Kultur – Bühne

Bernhard Lentsch Atmen (c) fotostange.com
Bernhard Lentsch Atmen (c) fotostange.com

Kabaretttipp: Atmen

21. April 2016 • Bühne

Atmen in der Kulisse

In seinem neuen Soloprogramm unterstreicht Bernhard Lentsch eindrucksvoll seine Unverwechselbarkeit in der aktuellen heimischen Kabarettszene.

 

Ausgezeichnete Premiere

Ein Blick zurück auf die Premiere, welche kürzlich in der Kulisse stattfand, bestätigt: Bernhard Lentsch beherrscht seinen Köpereinsatz perfekt, sein Tempo fesselt das Publikum, die hohe Pointendichte garantiert, dass kein Auge trocken bleibt.

Das Publikum ist bunt durchmischt– ganz egal, ob alt oder jung, gemein ist ihnen, dass sie vom ausdrucksstarken und abwechslungsreichen Spiel des Kabarettisten gebannt sind.

 

Bangen um sein Leben

Im Programm wird dem Zuschauer rasch klar, dass Bernhard Lentsch in seinem Leben langsam, aber doch die Luft ausgeht. Der Kabarettist geht seiner Atemnot auf den Grund: in der Kindheit atmet er aus Furcht nicht. In der Gegenwart kosten ihm Beziehungen und Arbeit ebenso die Luft zum Atmen, das ärgert ihn.
Ein Schlüsselerlebnis macht ihm klar: wenn er die Gelegenheit jetzt nicht nutzt, um für seine Luft zu kämpfen, wird er ersticken…

Ob es ein Happy End gibt, oder der Kabarettist doch ein ganz anderes, überraschendes Ende parat hält, kann am 7. Mai herausgefunden werden.

Davor noch ein paar Worte von Bernhard Lentsch über sein neues Solo – wir haben ihn getroffen:
Wieso hast du für dein neues Solo das Atmen als Thema gewählt?
Mich faszinierte die Erkenntnis, wie wenig Wertschätzung wir dem Atmen zukommen lassen. Ich las, dass man ohne Essen rund drei Wochen aus kommt, ohne Wasser zum Trinken rund drei Tage, ohne Luft zum Atmen, ist es aber schon nach zirka drei Minuten kritisch. Nun dachte ich mir: über gutes, gesundes Essen wird ständig geredet, das neueste Getränk am Markt sieht man in jedem zweiten Werbespot, aber die Luft zum Atmen, die ist wenig Thema – die hat nicht unbedingt die stärkste Lobby in Brüssel, scheint mir (schmunzelt)

 

Wie hast du heute den Tag begonnen? Hast du ein- oder ausgeatmet?
Das wissen wir nicht, weil wir dem Atmen nicht ausreichend Bedeutung beimessen. Das ist natürlich ein wengerl überzogen, aber dennoch ein netter Hinweis, dass wir dem Atmen mehr Bedeutung schenken könnten.
Ersticken kann man vieles im Leben und auch da könnten wir mehr Acht geben und uns öfters fragen: „Was brauch ich zum Leben, was ist es, was ich atme?“ Ein faszinierendes Thema, denn: „atemlos durch die Nacht“ heißt, in der Früh tot zu sein.

 

Bist du vor Auftritten aufgeregt und machst du in der Garderobe zur Entspannung Atemübungen?
Die Aufregung hält sich in Grenzen. Bevor ich auf die Bühne gehe, ist aber mein fixes Mut-mach-Ritual, kräftig durchzublasen samt „Gemma, auf geht`s!“. Dann freu ich mich so richtig drauf, dass es endlich losgeht.

 

Was hat es mit der „besten Pointe des heutigen Abends“ auf sich, von der viele nach der Premiere gesprochen haben?
Das werde ich vorab natürlich nicht verraten. Um das herauszufinden, musst du schon am 7.5. mit dabei sein. Publikum, das sich mit platten Witzen und seichten Pointen nicht zufrieden gibt, sondern mehr als das möchte, ist bei mir genau richtig. Ich freue mich immer über lachwilliges, offenes Publikum!
Es wäre schön, wenn wir uns am 7.5. zu einem lustigen, speziellen Abend wiedersehen würden.

 

Atmen
7. Mai 2016
20:00 Uhr
Kulisse
Eintritt: 17,- Euro

Kulisse

Rosensteingasse 39
1170 Wien

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »