Wien – Ganz Wien aufgelistet

Urbanes Gärtnern (c) stadtbekannt.at
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Guerilla Gardening in Wien

18. April 2013 • Ganz Wien aufgelistet, Garten, Lifestyle

Schluss mit Grau!

Der Frühling ist da und damit beginnt die Zeit zu der all jene, zu gärtnern beginnen, die einen Garten ihr Eigen nennen dürfen.

Doch wer kennt sie nicht, die grauen Flecken in der Stadt, an denen man vorbei geht und sich vorstellt wie schön es wäre, gäbe es da ein wenig grün im grau. Schließlich gibt es in der Stadt zahllose Verkehrsinseln und verwaiste Flächen, die begrünt werden wollen. Guerilla Gardening bietet allen die Möglichkeit, ihre Stadt selbst zu verschönern und ein Stück weit lebenswerter zu machen.

 

Community Gardens New York

Begonnen hat alles im New York der 1970er Jahre, als die ersten Guerilla Gärtner begannen verwahrloste Baulücken zu begrünen. Der Hintergrund dieser Aktionen war das Bedürfnis der BewohnerInnen ihren Stadtteil zu verschönern. Mit dem, für die Stadtplanung und den Immobilienmarkt schönem Nebeneffekt, dass der Wert der Grundstückpreise durch diese Begrünungsaktionen rasant anstieg. Die BewohnerInnen begannen Community Gardens anzulegen, die nicht nur das Grätzl aufhübschten, sondern auch dazu beitrugen, dass das Gemeinschaftsgefüge der Nachbarschaften gestärkt wurde. In den 90er Jahren war die New Yorker Stadtpolitik vom neoliberalen Gedankengut geprägt und so wurden viele Gemeinschaftsgärten auf Grund ihrer Wertsteigerung als Bauland umgewidmet, verkauft und bebaut.

 

Guerilla Gardening in London

In London begann Richard Reynolds im Oktober 2004 die vernachlässigten Grünflächen Londons neu zu bepflanzen, wobei er sich hier sehr stark auf Restflächen im Straßenraum konzentrierte und seine Stadtbegrünungen meist in Nacht- und Nebelaktionen von Statten gingen. Er dokumentierte seine gärtnerischen Aktivitäten auf seiner Internetplattform, wodurch sein Tun ein immer breiteres Publikum fand und schließlich Ende 2005 die ersten Medienberichte über den Londoner Gemeinschaftsgärtner ausgestrahlt wurden. So scharten sich immer mehr GartenaktivistInnen um ihn und die „grüne Idee“. Mehr Infos findet ihr hier.

 

Guerilla Gardening in Wien

Die Gruppe der urbanen GärtnerInnen in Wien wird langsam aber sicher immer größer und ihre Aktivitäten vielfältiger.  Hier ein Bericht über die verschiedenen Möglichkeiten, die Stadt aktiv mitzubegrünen.

 

Wien Huberpark – Gartenpolylog

Den Anfang in punkto Guerilla Gardening machte in Wien Gartenpolylog. Im Rahmen von „Soho In Ottakring“ wurde Ende Mai 2007 der erste interkulturelle Nachbarschaftsgarten Wiens von der Philosophin Nadja Madlener und der Sozialpädagogin Ursula Taborsky im Huberpark eröffnet. Der Wunsch nach öffentlichen „grünen Erholungs- und Begegnungsräumen“ war damals auf Grund der dichten Bebauung des gründerzeitlichen Viertels und der damals stattfindenden Umbauphase in Ottakring besonders groß. Anders als in anderen Städten liegen in Wien die Grünflächen und Parks in der fast ausschließlichen Betreuung der MA 42 des Stadtgarten-Amtes. Die WienerInnen haben sich an gepflegte Grünflächen gewöhnt, denn anders als etwa in London, nimmt es das Stadtgartenamt damit eigentlich sehr genau. So war bis vor kurzem in Wien auch nicht das Bedürfnis vorhanden, die Parks oder Restflächen selbst zu gestalten. Dies hat sich aber mit den ersten Community Gardens in Wien geändert. Mit viel Liebe und Herzblut haben die GärtnerInnen des Huberparks ihren Gemeinschaftsgarten angelegt und gepflegt, bis er im November 2008 geschlossen wurde.

 

Neue grüne Oasen in der Stadt

Ein aktuelles Gemeinschaftsgartenprojekt ist der Nachbarschaftsgarten Macondo im 11. Bezirk. Dieser entstand 2010 und wird von einer Gruppe von BewohnerInnen, SchülerInnen und engagierten LehrerInnen betrieben.

 

Workshop zu Guerilla Gardening in Wien

Der Workshop findet im 15. Wiener Gemeindebezirk statt. Alle Interessierten können sich über die verschiedenen Formen des urbanen Gärtnerns schlau machen und sich selbst als urbane GärtnerInnen versuchen. Mehr Infos zur Veranstaltung und die Anmeldung findet ihr hier.

Ein anderer Artikel zum Thema Guerilla Gardening in Wien: Es geht noch grüner: „Aufruf zum zivilen Ungehorsam“

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