Essen & Trinken – Rezepte

Zitronen Zitronensaft (c) STADTBEKANNT
Zitronen Zitronensaft (c) STADTBEKANNT

Holunderblütensirup und Co.

26. August 2013 • Rezepte

Holundersträucher gibt es auf dem Land fast überall, egal ob rund um Wien oder im Salzburger Land. Im Frühjahr haben Hollerblüten Hochsaison, im Sommer sind dann die Beeren an der Reihe. Die Blüten sehen dabei nicht nur hübsch aus, sondern sind auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Im Frühjahr laden Hollerbüsche an Feldwegen dazu ein, die Blütendolden zu pflücken und weiterzuverarbeiten. Wir haben uns hier einmal drei verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für Holunderblüten angeschaut und die vergleichsweise einfachen Rezepte direkt ausprobiert.


Holunderblütensirup

Der Klassiker unter den Holunderrezepten ist eindeutig der Sirup aus den Blüten. Der schmeckt nicht nur im Sommer verdünnt mit Wasser gut, sondern auch aufgegossen mit Sekt oder Weißwein, schimpft sich dann allerdings ganz ordinär „Hugo“. Das Ansetzen von Hollersirup ist kinderleicht und wer schon einmal Marmelade eingekocht hat, der wird auch mit dem Blütensirup keinerlei Probleme haben. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: man kann ihn aufkochen oder ohne Kochen ansetzen. Der Unterschied dabei ist die aus der Zubereitungsart resultierende Haltbarkeit des Blütensaftes. Eingekochtes hält sich nun einmal länger.


Bild via daskochrezept.de

Hollersirup ohne kochen lässt sich kinderleicht ansetzen. Dazu gibt man etwa zehn Dolden des Strauches mit einem Liter abgekochtem Wasser und zwei Kilogramm Zucker in einen großen Topf, zusammen mit zwei in Scheiben geschnittenen Zitronen und fünf dag Zitronensäure. Das Ganze lässt man dann, zugedeckt mit einem Geschirrtuch oder ähnlichem, für mindestens zwei Tage stehen und durchziehen. Dabei sollte man das Gemisch aber täglich ein bis zweimal umrühren. Nach etwa drei Tagen muss das Ganze nur noch abgeseiht werden, schon ist der Hollersirup fertig und kann getrunken werden. Etwas aufwendiger aber dafür haltbarer wird der Sirup, wenn man zunächst den Zucker in kochendem Wasser auflöst, dann die Blüten und die Zitronen hinzufügt und die Herdplatte dann ausstellt. Ansonsten ist der Vorgang der gleiche wie schon beschrieben.

Mit Mineralwasser oder Sekt gemischt ist Hollersirup ein super Getränk für das Frühjahr und den Sommer. Und im Winter, mit heißem Wasser aufgegossen, ist er eine tolle Alternative zu wärmenden Kräutertees.


Holunderblütengelee

Aber natürlich kann man die Blüten nicht nur zu Sirup weiter verarbeiten, sondern auch als Gelee einkochen – für blumigen Genuss auf den Sonntagsbrötchen. Auch wenn es Holunderblütengelee heißt, die Hauptzutat ist Apfelsaft. In diesen werden frische gepflückte Hollerdolden für etwa 24 Stunden eingelegt, damit sie ihr Aroma an den Saft abgeben. Auf das Waschen der Blüten sollte man verzichten, weil die Blüten dadurch stark an Aromen einbüßen. Es reicht, die Blüten auf kleine Käfer und Tiere abzusuchen und diese gegebenenfalls abzusammeln, damit sie am Ende nicht im Gelee landen. Der Apfelsaft nimmt in den 24 Stunden den Duft der Blüten an und riecht am nächsten Tag schon sehr vierversprechend. Den perfekten Sud bekommt man hin, wenn man 10 Dolden auf einen Liter Apfelsaft rechnet.

Nach dem durchziehen der Mischung wird das ganze durch ein dünnes, Baumwolltuch abgeseiht und ausgepresst. Der vom Holunderaroma durchzogene Apfelsaft bildet jetzt die Basis für das Gelee. Zum gelieren kommen nun vier dag Zucker und vier dag Gelierfix dazu und die Mischung wird dann aufgekocht. Anschließend kommt noch mehr Zucker dazu, insgesamt ein Kilogramm. Den sich beim Kochen absetzenden Schaum auf der Mischung nimmt man am besten ab, denn das sind Schwebstoffe und Unreinheiten, die man nicht im Gelee haben möchte. Nach fünf Minuten Kochzeit kann die Flüssigkeit in warme Marmeladengläser gefüllt werden. Diese lässt man, gut verschlossen, mindestens eine Woche stehen, damit sich das Aroma im Gelee vollständig entfalten kann und dann heißt es: guten Appetit.

Übrigens, nicht nur auf helle Semmeln passt der süße Aufstrich, auch zu Vanilleeis schmeckt er sehr gut.

Frittierte Hollerblüten im Bierteig

Es bleibt süß, aber statt die Hollerblüten einzulegen oder aufzukochen, kann man sie auch ausbacken. Frittierte Hollerblüten klingen für den ein oder anderen im ersten Moment sehr ungewöhnlich, die schmecken jedoch hervorragend als kleines Dessert nach einem deftigen Essen. Zur Zubereitung frittierter Holunderblüten braucht man richtig frische Dolden, am besten pflückt man sie direkt vor der Zubereitung. Diese tunkt man vorsichtig in Bierteig und bäckt sie anschließend in der Fritteuse oder in der Pfanne aus. Für den Bierteig benötigt man nicht viel, die meisten Zutaten hat man sowieso im Haus. Eine Viertelflasche Bier, 150g Mehl, zwei Eier, etwas Milch und 2 EL Öl werden verrührt und dann für etwa eine halbe Stunde zum quellen in Ruhe gelassen. Die Blütendolden vorsichtig in den Teig tauchen und anschließend goldbraun von beiden Seiten ausbacken. Das geht am einfachsten in der Fritteuse, lässt sich aber auch mit ausreichend Öl in der Pfanne hinbekommen. Mit Puderzucker bestreut und mit frischen Beeren angerichtet ist das Ganze ein köstliches Dessert.

Aber nicht nur aus den Blüten lässt sich Köstliches zaubern, mit den dunklen Hollerbeeren lassen sich hervorragende Fruchtliköre ansetzen, die eine gute Alternative zu Marillenschnaps und Kräuterlikör sein können. Und: auch aus den Beeren lässt sich ein leckerer, dunkelroter Saft herstellen, der nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich an schwarzen Johannisbeerensaft erinnert.

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