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Computer (c) Mehofer stadtbekannt.at
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iPhone Wecker und andere Katastrophen

3. Februar 2013 • Lifestyle2 Kommentare zu iPhone Wecker und andere Katastrophen

Die Meldung ging um die Welt. Der iPhone Wecker hatte eine Art Jahreswechselbug und viele Millionen Menschen verschliefen weltweit am ersten Arbeitstag des neuen Jahres. Von verpassten Flügen, Terminen, verschlafen bei der Arbeit und vielem mehr wurde berichtet.

Wecker gehen prinzipiell ja immer wieder ein. Während normalerweise die Ausrede, dass der Wecker kaputt ist in der Kategorie „Herr Professor der Hund hat meine Hausaufgabe gefressen“ einzuordnen ist und mit Augenrollen und großer Skepsis zur Kenntnis genommen wird, konnte man sich diesmal auf ein kollektives Problem berufen.

Die Meldung ging um die Welt, demonstrierte wie weit verbreitet das Apple Telefon inzwischen ist und sorgte für hitzige Diskussionen. Irgendwie ist es ja seltsam, dass wir mit der simplen Tatsache, dass irgendetwas einmal nicht funktioniert kaum mehr umgehen können.

Bei ärgsten Schneestürmen hat der öffentliche Verkehr Schwierigkeiten, dafür zeigen wir null Verständnis. Ein Vulkan behindert den Flugverkehr und die ganze Welt steht Kopf. Ein Wecker fällt aus und statt eines Achselzuckenden „shit happens“, ist die Aufregung so groß als wäre etwas wirklich Schlimmes passiert.

Da wir wohl auch in Zukunft immer weniger bereit sein werden das Nichtfunktionieren von Dingen zu akzeptieren, hat sich stadtbekannt angeschaut, welche Katastrophen uns sonst so drohen.

Große Dramen, schlimme Dinge!

Alle Zynga Games fallen gleichzeitig aus: Mafia Wars, Farmville und Co. fallen gleichzeitig für mehrere Tage aus. Die Arbeitsproduktivität explodiert weltweit, KollegInnen von denen man schon länger nichts mehr gehört hat schicken einem statt Infos über ihre Farmen Anfragen ob irgendetwas zu tun sei. Chefs und ChefInnen weltweit freuen sich, eine gigantische Kündigungswelle rollt über den Planeten da festgestellt wird, dass scheinbar viel zu viele Menschen beschäftigt werden. Nach einigen Tagen laufen die Spiele wieder normal. Auf Grund der Kündigungswelle bricht das öffentliche Leben weltweit zusammen, da plötzlich massiv Arbeitskräfte fehlen.

Facebook fällt aus: Die Facebook Server fallen aus. Twitter wird überschwemmt mit Meldungen a la „oh Gott Facebook ist kaputt“, „weiß jemand was mit #FB los ist?“ und ähnlichem. Nach einiger Zeit werden Anzeichen von Leben auf Myspace und Studivz entdeckt. Twitter wird überschwemmt mit Meldungen wie „ich kann mich an mein Studi VZ Passwort nicht mehr erinnern“, „wisst ihr eure Myspace Zugangsdaten noch?“. Außerdem steigt die Arbeitsproduktivität fatal, siehe erstes Beispiel. Viele Menschen beginnen zu Rauchen, weil ihnen so fad ist. Es kommt 9 Monate später zu einem Babyboom, der Grund ist ebenfalls Fadesse aus Mangel an Facebook Berieselung.

Die Barcode Application fällt aus: Die größte Hungersnot seit der irischen Kartoffelseuche ist die Folge. Tausende Menschen verhungern, weil sie nicht wissen, was vor ihnen im Supermarktregal steht. Die wenigen Menschen, die bisher ohne die App auskamen, werden vom Rest der Menschheit als Götter verehrt. In einer Notfallmaßnahme beschließt die Regierung einen „DIY Essen“- Kurs für alle Menschen. Bloß fehlt es an qualifizierten LehrerInnen.

Stadtbekannt fällt aus: Ganz Wien bleibt zu Hause, da niemand mehr weiß, was man jetzt tun könnte. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Dafür werden die Bücher, die viele zu Weihnachten geschenkt bekommen haben, auch tatsächlich gelesen. (Fast) alles Schlimme hat schließlich auch positive Seiten.

Quando wird eingestellt: Die Wienerlinien haben keine Lust mehr auf die ständigen Beschwerden bezüglich Quando. Also wird das Service schlicht eingestellt. Die Presseaussendung mit dem Titel „Ätschbätsch ihr könnt uns mal“, wird später zur lustigsten des Jahres gewählt. Viele tausend Menschen heben, nachdem sie minutenlang sinnlos auf ihre Smartphones hämmerten, verwundert den Kopf. „Da ist ja eine Anzeigetafel!“, „Echt, wo?“ und ähnliche Dialoge sind an Öffi-Stationen zu belauschen. Vereinzelt bleiben Menschen auch zu Hause, weil sie mit dem Druck nun möglicherweise nicht den schnellsten Weg zum Ziel zu finden, einfach nicht zu Recht kommen.

Google ist nicht mehr: Die MacherInnen von Google beschließen in Zukunft lieber eine kleine Cocktailbar auf einer thailändischen Insel zu betreiben. Google wird über Nacht eingestellt. Es funktioniert nichts mehr. Die sich daraus ergebende Katastrophe ist nur mit dem nuklearen Winter vergleichbar. Völlig auf sich zurückgeworfen, bleibt den Menschen nur mehr die Rückkehr zu Selbstversorgung als SubsistenzbäuerInnen.

Service Hotlines beginnen kompetent weiterzuhelfen: Big Business beschließt in Folge großer Gewissensbisse Servicehotlines in tatsächlich funktionierende kompetente Anlaufstationen zu verwandeln. Beinahe alle Mobilfunkbetreiber weltweit gehen sofort Pleite. Auf Grund fehlender Warteschleifen brechen die Umsätze weg. Da allen beinahe sofort geholfen wird, ohne dutzende Anrufe bei diversesten Abteilungen stets mit dem bedauernden „da bin ich leider nicht zuständig probieren sie es doch einmal bei…“, wird viel weniger telefoniert. Alle die bisher davon lebten die Arbeit zu verrichten, für die Servicehotlines gedacht wären, werden arbeitslos.

Das Internet ist nicht mehr: Frank Walter Schirrmacher reißt die Weltherrschaft an sich und dreht das Internet ab, um die Menschheit vor weiterer Vertrottelung zu schützen. Die Menschheit vollends hilflos und verblödet, zieht sich in Höhlen zurück und entdeckt nach geraumer Zeit die segensbringende Wirkung von Feuer. Gerüchteweise wird irgendwo in China, so hieß das vor der großen Katastrophe, das Rad erfunden.

Alles ist erfunden: Sarah Palin wird US- Präsidentin und beschließt, kurz nachdem die Deerhunter Application in Version 3.0 vorliegt, dass nun aber wirklich alles erfunden sei. Das würde auch irgendwo in der Bibel stehen, begründet sie diesen Schritt. Wer trotzdem renitent sei und weitere Dinge erfinde, würde ihre Kanone kennen lernen. Da nun weder das zweite iPad, noch das fünfte iPhone und auch kein Android 3.0 auf den Markt kommen, geht der Menschheit der Gesprächsstoff aus. In ihrer Langeweile besinnen sich viele, dass es ja immerhin noch die Bibel gebe. Millionen bibelfeste FundamentalistInnen sind die Folge. Der Vatikan kann endlich die heilige Inquisition wieder einrichten und die Erde ist eine Scheibe. Wer etwas anderes behauptet, muss wohl Teil der ErfinderInnenmafia sein und das würde doch wirklich kein gottesfürchtiger Mensch sein wollen.


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2 Antworten auf iPhone Wecker und andere Katastrophen – Verstecken

  1. terror sagt:

    der iphone wecker
    hat mir aber wirklich fast meinen rückflug gekostet 😉

  2. enne sagt:

    tja..
    gott sei dank gibt es ja immer mehr als nur eine iphone in einer clique!

    😉

    ps. wo ist meine innere uhr?

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