Kultur

(c) STADTBEKANNT Mautner
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Im Ersten

8. Juni 2014 • Kultur

Im Ersten findet man ja viele schöne, historische Gebäude und prunkvolle, geschichtsträchtige Räumlichkeiten. Dort ein Geschäftslokal zu betreiben, ist ja schon fast ein Privileg für sich. Im Ersten Kunst zu präsentieren, das ist seit November 2012 auch für junge KünstlerInnen möglich geworden. „Im Ersten“ ist nämlich eine Galerie, die mit meist sehr kurzen Ausstellungen einen Raum und vor allem eine Plattform für KünstlerInnen aus verschiedensten Richtungen schafft.

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Neudesign in alter Umgebung

Mitten im geschichtsträchtigen Zentrum, in der Sonnenfelsgasse 3, fand die Galerie in einem ehemaligen Surfshop ihren Platz. Ganz dementsprechend sah auch die Inneneinrichtung der alten Gewölbe, die ursprünglich Teile des Stephansdom darstellten, aus. Viel Bambus und Beach-Feeling. Heute strahlt die Galerie ein stylisch modernes Ambiente aus und setzt so die dort gezeigten Kunstwerke perfekt in Szene. Um diesen minimalistischen Look zu kreieren war jedoch so einiges an Umbauarbeiten nötig.

Mit der Hilfe von Gregor Eichinger, dem oberösterreichischen Architekten, der sich schon mit zahlreichen Projekten einen Namen machte, wurde die Galerie neu gestaltet. Neben Café Korb, Galerie Ostlicht und Galerie Westlicht reiht sich nun also auch „Im Ersten“ in das Portfolio von Gregor Eichinger ein.

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Ein Netzwerk von Künstlern und Freunden

Die Idee ist es, ein Netzwerk von KünstlerInnen und aufstrebenden Kreativ-Schaffenden zu fördern und ein gemeinsames Arbeiten anzuregen. Ziel ist dabei nicht der Profit, sondern eben diese gemeinsame Arbeit – eine ideologische Kooperation untereinander und die gegenseitige Unterstützung als Kollegen aber auch als Freunde. Ganz in diesem Sinne ist das Programm auch sehr vielfältig ausgerichtet. Neben den kurzzeitigen Ausstellungen, die manchmal nur 2 Wochen dauern, finden auch Wein-Verkostungen, Buchpräsentationen oder gemeinsame Koch-Abende statt. Die Galerie wird dadurch zu einem belebten gemeinsam Raum und ist auch jederzeit offen für neuen Input.

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Der „schop“.

Besonders eindrucksvoll kann man das Funktionieren dieses Systems an dem kleinen Shop im Hinterhof der Räumlichkeiten erkennen. Der wohl nur 4 Quadratmeter große Raum ist bestückt mit Kunstwerken und Projekten der KünstlerInnen und Freunden der Galerie. Der „schop“ hat dabei von hochwertigen Lederschuhen über selbst gemachte Marmelade und Schmuck alles zu bieten. Wenn die Kreativität im Lauf ist, wird also ein Fotograf schnell zum Imker, ein Maler zum Butterschmalz-Produzenten oder ein Schriftsteller zum Wein-Liebhaber. Neben Wein kann man aber auch andere sehr interessante kleine Fläschchen finden: die von Helge Timmerberg kreierten „Flaschengeister“ beinhalten einen Geist für jeden Anlass. Unter anderem kann man dann einen Geist „gegen die Fehleinschätzung der Lage“ oder einen Geist „gegen die Angst vor Alkoholgenuss unter Antibiotikaeinfluss“ finden. Diese Flaschengeister werden in der richtigen Situation freigelassen und sind somit auch nur einmal „verwendbar“.

 

 (c) STADTBEKANNT Mautner

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STADTBEKANNT meint

Im Ersten in definitiv ein Projekt, das man im Auge behalten kann und bei dessen Betrachtung einem niemals langweilig wird. Die „down-to-earth“ Herangehensweise an Kunst und die gemeinsamen Aktivitäten machen die Galerie sehr sympathisch und wecken die Lust nach mehr – aber auch darum braucht man sich hier keine Sorgen machen – denn neue Ideen gibt es hier zur Genüge.

 

IM ERSTEN

Sonnenfelsgasse 3
1010 Wien

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