Wien – Grätzltipps – 22. Donaustadt

Kaisermühlen alte Donau (c) stadtbekannt.at
Kaisermühlen alte Donau (c) stadtbekannt.at

Kaisermühlen

20. April 2015 • 22. Donaustadt

Mehr als nur Kaisermühlen Blues

Noch traut sich wohl keiner so richtig daran zu glauben, dass der Frühling tatsächlich in Wien angekommen ist, aber so langsam kommt die Gewissheit, dass Frau Holle nun endgültig auf Sommerfrische geschickt wurde. Und auch in Kaisermühlen werden schon die ersten Vorbereitungen für Indersonnestrahlen, Uferpromenieren und Umdiewetterudern getätigt.

 

Kleingärten, Spare Ribs und Badefreuden

Derzeit treiben sich vor allem nur Anrainer und Business Menschen in dem durch Kaisermühlen Blues bekannt gewordenen Bezirksteil der Donaustadt herum. Doch die ersten Sonnenstrahlen des Jahres locken das Grätzl aus seiner Reserve. Bootsverleihbesitzer polieren ihre Wassergefährten auf Hochglanz, Kleingärtner bepflanzen ihre Quadratmeter, Lokalbetreiber streichen ihre Fassaden neu und auch die Strandbäder werden einem Frühjahrsputz unterzogen.

Kaisermühlen Strandbad (c) stadtbekannt.at

Kaisermühlen Strandbad (c) stadtbekannt.at

Ja, die Wiege von Kaisermühlen steckt wohl in seinen kleinen Häuschen, Badefreuden in der Alten Donau und gegrilltem Fisch mit Blick aufs Wasser. Ein echter Wiener muss halt einfach einmal im Gänsehäufel gewesen sein, und sich dann im Gastgarten Zur Alten Kaisermühle vom Bräunen bei Spare Ribs mit Pfiff zu erholen.

Kaisermühlen Zur Alten Kaisermühle (c) stadtbekannt.at

Kaisermühlen Zur Alten Kaisermühle (c) stadtbekannt.at

Doch auch im Strandcafe auf der anderen Seite des Ufers wird für urbanes Urlaubsfeeling gesorgt. Dort sitzt man zudem nicht nur am Wasser sondern quasi im Wasser auf einem Floß vor dem Lokal. Charmant! Ein paar Schwimmlängen weiter stößt man dann auf das Gasthaus Neu-Brasilien. Lateinamerikanische Speisen sucht man hier aber vergebens. Der Name stammt aus der Kleingartenkolonie „Neu-Brasilien“, die aufgrund des damaligen langen weißen Sandstrandes so bezeichnet wurde. Zu Essen gibt es hier wie bei den anderen beiden Lokalen auch, Spare Ribs, Steckerlfisch und Co.

Kaisermühlen Strandcafe (c) stadtbekannt.at

Kaisermühlen Strandcafe (c) stadtbekannt.at

Käsekirche und Internationales

Aber nicht ganz Kaisermühlen erwacht erst im Frühjahr, denn ein Teil des Bezirks pulsiert das gesamte Jahr über – und das gar international! Ja, die Rede ist von den Hochhäusern, die sich hier zu den Kleingartenhäusern gesellen. Allen voran steht hier das Vienna International Center, welches umgangssprachlich als UNO-City bezeichnet wird. Menschen unterschiedlichster Nationen tummeln sich hier herum. Und tatsächlich wird an diesem Ort besonders klar, wie international Wien eigentlich ist, es gibt schließlich mit Wien nur vier Sitze der Vereinten Nationen.

Besonders spannend ist an dem Gelände übrigens auch die Donaucity Kirche. In meinem Sprachgebrauch wird sie aufgrund ihrer löchrigen Fassade als Käsekirche bezeichnet. Man möge mir diese Plattheit verzeihen! Etwas weiter weg wartet schon der nächste religiöse architektonische Hingucker. Die koptische Markuskirche steht hier etwas verloren, aber dennoch eisern am Straßenrand seit 1917 an ihrem Standort und wurde damals von russischen Kriegsgefangenen als Notkirche errichtet. Zeitgenössischere Internationalität ist dann ein paar Meter weiter in den Hochhäusern zu spüren, die vor allem Büros beherbergen.

Kaisermühlen Kirche (c) stadtbekannt.at

Kaisermühlen Kirche (c) stadtbekannt.at

Mitten drinnen befindet sich eine Filiale von Holmes Place, in der nicht nur trainiert, sondern auch gesund und lecker gespeist werden kann! Sollte es etwas schneller gehen, birgt der Innenhof eine etwas versteckte kleine Bar mit Noodles und Ähnlichem oder einfach nur zur kurzen Erholung in der Zigarettenpause. Noch mehr Internationalität findet sich hier außerdem in der privaten amerikanischen Webster Universität. In dessen Innenhof verbirgt sich übrigens ein Backsteinrauchfang als Überbleibsel der sich dort ehemals befindlichen Fabrik.

 

Drehbares Panorama und zaghafte Autos

Nun gut, zwei Gesichter von Kaisermühlen kennen wir also. Und was befindet sich dazwischen? Ein wenig von beidem würde ich sagen! Nicht unwesentlich und bisher völlig zu Unrecht unerwähnt blieb der Donauturm, der ja schon fast als Wahrzeichen Wiens gilt. Besonders spannend sind wohl die drehbaren Panoramarestaurants: ein Blick weg vom Fenster hin zu seinem Backhendl und wieder raus und ohne es zu merken sieht es plötzlich ganz anders draußen aus. Das sollte man jedenfalls einmal erlebt haben!

Kaisermühlen Donauturm (c) stadtbekann.at

Kaisermühlen Donauturm (c) stadtbekann.at

Eingebettet ist der Donauturm in einen netten Park, der zu weiteren Freizeitaktivitäten einlädt. Ansonsten ist in diesem Bezirksteil noch sehr auffällig, dass sich einige der Autos auf der Straße nur sehr zaghaft weiterbewegen, gegebenenfalls auch Mal kurzzeitig ungewollterweise stehen bleiben! Richtig, es handelt sich um Fahrschulautos! Große Parkplätze, weite Straßen, was auch immer sie hier machen, in der großen Anzahl können sie schon einmal zur Geduldsprobe werden!

 

Blues, Tango und Walzer

Schon absurd, welche Welten in Kaisermühlen also aufeinandertreffen! Da gäbe es einmal die gmiadliche Blues Welt, die zum Baden, Bräunen und aktivem Nichts-Tun einlädt, um dann aber trotzdem über die Welt zu lamentieren, jene harte und internationale Tango Welt, die von England nach Argentinien reicht und schließlich die sich drehende und schwingende dritte Welt, die von pompösen bis ländlichen Walzern reicht. Aber genau diese Kombination macht Kaisermühlen wohl so spannend!

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