Kultur

MuseumsQuartier Ringausblick (c) STADTBEKANNT
MuseumsQuartier (c) STADTBEKANNT

Immer neue Kunstskandale

28. Mai 2010 • Kultur

Wien hat inzwischen so viele Kunstskandale, dass den Empörten die Spucke weg bleibt.

Zuerst ein Swingerclub in der Secession, dann die begehbaren Skulpturen des niederländischen Künstlerkollektivs Atelier Van Lieshout im Museumsquartier und jetzt auch noch Dave St-Pierres Inszenierungen für das Wiener Tanzquartier.

Einige entrüstete WienerInnen müssten ja inzwischen schon mit knallroten Schädeln herumrennen, weil ihnen bei jedem neuen Skandal vor lauter Empörung der Atem stockt. Die LeserbriefschreiberInnen haben sich zwar vielfach ihren Ärger von der Seele geschrieben und Michael Jeanee und Ursula Stenzel waren „not amused“. Auch HC Straches FPÖ fand wieder einmal einen Grund zur Erregung und schaltete Inserate gegen die „Steuergeld Verschwendung“.. Offenbar trifft HC Strache, sowohl als Gesanges-, als auch als Performancekünstler, eher den Geschmack des blauen Publikums. Insgesamt gesehen hat die Wiener Bevölkerung die bisherigen Kunstskandale jedoch weitgehend gelassen hingenommen.

Es bleibt festzustellen, dass sowohl die Wiener AktionistInnnen, als auch die Premiere von Thomas Bernhards „Heldenplatz“, noch weit mehr erregte. Böse Zungen meinen, das liege auch daran, dass sie hochpolitisch waren und einem Teil der österreichischen Bevölkerung einen Spiegel vor die Nase hielten. Die massenmediale Inszenierung der jüngsten „Skandale“ lassen hingegen die Unterschiede zwischen Provokation und geschicktem Marketing immer mehr verwischen.

Aber zurück zum Thema. Der Kanadier Dave St – Pierre wird für das Tanzquartier zwei Arbeiten inszenieren. „La Pornographie des ame“ und „Un peu de Tendresse Bordel de Merde!“. Während ersteres Stück am 9. und 10. März zu sehen sein wird, soll zweiteres am 12 und 13. März gezeigt werden. Die Werke loten Grenzen und Rollenklischees aus und widmen sich der Verletzlichkeit des menschlichen Körpers. Da dabei viel nackte Haut zu sehen sein wird, kann mit neuen Aufregungen gerechnet werden. Sofern die Empörten inzwischen der Empörung nicht überdrüssig geworden sind.

Gestern wurde die „Arschbar“ im Museumsquartier jedenfalls schon einmal völlig emotionsfrei, dafür mit Gratis Frankfurter Würstln eröffnet.

 

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