John Wick ist einfache, aber gelungene Unterhaltung, die vor allem Fans von spannungsgeladener Actionkost befriedigen wird.

 

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