Kultur – Film / TV

Ex Machina (c) 2015 Universal-Pictures
Ex Machina (c) 2015 Universal-Pictures

Kinotipps für April

5. April 2015 • Film / TV

Die Filmstarts für April im Überblick

Ein Monat im Zeichen von künstlicher Intelligenz, feinen Filmfestivals und brachialer Action: Der April bietet wohl vor allem für Action- und Sci-Fi-Fans einiges. Ein kleiner Überblick über die kommenden Kinostarts mit einigen Filmen, die man sich vormerken sollte.  

1
APR
2015

Fast & Furious 7

Wieder heißt es für Vin Diesel, Paul Walker, Michelle Rodriguez und Dwayne Johnson die Welt zu retten. Na ja, nicht unbedingt die Welt, aber doch zumindest einen fiesen Schurken aufzuhalten. In Fast & Furious 7 bekommen sie es diesmal mit niemand geringerem als Jason Statham zu tun. Dabei gelingt es Regisseur James Wan sogar wieder einmal ein paar Autorennen in die Geschichte einzubauen. Wie es sich für die Franchise aber gehört, glänzt der neue Teile natürlich auch mit übertriebener Action, simplen Moralvorstellungen, großteils einseitigen Figuren und … hatten wir die übertriebene Action schon? Egal, von der gibt es so viel, dass man es ruhig zweimal erwähnen kann. Fast & Furious 7 will aber auch nicht mehr sein, als eine rasante, unterhaltsame, filmische Achterbahnfahrt – und also solches erreicht der nunmehr schon siebente Teil seine Ziellinie ohne weiteres. Tragisch natürlich auch der Umstand, dass es sich bei Fast & Furious 7 um den letzten Film des 2013 tödlich verunglückten Paul Walker handelt.

 

3
APR
2015

Every Thing Will Be Fine

Wim Wenders neuer Film ist ein Drama über einen Schriftsteller (James Franco), der nach einer kleinen häuslichen Streiterei ziellos durch die Gegend fährt. Dabei verursacht er einen Unfall bei dem er ein Kind tötet. Dabei wollte er doch nur zurückgezogen und in Ruhe an seinem neuen Buch schreiben. Die Inspiration hat sich aber nicht eingestellt. Und nach dem Unfall ist natürlich alles anders. Er kann mit der Schuld nicht umgehen, obwohl ihm die Mutter des Kindes keine Vorwürfe macht. Wenders erzählt Every Thing Will Be Fine in Episoden über mehrere Jahre hinweg. Die Wandlung von Thomas, dem egozentrischen Schriftsteller, zu Thomas, dem Mann, der sich auch um andere kümmert und sorgt, schildert Wenders in 3D und verleiht mit der dritten Dimension nicht nur den Bildern, sondern auch den Figuren tiefe.

 

10
APR
2015

Cake

Seit einem tragischen Unfall leidet Claire (Jennifer Aniston) an chronischen Schmerzen. Es sind nicht die Narben in Gesicht und am Körper, die ihr Leben unerträgliche machen, sondern eben jene, nicht enden wollenden Schmerzen, die sie letztlich auch in die Arme der Medikamentesucht drängen. Als sie dann auch noch beginnt Gespräche mit Nina (Anna Kendrick) zu halluzinieren, eine Freundin aus ihrer Selbsthilfegruppe, die vor kurzem Selbstmord beging, weiß sie, dass sie den absoluten Tiefpunkt erreicht hat. In Cake zeigt sich Jennifer Aniston von einer ungewohnten Seite. Dass sie auch schauspielerisches Talent, abseits ihres Aussehens besitzt, konnte sie schon in dem oft vergessenen, feinen Independentfilm The Good Girl beweisen. In Cake offenbart sie nun einmal mehr ihr Potenzial als vielseitige Schauspielerin.

 

10
APR
2015

Glorious Technicolor

Heutzutage ist es ja selbstverständlich: der Farbfilm. Noch dazu meist ein “novum”, wenn ein Film mal tatsächlich wieder in schwarz-weiß gedreht oder zumindest gezeigt wird. Aber, dass es auch eine Zeit gab, in der das anders war, diesem Umstand widmet sich im April das Filmmuseum mit seiner Filmschau Glorious Technicolor. Ende der 30er Jahre etablierte sich Technicolor als ultimatives Filmerlebnis, ähnlich dem heutigen 3D-Film (wobei es ja auch mit dieser Technik schon frühere, erfolglose Versuche gab). Das Film-Farberlebnis stellte sich als Publikumsmagnet heraus, aber natürlich, wie bei jeder Film-Technik, muss die Farbe irgendwann auch mit interessanten, vielschichtigen und komplexen Geschichten und Figuren angereichert werden. Deshalb werden auch unter anderem so perfekt erzählte Filme wie The African Queen von John Huston oder An American in Paris von Vincent Minnelli gezeigt.

 

17
APR
2015

Blade Runner: The Final Cut

Was kann man zu Blade Runner, diesem unnachahmlichen Meisterwerk des Sci-Fi Films, sagen, was nicht schon gesagt wurde? Einer der besten Filme des Genres? Bestimmt. Einer der besten Ridley Scott bzw. Harrison Ford Filme? Höchstwahrscheinlich. Ein vielschichtiges, komplexes Meisterwerk über die Frage was es bedeutet ein Mensch zu sein? Absolut. Auch wenn der Final Cut sicherlich die ultimative Version des Films darstellt, so kann man durchaus behaupten, dass eigentlich jede Fassung von Blade Runner atemberaubend ist. Egal ob man den Film schon (mehrmals) gesehen hat, gleichgültig ob man ihn schon öfter im Kino gesehen hat, Blade Runner ist ein Muss für jeden Fan des Genres und überhaupt jeden, der sich als Cineast bezeichnet. Von 17.04. bis 23.04. zeigt das Gartenbaukino den Film auf der großen Leinwand. Was gibt es da noch zu überlegen? Blade Runner ist schlichtweg ein Meisterwerk.

 

16 – 19
APR
2015

Poolinale 2015

Jubiläum, Jubiläum. Kaum zu glauben, aber die Poolinale, das Music Film Festival Vienna, feiert schon sein fünfjähriges Bestehen. Vier Tage lang dreht sich in ausgewählte Locations mal wieder alles rund um das Thema Musik, Musiker und deren Abbildung auf der großen Leinwand. Große Namen finden sich heuer im Programm wieder: Etwa Nick Cave, der seine mittlerweile 20.000 Tage auf Erden “feiert” (20.000 Days On Earth) oder auch die von Kritikern gelobte Doku zu Kurt Cobain (Kurt Cobain: Montage Of Heck), die man gesehen haben sollte. Programm ist online hier zu finden: http://www.poolinale.at/

 

17
APR
2015

Run All Night

Oskar Schindler ist mal wieder drauf und dran, in einem Action-Thriller für Vergeltung und Erlösung die Unterwelt aufzumischen. Action-Altstar Liam Neeson mimt in Run All Night eine Ex-Mafia-Vollstrecker, der mit seinem entfremdeten Sohn, seiner Vergangenheit und Alkoholismus zu kämpfen hat. Überraschend erscheint allerdings die Tatsache, das sich Neeson in dieser Rolle nun anscheinend schon so zuhause fühlt, dass das fertige Endprodukt einen besseren Eindruck als das vergleichsweise lahme Sequel Taken 3 hinterlässt. Ed Harris darf ebenfalls mitmischen – zumindest die Besetzung sorgt für Begeisterung im Vorfeld.

 

23
APR
2015

Avengers: Age of Ultron

Die Mutter aller Comicverfilmungen ist zurück, diesmal sogar mit einem etwas interessanteren Plot und ohne haufenweise Kreuzverweise aus anderen Marvel-Ablegern. In Avengers: Age of Ultron sind die On- und Off-Screen Allstars (Robert “Iron Man” Downey Jr., Chris “Captain America” Evans, Scarlett “Black Widow” Johansson, Mark “Hulk” Ruffalo und Chris “Thor” Hemsworth, wer sie nicht kennen sollte) wieder mit der Abwendung einer Bedrohung der besonderen Art beschäftigt. Die Künstliche Intelligenz namens Ultron, gesprochen von James Spader, macht sich selbstständig und versucht, die Menschheit auszulöschen. Das eine enorme Materialschlacht mit einigen neuen Zugängen seitens der Avengers dabei entsteht, versteht sich von selbst. Nur eine Frage bleibt im Vorfeld offen: Wie schnell werden sämtlich Boxoffice-Rekorde diesmal gebrochen?

 

23
APR
2015

Ex Machina

Soll es auch noch geben: Dezente, intelligente Sci-Fi-Filme mit gutem Drehbuch und gut geschriebenen Charakteren. Einen Vertreter dieser mittlerweile eher raren Zunft stellt laut internationalen Kritiken Ex Machina dar, in dem Drehbuchautor Alex Garland (Dredd, 28 Days Later, Sunshine) gleich auch sein Debüt als Regisseur feiert. Ebenso wie im kommenden Avengers-Ableger dreht sich alles um das Thema künstliche Intelligenz, hier jedoch wohl etwas ausgeklügelter und weniger brachial. Domhnall Gleeson spielt einen jungen Programmierer, der bei Oscar Isaac – ein Elon Musk-Verschnitt im Film – Kontakt mit einer KI herstellt, die wiederum (fast) menschliche Gestalt in Form von Alicia Vikander angenommen hat. Vormerken!

 

24
APR
2015

Big Eyes

Tim Burton mal ohne Johnny Depp. Das klingt so erfrischend, dass sein neuer Film Big Eyes alleine deswegen einen Blick wert ist. Aber auch wenn sein Stammschauspieler nicht mit dabei ist, mangelt es dem Film nicht an Staraufgebot. So spielen Amy Adams und Christoph Waltz die Hauptrollen. In dem Drama geht es um die Beziehung zwischen der Künstlerin Margaret Keane und ihrem Mann Walter. Beide malen, doch er sieht sich bald vom kreativen Schaffen seiner Frau überflügelt. Sein “genialer” Plan um wieder ins Rampenlicht zu kommen und berühmt zu bleiben: er verkauft ihre Bilder als seine eigenen. Selbst die beste Ehe wird so ein Verhalten nicht lange tolerieren können. Im Grunde ein Wettstreit zwischen der künstlerischen Tätigkeit (Margaret Keane) und brillanter Selbstvermarktung (Walter Keane). Was sich letztlich durchsetzt und ob Tim Burton auch ohne Johnny Depp noch gute Filme macht, davon muss man sich im Kino selbst überzeugen. Sein letzter Depp-loser Spielfilm war übrigens der grandiose Big Fish (2003).

 

23 – 28
APR
2015

Crossing Europe 2015

Seit 2004 (!) findet das Crossing Europe Festival in Linz statt und jedes Jahr kann man nur den Hut ziehen vor so viel Talent, das auf den Leinwänden seinen Ausdruck findet. Als Plattform für junge Filmschaffende bietet das Festival beständig Atemberaubendes, Schräges und vor allem Innovatives aus Europa, das gesehen werden muss. Die sechs Festivaltage sind auch heuer mit einer Vielzahl an Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilmen angereichert (rund 160 Produktionen laut Veranstalter) – also gleich den 09.04. vormerken, denn dann wird das Programm auf der Homepage vorgestellt. http://www.crossingeurope.at/

 

29
APR
2015

/slash einhalb 2015

Kann man das /slash-Filmfestival noch als Geheimtipp bezeichnen? Wohl eher nicht – und das ist gut so, finden sich doch seit seiner ersten Vorstellung immer wieder grandiose Filme wieder, die gesehen werden müssen. Da es noch einige Monate dauert, bis die mittlerweile sechste Ausgabe des Festivals für fantastischen Film erneut Einzug im Wiener Filmcasino feiert, darf der ausgehungerte Fan auch in diesem Jahr seinem Verlangen nach schrägen Produktionen abseits des Mainstreams nachkommen. Das /slash einhalb-Programm wird zwar erst am 08.04. vorgestellt, einige Highlights wie der bildgewaltige Psychothriller The Guest und der australische Action-Horror-Hybrid Wyrmwood: Road of the Dead sollte aber schon Vorgeschmack genug sein, um sich auf das Mini-Festival zu freuen. http://slashfilmfestival.com/

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