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„Ich verlasse dieses Scheißland“

26. Juli 2013 • Skurriles2 Kommentare zu „Ich verlasse dieses Scheißland“

Nicht nur Silvio Berlusconi. auch andere Politiker schimpfen gerne einmal öffentlich

„Ich bin völlig transparent, sauber in allem was ich tue. Man kann mir nichts vorwerfen. Die Leute können sagen, dass ich vögle. Das ist das Einzige. In ein paar Monaten werde ich fortgehen, um mich um meinen eigenen Kram zu kümmern. Ich verlasse dieses Scheißland, bei dem ich kotzen könnte.“

Wenn es um lockere Sprüche geht, dann ist Silvio Berlusconi immer einer der üblichen Verdächtigen. Etwa als er dem Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten im EU-Parlament eine Film-Rolle als KZ-Kapo anbot, oder als er dem US-Präsidenten Barack Obama bescheinigte, „jung, hübsch und gebräunt“ zu sein.

Dass er aber in einem abgehörten Telefonat, das veröffentlicht wurde, Italien als „Scheißland“ (Paese di merda) bezeichnete, brachte sogar den Cavaliere kurz in Erklärungsnot. Scham jedoch kennt dieser Mann bekanntermaßen keine und so erklärte er bald: „Das ist eine dieser Sachen, wie man sie spät abends am Telefon so sagt, wohl in einem entspannten Augenblick und mit einem Lächeln.“

Auch andere Politiker greifen mitunter in die tiefste Vokabelkiste und bezeichnen ihre Gegner ganz gerne einmal als „Schweine“ oder „Trottel“. stadtbekannt hat zu diesem Anlass die unterhaltsamsten Politikerentgleisungen für euch zusammengestellt.

 

Wolfgang Schüssel

Dass es nicht unbedingt spätabends sein und man dabei lächeln muss, um ordentlich vom Leder zu ziehen, bewies 1997 der damalige Außenminister und spätere Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Bei einem Frühstück mit Journalisten in Amsterdam soll er den damaligen deutschen Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer „eine richtige Sau“ und den schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson einen „Trottel“ genannt haben. Nicht besser soll bei einem anderen Gespräch der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko als „Kümmeltürk“ weggekommen sein. Leider wussten die deutschen Journalisten-Kollegen nicht, dass man sich sowas zwar anhört aber halt nicht schreibt.

 

George W. Bush

Eine Affinität für Baseball und dessen Major League hatte der ehemalige US-Präsident George W. Bush schon immer, war er doch einst Mitbesitzer der Texas Rangers. Im Präsidentschaftswahlkampf 2000 bewies er bei einer Wahlveranstaltung auch noch einen Hang zu deftigen Worten. „Da ist Adam Clymer, das Riesenarschloch (major league asshole) von der New York Times“, raunte er dem nebenstehenden Vize-Kandidaten Dick Cheney zu. Etwas zu laut wohl, oder die beiden hätten vielleicht das Mikro vorher abschalten sollen. So konnten die versammelten Zuhörer erfahren, wer hier wirklich ein Arschloch war.

 

Nicolas Sarkozy

Nicht unbedingt die allerfeinsten Manieren kann man auch dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nachsagen. Rüpeleien bei Interviews und Beleidigungen gegen Journalisten, das kannte man schon von ihm. Doch bei einer Landwirtschaftsmesse im Februar 2008 konnte ihn das Volk ganz persönlich in Aktion erleben. Einem Besucher, der ihm die Hand nicht geben wollte, warf er an den Kopf: „Hau ab, armer Depp.“ Damit schaffte er es gar zu YouTube-Ehren.

Und für alle Fans des lustigen Franzosen auch noch einmal sein ääääh recht beschwingter Auftritt nach dem G8-Gipfel in Heiligendamm.

 

Ferenc Gyurcsany

Etwas weniger Ehrlichkeit  hätte auch dem damaligen ungarischen Premier Ferenc Gyurcsany gut getan. In kleiner Runde bekannte er nach der Parlamentswahl 2006: „Wir haben am Morgen, am Abend und in der Nacht gelogen.“ Sowohl den Bürgern als auch der EU habe man die Unwahrheit über die triste Budgetsituation gesagt. Vor der Wahl hatte er gar noch Steuersenkungen versprochen. Auch an Kraftausdrücken soll er es nicht mangeln haben lassen. Zum Unglück für Gyurcsany tauchte ein Mitschnitt des Gesprächs bald in der Öffentlichkeit auf. Mit der großen politischen Karriere war es daraufhin recht bald vorbei …

 

Herwig van Staa

Dass im heiligen Land Tirol nicht alles heilig ist, beweist der ehemalige Landeshauptmann und derzeitige Landtagspräsident Herwig van Staa (ÖVP): Er ließ auf einer Jubiläumsfeier des Deutschen Alpenvereins aufhorchen, indem er den deutschen Grünen Joschka Fischer als „Schwein“ bezeichnete. Dank mitgeschnittenem Tonmaterial folgte ein medialer Aufschrei. Von Seiten der ÖVP wurde beteuert, es handle sich um ein manipuliertes Band und van Staa hätte in Wirklichkeit „Schweigen“ gesagt.

 

Werner Königshofer

Eine weitere Tiroler Quelle an skandalösen Äußerungen ist wohl auch der Ex-FPÖ-Landtagsabgeordnete Werner Königshofer. Er beschimpfte den Grünen Landtagsabgeordneten Gebi Mair in einem Internetposting als „Landtagsschwuchtel“. Auch Kardinal Schönborn bekam eine seiner Schimpf-Attacken zu spüren, nachdem dieser Barbara Rosenkranz als für ihn unwählbar deklarierte. Königshofer meinte in einem Schreiben, Schönborn solle sich um seine „warmen Brüder“ und „Klosterschwuchteln“ kümmern, anstatt eine Mutter mit zehnfachem anständigen Nachwuchs verbal anzugreifen. Nachdem der FPÖ-Abgeordnete immer wieder durch ungute Meldungen sowie zahlreiche verfassungsrechtlich höchst bedenkliche Freundschaften auffiel, ging er Mitte 2011 endgültig zu weit: Er verglich das Verbrechen des norwegischen Massenmörders Breivik mit der Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbrüchen. Dies veranlasste seine eigene Partei dazu, ihn wegen parteischädigenden Verhaltens auszuschließen.

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2 Antworten auf „Ich verlasse dieses Scheißland“ – Verstecken

  1. Onkel Tobias sagt:

    Der Putin
    hat der nciht einmal einem Journalisten recht unverhohlen gedroht, oder natürlich Hans Peter Martin.

  2. swefgh sagt:

    Joschka Fischer
    Mit Verlaub sie sind ein richtiges A*******

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