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Public Viewing Burgtheater Wien Fanzone (c) STADTBEKANNT
Public Viewing Burgtheater Wien Fanzone (c) STADTBEKANNT

Jetzt gehts los – die Fußball EM für Dummys

8. Juni 2016 • Freizeit & Sport, Leben

Fußball EM 2016

Für alle, denen die EM eher wurscht ist, die aber trotzdem nicht wie ahnungslose Deppen im Beisl sitzen wollen, hier ein paar der wichtigsten Fragen inklusive hoffentlich hilfreicher Antworten zum zweitgrößten Fußballereignis der Welt:

 

Soll ich zur Euro nach Frankreich fahren?

Meine Empfehlung lautet ganz klar: nein. Viel ungemütlicher kann es bei einem großen Turnier in der Veranstalternation eigentlich nicht zugehen wie es momentan in Frankreich der Fall ist. Die französischen Beamten der öffentlichen Verkehrsbetriebe sowie die Piloten der Air France haben es sich nicht nehmen lassen, beim größten Ereignis der letzten Jahre das Land lahmzulegen. Letztklassiger kann man sich gegenüber dem eigenen, ohnehin am Boden liegenden Land nicht mehr verhalten. Außerdem wird das Land derzeit von massiven Überschwemmungen geplagt und die Terrorwarnstufe ist immer noch auf dem höchsten Level.

 

Zuhause bleiben ist also angesagt – und wo schaue ich dann die Spiele?

Da es in Gesellschaft am schönsten ist: bei einer der zahlreichen Public Viewing Möglichkeiten. Wer auf wirklich viele Menschen steht, geht am besten zum Rauthausplatz. Ansonsten sind auch die Lokale am Donaukanal ein heißer Tipp oder Beislklassiger wie das Hawidere. Im Prinzip wird aber wahrscheinlich jeder Wirt, der irgendwo einen Fernseher rumstehen hat, die Spiele übertragen.

 

Kann Marko Arnautovic immer noch mein Leben kaufen?

Wahrscheinlich. Mittlerweile spielt Österreichs Antwort auf Zlatan Ibrahimovic in der Premier League, wo bekanntlich Geld keine Rolle spielt. Unglücklicherweise ist Arnautovic mittlerweile erwachsen geworden und sorgt kaum mehr für unterhaltsame Schlagzeilen. Der Vorteil daran: er spielt momentan den besten Fußball seines Lebens und ist der wohl fußballerisch beste Kicker im Kader Österreichs.

 

Wird die EM leiwand?

Eine EM ist eigentlich immer großartig. Dieses Mal wurde das Teilnehmerfeld allerdings derart erweitert, dass eigentlich jeder mitspielen darf. Und nein, das ist nicht der Grund warum Österreich zum ersten Mal dabei ist, denn rot weiß rot hat eine fantastische Qualifikation gespielt und wäre auch nach dem alten Modus locker dabei gewesen. In jedem Fall wird es vor allem in der Gruppenphase dieses Mal doch einige eher exotische Partien zu sehen geben. Dass diese allerdings nicht unbedingt schlecht sein müssen, ist durchaus möglich, da viele Stars der großen Nationen nach einer langen Saison bei ihren Clubs vielleicht gar nicht mehr so motiviert für ein großes Turnier sind.

 

Wer wird gewinnen?

Irgendwie gibt es dieses Mal keinen ganz großen Favoriten. Frankreich hat den Gastgeberbonus und tolle Fußballer, man kann sich aber bei der Equipe Tricolore eigentlich immer darauf verlassen, dass sie sich spätestens nach der Vorrunde selbst aufgrund von disziplinären Problemen zerfleischt. Schon jetzt ist die Stimmung aufgrund von Starstürmer Karim Benzema schlecht. Dieser darf nicht mitspielen, da er in die Schweigegelderpressung gegen einen Teamkollegen (!) involviert sein soll. Er selbst findet das furchtbar ungerecht und schwingt nun die Rassismuskeule um das Land gegen den eigenen Teamchef aufzubringen – wer solche Spieler hat, braucht eigentlich gar keinen Gegner mehr um zu verlieren.

So bleibt die Favoritenrolle dem Weltmeister Deutschland. Unser Lieblingsnachbar scheint zwar wie vor jedem großen Turnier nicht in Bestform zu sein und wird sich irgendwie durch die Gruppenphase quälen, dann aber spätestens im Halbfinale irgendjemanden mit 7:1 nachhause schicken.

 

Wie gut ist Österreich jetzt eigentlich?

Vor ein paar Wochen hätte die Antwort noch gelautet: sehr gut mit Potential zum Geheimfavoriten. Aufgrund zwei schwacher Testspiele gegen Malta und die Niederlande ist die Euphorie etwas gesunken. Um dem österreichischen Größenwahn entgegen zu wirken, ist das aber vielleicht gar nicht das Schlechteste was passieren konnte. Was auf jeden Fall sicher ist: Österreich hat die beste Nationalmannschaft inklusive besten Trainer seit Jahrzehnten. Mein Tipp: falls ein guter Start ins Turnier gelingt und Österreich in die Quali-Form zurückfindet, ist das Viertelfinale möglich.

 

Wer sind die Gegner Österreichs?

Österreich ist in einer Gruppe mit Ungarn, Island und Portugal. Der zum Weiterkommen notwendige zweite Platz ist auf jeden Fall realistisch, bei gutem Verlauf ist sogar der erste Platz möglich – bei einer Auftaktniederlage gegen Ungarn aber leider auch ein Ausscheiden nach der Gruppenphase.

 

Ist Marcel Koller der kleine Bruder von George Clooney?

Es kann nicht mit 100%iger Sicherheit verneint werden, aber die Chancen stehen doch relativ schlecht. Trotzdem ist der Schweizer auf jeden Fall der beste Trainer der Nationalmannschaft seit Ernst Happel.

 

Für wie viele Firmen wird David Alaba noch als Testimonal auftreten?

Das hängt wohl von seinen Auftritten bei der EM ab. Falls er Torschützenkönig wird, sind wohl noch ein paar Millionenaufträge drin.

 

Wo verstecke ich mich am besten, wenn mir die EM am A… vorbeigeht?

Eine definitiv nicht einfache Aufgabe – aufgrund der erstmaligen Qualifikation Österreichs aus eigener Kraft ist die Chance groß, dass das Land zumindest in den nächsten drei Wochen im Ausnahmezustand sein wird. Dazu kommen noch die zehntausenden in Österreich lebenden Deutschen, die auch nicht dafür bekannt sind, ihren Patriotismus hinten anzustellen sowie diverse Türken, Kroaten und andere in Wien lebende Minderheiten, die für ordentlich Stimmung in Ottakring & Co sorgen werden. Auf jeden Fall zu meiden sind: der Rathausplatz, der Donaukanal sowie der Unicampus. Am besten in der eigenen Wohnungs verstecken und ORF abmelden.

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